Demo

Schüler organisieren Protestmarsch

Sobald der Unterricht angefangen hat, ist es an der Hermannstraße ruhig. Doch in den Stoßzeiten erleben Laura Gehrmann, Paul Anker, Baris Beyter und Ömer Yalcin (v. l.) hier, wie sich Auto an Auto reiht. Das wollen sie ändern. Denn Eltertaxis verpesten die Luft, sagen sie. Foto: Claudia Radzwill
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Sobald der Unterricht angefangen hat, ist es an der Hermannstraße ruhig. Doch in den Stoßzeiten erleben Laura Gehrmann, Paul Anker, Baris Beyter und Ömer Yalcin (v. l.) hier, wie sich Auto an Auto reiht. Das wollen sie ändern. Denn Eltertaxis verpesten die Luft, sagen sie.

Jugendliche sprechen sich gegen Elterntaxis aus: Diese verpesten die Luft. Demo am Freitagmorgen.

Von Claudia Radzwill

Die Klima-Aktion „Fridays for Future“ der jungen schwedischen Aktivistin Greta Thunberg finden auch Radevormwalder Schüler gut. „Der Klimawandel muss gestoppt werden“, sagen Ömer Yalcin, Paul Anker, Laura Gehrmann und Baris Beyter, die die siebte Klasse der Sekundarschule besuchen, stellvertretend für viele Jugendliche. In der Bergstadt gibt es jetzt eine eigene Protestaktion, angestoßen von den Schülervertetungen der weiterführenden Schulen.

Am  Freitagmorgen, 12. April, geht es samt Plakaten mit Aufschriften wie „Don’t talk, walk“ in der ersten Stunde auf die Straße. Genauer gesagt auf die Hermannstraße, die zu den Schulen führt. Denn in der Bergstadt wird der Protest für den Klimaschutz verbunden mit einem örtlichen Streitpunkt. Im Fokus steht an der Hermannstraße immer wieder die Verkehrssituation. Zu den Stoßzeiten ist die Straße verstopft. Auto an Auto reiht sich hier – fürs Klima schädliche Abgase inklusive. Auch wenn es bequem ist, zur Schule gefahren zu werden, viele Schüler finden diese Situation nicht lustig.

Mit ihrem Protestmarsch wollen die Schüler aufrütteln, auf den Klimaschutz und auf ihre eigene Sicherheit aufmerksam machen. Und sie hoffen, das Mamas und Papas in Bezug auf Elterntaxi-Fahrten ins Grübeln kommen, wenn sie am Freitag am Passieren der Straße gehindert werden. „Einige Schüler haben schon gesagt, das bringt doch alles nichts. Aber wenn keiner etwas macht, passiert auch nichts“, sagen Laura, Ömer, Paul und Baris. Auch Greta Thunberg habe klein angefangen. „Daraus entstand eine große Bewegung.“ Dass Politiker meinen, Schüler nutzen die Demos, um die Schule zu schwänzen und gar nicht hinter der Idee stehen, finden sie weniger gut.

Protestmarsch ist bei Polizei und Ordnungsamt angemeldet

So haben die SV-Schüler der Sekundarschule, des Theodor-Heuss-Gymnasiums, der Realschule und der Hauptschule in Rade beschlossen, ein Zeichen zu setzten, ohne sich solcher Kritik auszusetzen. Denn Schulleitungen und SV-Lehrer sitzen mit im Boot.

Sie hatten spontan ihre Unterstützung zugesagt. Denn auch sie finden nicht gut, was sie täglich erleben. „Eltern bringen ihre Kinder fast bis zur Tür. Beim Abholen wird auch mal mit laufendem Motor 20 Minuten lang gewartet“, berichtet Sandra Pahl, Rektorin der Sekundarschule. Sie ist die Ansprechpartnerin der Protest-Aktion aufseiten der Schulleiter. Mit ihr eng zusammen arbeiten Linda Sonnborn, SV-Lehrerin am THG, und SV-Lehrer Daniel Zellmer von der Realschule. „Die Autos manövrieren hin und her, blockieren andere Autos und Fußgänger. Für die Kinder wird es gefährlich, die Straße zu überqueren“, sagt Pahl, die es traurig findet, dass immer weniger Familien Fahrgemeinschaften bilden. Auch Laura und Paul ist es schon passiert, dass ihnen auf dem Zebrastreifen kurz vor dem Parkplatz an den Sporthallen Autos bedrohlich nah gekommen sind.

HINTERGRUND

VORBEREITUNG Klassen- und Stufenlehrer bereiten die Aktion gemeinsam mit den Schülern vor. In Arbeit sind derzeit Schilder. Auch nach Schulschluss gegen 13 Uhr wird die Hermannstraße noch einmal gesperrt.

UNTERSTÜTZUNG Mit Sandra Pahl (Sekundarschule), Matthias Fischbach-Städing (Theodor-Heuss-Gymnasium), Claus Peter Wirths (Realschule) und Frank Funke (Hauptschule) sagten alle Schuleiter spontan zu, die Schüleraktion am  Freitag zu unterstützen.

Beteiligen werden sich am Freitagmorgen alle Stufen der weiterführenden Schulen. Treffpunkt ist um 7.45 Uhr der Eingang der Hermannstraße am Geschäft Blumen Busch. Von dort zieht der Demozug zu den Schulgebäuden. „Ab der zweiten Stunde ist dann wieder regulärer Unterricht“, erklärt Pahl. Eltern und Anwohner wurden in einem Brief informiert. Die Demonstration sei ordnungsgemäß angemeldet – beim Ordnungsamt und bei der Polizei. 

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