Interessengemeinschaft

Frühschwimmer halten Verein die Treue

Übungsleiterin Bertha Mejia-Schäffer (2.v.l.) beim Frühstück im Hallenbad-Restaurant, rechts IG-Frühschwimmer-Gründer Horst Hellerling.
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Übungsleiterin Bertha Mejia-Schäffer (2.v.l.) beim Frühstück im Hallenbad-Restaurant, rechts IG-Frühschwimmer-Gründer Horst Hellerling.

Seit fast drei Jahren ruhen die Aktivitäten der IG Frühschwimmer – erst wegen Pandemie, jetzt wegen der Badsanierung.

Von Heike Karsten

Hückeswagen. Es ist ein Freitagvormittag, als sich die Wassergymnastik-Gruppen der Interessengemeinschaft Frühschwimmer (IGF) im Bürgerbad-Gebäude treffen. Allerdings nicht zum Schwimmen am Beckenrand, sondern zum gemeinsamen Frühstück im Restaurant Aquamarin. Ins Wasser können die Frühschwimmer seit fast drei Jahren nicht mehr, da das Hallenbad dauerhaft geschlossen ist – zunächst aufgrund der Pandemie, später dann wegen der dringend benötigten Sanierungen.

„Es ist eine Katastrophe“, sagt Horst Hellerling, Mitbegründer und Ehrenmitglied der IGF als auch Mitglied der „Betty-Gruppen“. Gemeint sind damit alle acht Kurse, die von Bertha Mejia-Schäffer geleitet werden, darunter Wassergymnastik, Aquatic-Fitness und Aquarider. Es ist das erste gemütliche Treffen der Teilnehmer seit der Schließung des Bürgerbads. Beim Frühstück ist man sich einig: „Es muss weitergehen mit dem Hallenbad.“ Immerhin sind die Frühschwimmer mit etwa 2000 Mitgliedern der größte Verein in der Stadt. Wer Mitglied ist profitiert von ausgedehnten Öffnungszeiten (auch in den Morgenstunden), von verlängerten Badzeiten und ermäßigten Eintrittsgebühren.

Horst Hellerling (93) würde am liebsten im Wasser leben

Hückeswagen. Die meisten der Mitglieder nutzen das regelmäßige Schwimmen oder die Kurse zur Erhaltung ihrer Gesundheit. Auch Horst Hellerling würde trotz seiner mittlerweile 93 Lebensjahre sofort wieder die Badehose aus dem Schrank holen. „Ich vermisse das Bad unheimlich“, betont er und fügt hinzu: „Wenn ich könnte, würde ich im Wasser leben, weil ich da besser laufen kann.“

Die Hoffnung, dass das Bad doch noch einmal öffnen wird, möchten die Frühschwimmer nicht aufgeben. Das zeigen auch die Mitgliederzahlen. Waren es Anfang 2020, also vor Ausbruch der Corona-Pandemie, noch 2021 Mitglieder, so sind es aktuell 1975 – gerade einmal 46 Personen weniger. „Wir ziehen aber auch keine Beiträge ein, während das Vereinsleben ruht“, erklärt Vorsitzender Thomas Cosler. Einige Mitglieder hätten dennoch angeboten, ihren Beitrag zu bezahlen und für den Erhalt des Bades zu spenden. „Viele möchten sich engagieren“, sagt Cosler. So kam auch die Idee einer Fundraising-Aktion auf, mit der Geld für die Sanierung gesammelt werden soll. Die Flüchtlingswelle aus der Ukraine im Frühjahr habe den Start der Aktion verzögert. „Wir werden den Prozess aber auf jeden Fall unterstützen“, betont Cosler.

Schon häufig hat die IGF ins Bad investiert, sei es bei der Renovierung der Dampfgrotte, bei der Anschaffung der Unterwasser-Fahrräder für die Aquarider-Kurse als auch bei der Installation des Spray-Parks für Kinder. Daher werde die IGF in Zukunft auch an der Spitze der Bad-Befürworter stehen, betont Thomas Cosler. Denn ob das Bad überhaupt saniert und wieder geöffnet wird und welche (bezahlbaren) Lösungen dafür in Frage kommen, wird derzeit im Rat noch diskutiert. „Ich bin total glücklich, dass die Mitglieder uns die Stange halten, denn es geht nicht nur um die Existenz des Vereins, sondern auch um den Erhalt des Bürgerbads“, sagt der Vorsitzende.

Das Warten auf eine Wiedereröffnung hat aber noch lange kein Ende. Mit drei bis fünf Jahren rechnet Cosler. „Das halten wir auch noch aus. Und wenn das Bad wieder geöffnet hat, sind wir da, und es geht weiter“, betont er. Einen Mangel an Personal und Übungsleiter erwartet Cosler nicht. Alternativen zum Schwimmsport finden derzeit nur auf dem Trockenen statt, da die Bäder der Nachbarstädte dem Verein keine Kurszeiten anbieten konnten. Stattdessen hat sich eine Wandergruppe gebildet – und auch in der Turnhalle der Realschule und in den Räumen der Rehabilitations- und Behindertensportgemeinschaft wird trainiert. Für Bertha Mejia-Schäffer und ihre Teilnehmer in den Kursen ist das jedoch kein adäquater Ersatz für die Bewegung im Wasser. „Die Gesundheit der Bürger wird nicht wichtig genug genommen, und die Unzufriedenheit wächst“, sagt die Leiterin. Sie macht sich zudem Sorgen um die Kinder. „Hier wurde gleich nebenan eine Schule gebaut, und jetzt können die Schüler nicht mal Schwimmen lernen“, bedauert sie. Thomas Cosler ist erleichtert darüber, dass zumindest die Kinder-Schwimmkurse der Bürgerbad gGmbH jetzt an drei Tagen pro Woche im Wipperfürther Hallenbad stattfinden können.

Neben dem gesundheitlichen Aspekt vermissen die Frühschwimmer vor allem das gesellige Beisammensein. „Die Gruppen und Teilnehmer harmonieren untereinander“, bestätigt Horst Hellerling. Die Freundschaften, die zwischen den Frühschwimmern entstanden sind, haben bisher aber auch ohne Schwimmmöglichkeit Bestand.

IG Frühschwimmer

Gründung: 1993 sollte das Willi-Daume-Bad geschlossen werden. Durch die Gründung der IG Frühschwimmer konnte das verhindert werden. Auch die Gründung der Bürgerbad gGmbH 2008 hat den Erhalt des Bades gesichert.

Vorstand: Der Vorstand der IGF setzt sich zusammen aus Thomas Cosler (Vorsitzender), Karin Wroblowski (2. Vors.), Bernd Schuldner (Kassierer), Tanja Bauer (Sportwartin), Sabine Roß (Mitgliederverwaltung), Marcel Dietrich (Beisitzer).

Beitrag: Der Mitgliedsbeitrag pro Monat lag zuletzt bei 2,50 Euro für Erwachsene, 1,50 Euro für Kinder und Jugendliche, 4,50 Euro für Ehepaare sowie 6 Euro für Familien.

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