"Freundeskreis Rade": Acht Rader auf der Anklagebank

Symbolfoto: dpa
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Gestern verschickte die Kölner Staatsanwaltschaft eine umfangreiche Anklageschrift ans Landgericht: Im Mittelpunkt stehen darin Straftaten vom "Freundeskreis Rade". "Die Anklageschrift ist soeben fertig geworden - und wird nun ins Nachbargebäude zum Landgericht rübergerollt", berichtete gestern der Kölner Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn über den Abschluss der Ermittlungen gegen den "Freundeskreis Rade", dessen Mitgliedern die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen wird.

Rund zwanzig Beschuldigte aus der rechtsextremen Szene waren ins Visier der Ermittler geraten. Der Staatsschutz hatte im April 2012 großangelegte Hausdurchsuchungen in Radevormwald gestartet und neben diversen Waffen auch umfangreiche Computerdaten und Propagandamaterial sichergestellt. In den Fokus nahmen die Beamten dabei auch das Fraktionsbüro von Pro NRW im Haus Burgstraße 8. Aus dem Kreis der Beschuldigten seien acht Personen übrig geblieben, die sich nach Auffassung der Staatsanwaltschaft nun wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung verantworten müssen. "Diese Kerngruppe hat sich im Laufe der Ermittlungen herausgebildet", so Willuhn.

Vielfältige Palettean Straftaten

Die Palette an weiteren Vorwürfen ist dabei vielfältig. Insgesamt 15 gefährliche Körperverletzungen werde den Beschuldigten zur Last gelegt. Hinzu gesellen sich weitere Vorwürfe, wie die Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole und Propagandastraftaten: "Bis hin zur öffentlichen Aufforderung, Straftaten zu begehen".

Auch die übrigen zwölf Tatverdächtigen werden sich nach Auffassung Willuhns in separaten Gerichtsverfahren verantworten müssen. "Allerdings sind da die Vorwürfe nicht ganz so schwerwiegend."

Nur zwei Beschuldigte waren über 21 Jahre alt

Die Kerngruppe besteht aus jungen Menschen. Sechs von ihnen seien zum Zeitpunkt der Taten ab 2011 unter 21 Jahre gewesen - und gelten somit als Jugendliche bzw. Heranwachsende. "Nur zwei waren älter." Daher hängt es vom Ermessen der Richter ab, ob das mögliche Verfahren gegen die Mitglieder öffentlich oder hinter verschlossenen Türen stattfindet. Zunächst einmal hat das Landgericht zu prüfen, ob das Hauptverfahren eröffnet wird. "Da sind Fristen zu beachten. Auch die Beschuldigten bzw. ihre Rechtsvertreter werden die Anklageschrift erhalten."

Es sei eine Schrift, die durchaus umfangreich und komplex sei: "Schließlich galt es hierbei, das Tatgeschehen und die organisatorischen Strukturen der Gruppe in einem Zeitraum von über einem Jahr abzubilden", so der Oberstaatsanwalt, der keine Prognose abgeben will, wann der Prozess gegen den "Freundeskreis" stattfinden kann. "Es sitzt ja keiner in Untersuchungshaft. Dies wäre ein Grund, die Terminierung vorzuziehen."

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