Beruf

Firmen müssen sich attraktiv machen

Wie können Radevormwalder Unternehmer für sich Fachkräfte gewinnen? Diese Frage sollte das Webinar beantworten.
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Wie können Radevormwalder Unternehmer für sich Fachkräfte gewinnen? Diese Frage sollte das Webinar beantworten.

Webinar für Radevormwalder Betriebe zeigte, wie Arbeitgeber an Fachkräfte kommen können.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Radevormwald. Neben der teilweise schwierigen Material- und Rohstoffversorgung ist wohl der Fachkräftemangel das dringlichste wirtschaftliche Problem dieser Zeit. Doch wie kann man dem entgegenwirken? Es heißt, der Markt sei derzeit ein Arbeitnehmermarkt – die Bewerber könnten sich also die Arbeitsstelle, vor allem in den MINT-Berufen, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, aussuchen.

„Wohl kaum jemand im Mittelstand wird sich über mangelnde Aufträge beschweren können – viel schwieriger ist es da doch, die Aufträge auch erledigt zu bekommen“, sagt Zuzana Blazek vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. Mit dem Radevormwalder Unternehmer-Netzwerk und den Wirtschaftsförderungen der Stadt und des Oberbergischen Kreises fand ein Webinar zum Thema „Wie werden Sie ein attraktiver Arbeitgeber?“ statt. Knapp 20 Interessierte hatten sich zugeschaltet – ein Zeichen dafür, wie wichtig das Thema auch in Rade angesehen wird.

Die Referentin aus Köln erklärte den Teilnehmern, woher das Problem kam – und dass es kein neues sei. „Schon seit den 1970er Jahren sind die Geburtenzahlen rückläufig. Dazu kommt der demografische Wandel, der auf eine alternde Gesellschaft hinläuft“, sagte Zuzana Blazek.

Ohne schwarzmalen zu wollen, wies die Expertin darauf hin, dass man jetzt reagieren müsse: „In drei bis fünf Jahren kommt die große Rentenwelle – dann wird es richtig weh tun.“ Daher sei es wichtig, mit neuen Konzepten an die Problematik heranzugehen. „Unternehmen müssen sich für die Renten- und die Pflegewelle gut aufstellen – denn die Menschen wollen ihre Angehörigen so lange es möglich ist, zu Hause pflegen. Darauf müssen Arbeitgeber reagieren können“, sagte Zuzana Blazek. Auch die Lebensläufe seien heute anders – das Thema Work-Life-Balance spiele eine größere Rolle. Fachkräfte zu finden, sei also aus vielen Gründen schwierig – neben immer weniger jungen Menschen, zu wenig Zuzug und einer alternden Gesellschaft, bestehe immer noch die Tendenz zu Studium statt Ausbildung. „Es ist also Ihr Job, sich so attraktiv wie möglich zu machen“, sagte Zuzana Blazek den Anwesenden.

Doch wie kann das klappen? „Auf jeden Fall nicht durch ein zielloses Feuerwerk an Attraktivität – man braucht eine Strategie“, betonte die Wirtschaftsexpertin. Das sogenannte Employer-Branding sei der Schlüssel zum Erfolg. „Das ist aber ein langfristiger Prozess, der nicht in einer Woche erledigt ist“, sagte Zuzana Blazek. Es sei keine Option, es sei Voraussetzung, um künftig am Markt zu bestehen. „Früher war die Frage, was bringt der Bewerber mit? Heute lautet sie: Was bringen wir dem Bewerber?“, sagte sie.

Wichtig sei es, das zu verinnerlichen. Selbstbewusstsein sei essenziell: „Wissen, was man hat! Präsentieren, was man hat! Verbessern, was noch nicht läuft – und nicht die Konkurrenz vergessen“, fasste die Expertin zusammen.

Das Webinar machte allen Teilnehmern zwei Dinge deutlich: dass die Unternehmen handeln müssen. Und dass das Zeit und Engagement kostet.

Hintergrund

Rege Teilnahme: Marie Steinhauer, Wirtschaftsförderin in Radevormwald, betonte, dass es „wichtig sei, auf das Thema zu reagieren“. Denn es sei eben nicht nur „dort draußen, in der Welt“ so, sondern ganz genauso auch in der Stadt. Auch Nicole Breidenbach vom Oberbergischen Kreis freute sich über die rege Teilnahme.

Austausch: Das Webinar war vor allem eine Veranstaltung zum Zuhören – wobei zum Ende der anderthalbstündigen Veranstaltung auch die Möglichkeit zum Austausch bestand.

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