Netzwerk

Firmen handeln wie Sportler

Michael Scholz (l.) vom Netzwerk-Team moderierte die Veranstaltung mit Professor Dr. Gerhard Nowak, der über Gemeinsamkeiten im Sport und in Unternehmen referierte.

Wissenschaftler referierte beim Netzwerk der Radevormwalder Unternehmer.

Von Elke Teipel

Auf die Plätze, fertig los. Zum dritten Mal gab Professor Dr. Gerhard Nowak, Dekan Sport und Management der IST-Hochschule für Management Düsseldorf, beim Radevormwalder Unternehmer Netzwerk (RUN) den Startschuss zum Training. Der Hochschul-Lehrer und PR-Berater machte den Unternehmern im Gira-Schulungszentrum Beine. Er sprach zum Thema „Schneller, höher, weiter – der wert(e)volle Sport, eine Lebensphilosophie“.

Nowak sieht Sport als „Erziehungsmittel für die Bildung von sozialen Tugenden und moralischen Verhaltensweisen“. Die verkörpere idealtypisch der ehrbare Kaufmann, und der zeichne sich durch seinen Willen aus, Leistung zu zeigen. Energie ist gefragt, für RUN bedeute das: Energie für die Branche und für die Region. „Sie müssen nicht jeden Morgen das T-Shirt zerreißen, aber Sie müssen klar machen, dass Sie Energie in sich tragen“, erklärte der Experte, wie es geht.

Aus dem Leben eines Spitzensportlers: Job, Studium, Training und Wettkampf – unterm Strich blieben 600 Euro im Monat, rechnete Nowak vor. Das lohne sich eigentlich nicht. Und trotzdem treten die Sportler an. Pierre de Coubertin und die olympischen Ideale lassen grüßen. Keine große Sportskanone, sagt Nowak über den Gewinner der Goldmedaille in der Disziplin „Literatur“.

Coubertin habe der Jugend der Welt die Chance gegeben, zu zeigen, was in ihr steckt. Dazu gehöre „Eleganz in Perfektion“. Der Name des Sportlers stehe für Qualität – so wie der Name eines Unternehmens. Anders handeln, weil sie anders denken, nicht austauschbar sein, so skizzierte der Referent die Eigenschaften von Spitzenleute. Sie könnten auch verlieren, aber sie stünden immer wieder auf.

Eine geschenkte Medaille ist ohne Wert

„Wenn sie antreten, wollen Sportler Leistung im Wettbewerb zeigen“, machte Nowak deutlich. Eine geschenkte Medaille sei ohne Wert. Das gelte auch für Unternehmen – ein geschenkter Auftrag zähle nicht. Sie wollen an die Spitze, weil sie besser sind. Für diesen Moment auf dem Treppchen, so der Experte, leben die Sportler. „Wo möchten Sie auf dem Treppchen stehen?“, fragte er das RUN-Publikum.

Dr. Nowak mahnte: „Sie sind nicht der alleinige König.“ Das Stichwort laute Teamplayer. Alle Mitarbeiter des Unternehmens gehören dazu, sie spielen quasi einander den Ball zu. Weitere Eckpfeiler: keine Diskriminierung, kein Mobbing. „Freiwillig hält länger“, propagiert Nowak die Bindung an ethisch-moralische Prinzipien. „Holen Sie sich Starthilfe wie beim Bobfahren, helfen Sie neuen Mitgliedern und lassen Sie sich von jungen Menschen anschieben.“

NETZWERK

VERANSTALTUNGEN Es geht weiter mit dem „Tag der Ausbildung“, an dem sich Schüler und Unternehmen kennenlernen. Am 10. Juni 2017 veranstaltet RUN den 6. Tag der Ausbildung. 

GESUNDHEIT Im Frühjahr steht ein Infoabend zur betrieblichen Gesundheitsförderung in Kooperation mit dem life-ness an.

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