Schutz für Risikopatienten

FFP2-Masken sind noch ausreichend vorrätig

Dr. Ralph Bültmann von der Bergischen Apotheke bekam erst am Montag die Kartons mit rund 5000 FFP2-Masken geliefert. Fotos: Claudia Radzwill
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Dr. Ralph Bültmann von der Bergischen Apotheke bekam erst am Montag die Kartons mit rund 5000 FFP2-Masken geliefert.

Auch in Radevormwald gab es Warteschlangen vor den Apotheken.

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Senioren und chronisch kranke Personen bekommen deutschlandweit in der Corona-Pandemie drei kostenlose FFP2-Masken vor dem Fest. So hat es Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verkündet. 2,5 Milliarden Euro nimmt der Bund dafür in die Hand. Die Aktion startete am Dienstag. Unglücklich terminiert, am Tag vor dem Lockdown war sowieso viel los in den Städten. Die Apotheker appellierten deshalb, nicht gleich am ersten Tag zu kommen. Denn Apotheken bleiben trotz des Lockdowns weiterhin geöffnet.

Das Interesse an den FFP2-Masken ist aber gerade bei Risikopatienten groß. So war der Ansturm mancherorts dennoch groß und mancher Apotheke gingen die Masken aus. Wie sah es in der Bergstadt aus? Vor der Bergischen Apotheke am Schlossmacherplatz, bildete sich am Dienstagvormittag tatsächlich eine Warteschlange vor der Tür. „Doch alles blieb überschaubar“, sagte Dr. Ralph Bültmann, Inhaber der Bergischen Apotheke. Er hatte im Vorfeld einen viel größeren Ansturm befürchtet.

„Die Kunden warteten geduldig und mit Abstand, bis sie an der Reihe waren.“
Cathrin Schmitz, Inhaberin der Löwen-Apotheke

Sicherheitshalber hatte Bültmann einen Sicherheitsdienst an die Tür gestellt, der auf den nötigen Abstand achten sollte. Doch den hielten die Kunden diszipliniert von sich aus ein. Bültmann hatte erst am Montag – einen Tag zuvor – 5000 FFP2-Masken geliefert bekommen. Am Mittag. „Montagvormittag habe ich noch gebangt, ob etwas ankommt“, erzählte er. Gleichzeitig gab es noch eine neue Fassung der Corona-Schutzmaskenverordnung zur Abgaberegelung. Alles kam kurzfristig, wie so oft in der Corona-Krise. „Aber es war am Ende händelbar.“

Zwei Apotheken besitzt Dr. Ralph Bültmann. Neben der Bergischen Apotheke hat er an der Kaiserstraße noch die Fuchs-Apotheke. „Nehme ich beide Standorte zusammen, sind am ersten Tag rund 700 FFP2-Masken ausgegeben worden,“ berichtete er am Dienstagabend. Dennoch: Zwei Drittel der Kunden, schätzt er, kamen am Dienstag nur wegen der Masken in die Apotheke.

Cathrin Schmitz, Inhaberin der Löwen-Apotheke, und ihr Vater Henner Geißler hatten am Dienstag viel zu tun. Auch das Ehepaar Herminghaus holte sich die FFP2-Masken ab.

Auch bei Cathrin Schmitz, Inhaberin der Löwen-Apotheke an der Kaiserstraße, kamen viele Kunden am Dienstag hauptsächlich wegen der Masken. Doch: „Wenn es zu Warteschlangen kam, waren die nicht allzu lang. Die Kunden warteten geduldig und mit Abstand, bis sie an der Reihe waren,“ berichtete sie. Es gibt eine Einbahnregelung in der Apotheke. „Die hat sich bewährt“, sagte die Apothekerin.

Einige Kunden hatten in den Nachrichten gehört, dass es in Apotheken anderer Städte keine Masken mehr gibt. „Die kamen schon in der Angst, keine mehr zu bekommen.“ Das sei aber keinesfalls der Fall, kann Cathrin Schmitz beruhigen. Rund 4000 Masken kann sie vergeben. 1200 Stück wurden bisher abgeholt.

„Einiges mehr los als an normalen Tagen“, vermeldete ebenso die Wupper-Apotheke in der Keilbeck. Das Team hatte vorsorglich schon einen Tisch vor der Apotheke aufgestellt. „Dort gab es nur die FFP2-Masken“, sagte Barbara Dargel. Das habe gut geklappt, so dass auch die Warteschlange nie lang wurde. Auch dort gibt es noch genug Masken.

Die einmalige Abgabe der drei kostenlosen FFP2-Masken läuft bis zum 6. Januar. Ursprünglich lief die Abgabefrist am 31. Dezember aus. Ab 1. Januar sollte es für die Risikogruppe dann zwei fälschungssichere Coupons für je sechs weitere Masken geben, die die Krankenkassen oder die privaten Versicherungen verschicken. Dr. Ralph Bültmann hat jedoch vernommen, dass das mit dem Datum nicht klappt. „Es wird sich mit dem Verschicken auf Mitte Januar verschieben“, prognostiziert er. In zwei festgesetzten Zeiträumen können diese Coupons dann bis Mitte April 2021 eingelöst werden. Pro Coupon müssen zwei Euro zugezahlt werden. FFP2-Masken kosten normalerweise rund sechs Euro pro Stück.

FFP-Masken

FFP-Masken schützen vor partikelförmigen Schadstoffen wie Staub, Rauch und Aerosole. Es gibt sie in den europaweit normierten Schutzstufen FFP1, FFP2 und FFP3. Atemschutzmasken mit höheren Schutzstufen filtern effektiver und dürfen daher gegen gesundheitsschädlichere Schadstoffe und höhere Schadstoffkonzentrationen eingesetzt werden. FFP2-Masken filtern Partikel besonders wirksam aus der ein- und ausgeatmeten Luft. Sie bieten allerdings auch keinen 100-prozentigen Schutz gegen das Coronavirus. Am Anfang der Pandemie waren FFP2-Masken – wie alle medizinische Masken und medizinische Schutzkleidung – Mangelware in Deutschland.

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