Feuerwehrorchester

Federico Ferrari gibt den Taktstock ab

Der Leiter und die Musiker des Radevormwalder Orchesters bei ihrer jüngst mit Gold gekrönten Darbietung in Freiburg.
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Der Leiter und die Musiker des Radevormwalder Orchesters bei ihrer jüngst mit Gold gekrönten Darbietung in Freiburg.

Nach fünfeinhalb Jahren zieht der Leiter des Feuerwehrorchesters den Schlussstrich

Von Wolfgang Weitzdörfer

Radevormwald. Das Orchester der Radevormwalder Feuerwehr gehört zu den besten seiner Art. Und zwar bundesweit, wie erst im September noch durch die Gold-Medaille beim Bundeswettbewerb der Feuerwehrorchester in Freiburg bestätigt worden ist.

Umso überraschender ist es da, dass der Dirigent Federico Ferrari zum Jahresende seine Position als Orchesterleiter aufgibt. „Ich war fünfeinhalb Jahre mit dabei“, sagt Ferrari bei einer kleinen Abschieds- und Weihnachtsfeier des Feuerwehrorchesters Mitte Dezember. Ferrari hat die Orchesterleitung von Thomas Klöckner übernommen, der das Ensemble 30 Jahre lang geleitet hatte. „Thomas Klöckner kam aus dem Orchester, hat die Leitung übernommen – und ist lange geblieben“, sagt Musikzugleiter Stefan Biermann.

Ferrari erinnert sich noch gut an seine Anfangszeit. „Ich habe von der freiwerdenden Stelle im November 2016 erstmals gehört und mich beworben“, sagt er. Eigentlich sei er Tubist, habe in seiner Heimat Italien, in den Niederlanden und in Deutschland Musik studiert. „Heute arbeite ich aber nur noch als Dirigent“, sagt er.

Das erste Konzert mit seinem neuen Orchester sei dann nur wenige Wochen nach seiner Anstellung gewesen – das traditionelle Herbstkonzert im Jahr 2017. „Das war mein erster Auftritt – und nur wenige Monate später haben wir das erste Wertungsspiel gehabt. Und gewonnen“, sagt Ferrari. Insgesamt drei Mal habe er sein Orchester ganz nach oben aufs Siegertreppchen geführt. Nach 30 Jahren unter einer Leitung habe sich einiges geändert – ganz natürlich, wenn ein neuer Dirigent an Bord gekommen sei. „Wir haben viele neue Stücke gespielt und auch sonst eine Menge neuer Dinge ausprobiert“, sagt Ferrari. Mit einer Einschränkung: „Denn dann kam die Corona-Pandemie“, sagen Ferrari, Biermann und die stellvertretende Musikzugsleiterin Ina Kirschsieper unisono. Die Musiker hätten ein halbes Jahr gar nicht proben können, im weiteren Verlauf hätten sie dann das Gemeindehaus in Keilbeck als Probelokal nutzen können, in dem mehr Platz sei. „Das war wichtig, um die Abstände zueinander einhalten zu können. Es gab auch Plastikglasscheiben zwischen den einzelnen Musikern – als Spuckschutz“, sagt Biermann.

In den vergangenen fünfeinhalb Jahren habe er beim Feuerwehrorchester eine Menge gelernt, betont Ferrari: „Es waren viele Erfahrungen, gute Erlebnisse und viele schöne Stücke.“ Da auch das Orchester mit ihm vollkommen zufrieden sei – und sich auch eine freundschaftliche Beziehung entwickelt habe, stelle sich doch die Frage, warum es Ferrari nun zu neuen Ufern ziehe. „Ich denke, dass es gut ist, nach einer gewissen Zeit, einen Wechsel zu haben“, sagt der Dirigent, „ich glaube, dass das für alle Beteiligten gilt.“ Innerhalb des Orchesters akzeptiere man die Entscheidung natürlich, und man gehe auch keineswegs im Unguten auseinander, betont Biermann: „Es hat immer zwei Seiten. Denn es waren wirklich wunderbare Jahre – und jetzt werden wir eben in aller Ruhe nach einer Nachfolge suchen.“

Ferrari selbst blicke gerne zurück – und nach vorne. „Besonders tolle Erlebnisse hatte ich mit dem Orchester immer bei den Probewochenenden. Die machten wir vor jedem größeren Konzert“, sagt der scheidende Dirigent. Es sei immer eindrucksvoll gewesen, das Orchester am Freitagabend, meist direkt von der Arbeit kommend, zu erleben – und dann die Entwicklung über das Wochenende hin mitzubekommen. „Die Verbesserung konnte man immer kaum messen, so groß war sie. Am Sonntagabend habe ich mir dann immer überhaupt keine Sorgen mehr über das Konzert oder den Wettbewerb gemacht“, sagt Ferrari und lacht. Und wieder ernst: „Ich habe keinerlei Bedenken, dass das Orchester auch ohne mich weiter seinen Weg gehen wird.“

Hintergrund

Nachfolge: Zwar solle es sehr gut passen – „lieber dauert es ein, zwei Wochen länger“, sagt Stefan Biermann –, aber natürlich wünsche man sich im Feuerwehrorchester möglichst bald eine Nachfolge für Federico Ferrari. „Man sollte die Befähigung zum Dirigat mitbringen, entweder aus einem Musikstudium heraus – oder aber durch langjährige Erfahrung“, sagt der Vorsitzende des Feuerwehrorchesters.

Kontakt: Wer sich für die Stelle interessiert, kann sich per Telefon unter Tel. (0170) 3162760 oder per E-Mail an das Feuerwehrorchester wenden.

mzfue@feuerwehrorchester.de

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