Begrüßung von Neubürgern

Familienhebammen helfen beim Start

Claire Peter (li.) und Susanne Hessing besuchen Neugeborene in Rade. Buchhändler Thomas Halbach spendet Krabbelbücher.  Foto: Antje Dahlhaus
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Claire Peter (li.) und Susanne Hessing besuchen Neugeborene in Rade. Buchhändler Thomas Halbach spendet Krabbelbücher.

Eltern von Neugeborenen werden künftig von Claire Peter und Susanne Hessing besucht.

Von Antje Dahlhaus

Dass sie Spaß an ihrem Job haben, sieht man Ihnen an: Claire Peter und Susanne Hessing sind die neuen Familienhebammen in Radevormwald, die alle Eltern von Neugeborenen in der Bergstadt besuchen – falls gewünscht.

Bislang war die Begrüßung von Neubürgern an das Jugendamt der Stadt gekoppelt. Jetzt geht die Stadt mit dem privaten Träger neue Wege. „Ziel ist, dass die Hemmschwelle für dieses Angebot möglichst gering ist“, erläutert Inge Schumacher, Geschäftsführerin für den Verbund der katholischen Kirchengemeinden im Oberbergischen Kreis, der auch Träger der Psychologischen Beratungsstelle in Wipperfürth ist.

Nur noch wenige Eltern würden den Besuch ablehnen

Ein Besuch des Jugendamtes habe bei einigen Familien immer auch die Furcht geweckt, es könne sich um Kontrolle handeln. „Das hat auch die Stadt erkannt“, sagt sie. Mit dem freien Träger sei man unabhängig, und die bisherige Praxis in den vergangenen Monaten zeige, dass nur wenige Eltern den Besuch ablehnen.

Standpunkt von Nadja Lehmann

„Es ist eine sehr abwechslungsreiche Tätigkeit und es macht oft auch Freude, kleine Fortschritte zu sehen“, sagt Susanne Hessing, die den Job als Hebamme und als Familienhebamme in Solingen schon länger ausübt. Bis zu einem Jahr darf eine Familienhebamme die Familie unterstützen – auch beim Ausfüllen von Formularen für das Erziehungsgeld. Ein Feld, das der 52-jährigen Mutter von zwei Kindern besonders wichtig ist, „ist die Bindungsförderung“. Zu sehen wie Eltern und Kinder ihre Beziehung stärken, mache viel Freude.

„Paaren und Familien einen guten Start zu ermöglichen“, war für Claire Peter (39) Motivation, nach langjährigem Job im Kreißsaal in Hagen-Haspe, auf Familienhebamme umzuschulen.

Unterstützt werden die Familienhebammen auf ihrem ersten Gang zu den neuen Familien finanziell nicht nur von der Stadt und dem Träger Katholische Kirche, sondern auch von Buchhändler Thomas Halbach. Der Inhaber der Bergischen Buchhandlung stiftete 100 „Kribbel-Krabbel-Bücher“, die bei den Erstbesuchen den Familien geschenkt werden. Die Fingerspielbände sind für ihn der erste Kontakt von Kindern mit dem Medium Buch. „Natürlich ist später auch das Vorlesen ganz wichtig, dass heute im Wesentlichen von der Generation der Großeltern noch gelebt wird“, sagt er. Doch um Freude am Buch zu vermitteln, da reicht es am Anfang aus, wenn der Zeigefinger zum Elefantenrüssel wird.

Nach dem Erstbesuch entscheiden die Familien oder die Alleinerziehenden, ob sie noch weitere Male von den Familienhebammen kontaktiert werden wollen. Bis zu einem Jahr können sie dies tun, auch, wenn sie weitere Hilfe nach dem Erstbesuch erstmal abgelehnt haben. Kontakt über die Beratungsstelle des Psychologischen Dienstes in Wipperfürth: Tel.: 02267-3034.

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