Museum

Exponate sind wieder da, wo sie herkamen

Diese Zweiräder verbergen etwas Besonderes: Sie sind Doppelvergaser und damit sehr selten.
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Diese Zweiräder verbergen etwas Besonderes: Sie sind Doppelvergaser und damit sehr selten.

Das Bismarck-Zweiradmuseum feiert an der Leimholer Straße Wiedereröffnung

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Erfreuliches gibt es vom Bismarck Zweiradmuseum zu berichten. Am neuen Standort an der Leimholer Straße wird endlich eröffnet. Am heutigen Samstag gibt es einen kleinen Festakt mit geladenen Gästen, am morgigen Sonntag, 27. November, steht das Museum dann wieder für Besucher und Besucherinnen offen. „Wir öffnen an diesem Sonntag bereits um 11 Uhr“, hebt Hartmut Behrensmeier vor Vorstandsteam hervor.

Die Interessengemeinschaft (IG) Bismarck hat 2021 mit der Sanierung des ehemaligen Bismarck-Werkes an der Leimholer Straße begonnen. Der Verein hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die alten Zweiradschätzchen – zuvor in Räumen der Schlossmacher-Galerie ausgestellt - an ihren einstigen Fertigungsort zu zeigen. „An diesen historischen Ort gehört das Zwei-Radmuseum hin“, erklärten Hartmut Behrensmeier und Vereinspräsident Hans-Joachim Sommer schon 2018.

Die Freude über die Wiedereröffnung des Bismarck-Zweiradmuseums ist groß, v.l. Hans-Joachim Sommer (Zweirad-Museum), Janine Lazzarulo (Naturarena), Hartmut Behrensmeier (Zweirad-Museum), Kirsten Hackländer (Tourismusbeauftragte Stadt) und Bürgermeister Johannes Mans.

Gestellt wurde für die Sanierung ein Antrag auf Leader-Förderung, der dann auch genehmigt wurde. „Damit konnten wir jetzt die komplette Elektrik erneuern, so dass unsere Exponate ins rechte Licht gerückt werden“, sagt Sommer.

Der Zeitplan für die Sanierung war sportlich. „Die letzten Tage und Wochen waren sehr hektisch, wir haben mit der heißen Nadel gestrickt“, erzählt Behrensmeier. „Wir hatten uns viel vorgenommen“, ergänzt Hans-Joachim Sommer. „Wir haben uns dabei mehrere Meilensteine gesetzt, die es zu erreichen gab.“

Die finanzielle Frage und die Sanierung waren das eine, doch für das Gebäude, das zuletzt ein Fitnessstudio beherbergte, musste zunächst eine Nutzungsänderung her. Großen Dank spricht Sommer der Radevormwalder Stadtverwaltung aus: „Wir stießen auf offene Türen, man hat uns überall unterstützt.“

Vom Bürgermeister Johannes Mans wiederum gibt es großes Lob für die Interessengemeinschaft. „Es ist eine Win-Win-Situation. Sie stecken so viel Herzblut ins Museum. Das Museum ist über die Stadtgrenzen hinaus bekannt, das kommt auch wieder der Stadt zugute.“

Pünktlich zur Eröffnung stehen neue Hinweisschilder an der Leimholer Straße. Dank der Unterstützung der Naturarena/Das Bergische prangt am Gebäude selbst eine große 4,5 mal 4 Meter große Tafel mit dem Hinweis aufs Museums. Janine Lazzarulo, Assistentin der Geschäftsführung, hat sich darum gekümmert, hat die Gespräche mit Hartmut Behrensmeier geführt und die Gestaltung mit einer Werbeagentur festgezurrt. „Wir werden auch über unsere Social-Media-Kanäle Werbung fürs Bismarck-Zweiradmuseum machen“, sagt sie.

Mit dem Standortwechsel der Ausstellung gibt es auch einen neuen Namen. Ab sofort heißt es „Lebendiges Bismarck Zweirad-Museum“. „Wir heben damit hervor, dass man alle unsere Exponate anfassen kann - und dass alle fahrbereit sind“, sagt Hartmut Behrensmeier.

Zur Feier der Eröffnung weist das Museumsteam sogleich auf drei neue besondere Exponate hin. Da ist zum einen ein großes dickes in Leder gebundenes Buch. Es erzählt die Geschichte Otto von Bismarcks, dem Namensgeber der einstigen Bismarck-Werke in Bergerhof. Erschienen ist es 1896. Gerd Jajschik, Sammler antiker Fahrräder und bekannt durch die Fernsehsendung „Bares für Rares“ hat das Buch auf einem Antikmarkt erstanden – und es dem Museum übergeben. Ebenso wie eine Büste des Altreichskanzlers.

„Von dem Buch wurden seinerzeit nur 1000 Exemplare aufgelegt“, berichtet Hartmut Behrensmeier. Viele gebe es nicht mehr davon. Das Exemplar, das sich nun im Museum befindet, ist Nummer 918. Dann gibt es noch zwei neue motorisierte Zweiräder. Dieter Kasper, der sich um alles Technische kümmert, erklärt: „Es sind Doppelvergaser - und die sind sehr selten.“ Eine Maschine stammt aus dem Jahr 1952, die andere hat das Baujahr 1955. Der Ausstellungsraum ist in Themenbereiche gegliedert. So zeigt ein Bereich ausschließlich motorisierte Zweiräder aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Besonderheit: Die Rahmen sind alle grün, nach dem Krieg gab es nur noch schwarze.

Hintergrund

Museum: Das Bismarck-Zweiradmuseum, Leimholer Straße 3, ist sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Gruppenführungen unter Tel. (0171) 5582326. Der Eintritt beträgt 4 Euro/bis 17 Jahre frei.

Eröffnung: Zur Wiedereröffnung am morgigen Sonntag, 27. November, ist das Museum zwischen 11 und 17 Uhr geöffnet. Zum Eintrittspreis gibt es eine Waffel und Tasse Kaffee dazu.

Festakt: Am heutigen Samstag findet ein kleiner Festakt statt. Teilnehmen werden Bürgermeister Johannes Mans, Dr. Uhr Morgenstein von der Otto-von-Bismarck-Stiftung, Friedhelm-Julius Beucher vom DBS und Ursula Mahler für Leader.

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