Förderung läuft aus

Er verlässt die Wupperorte in unruhigen Zeiten

David Truszczynski wurde 2021 Nachfolger von Quartiersmanagerin Marie Steinhauer. Nun warten neue Aufgaben auf ihn.
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David Truszczynski wurde 2021 Nachfolger von Quartiersmanagerin Marie Steinhauer. Nun warten neue Aufgaben auf ihn.

David Truszczynski war 22 Monate Quartiersmanager.

Von Stefan Gilsbach

Von Radevormwald hatte David Truszczynski zwar schon gehört, als er erstmals seine neue Arbeitsstelle besuchte, doch die Wupperorte waren für den damals 33-Jährigen neu. „Marie Steinhauer, meine Vorgängerin, hat mit mir eine Rundfahrt unternommen“, blickt der Quartiersmanager zurück. Und wie war sein erster Eindruck? „Landschaftlich wunderschön, eindrucksvolle Industriekulissen. Ich konnte mir vorstellen, wie hier das Leben einmal prosperiert hat. Aber es war auch deutlich, dass einiges zu tun war.“

Ein Jahr und drei Monate lang war der Mitarbeiter des Instituts für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung (InWIS) aus Bochum als Quartiersmanager für die Wupperorte zuständig. Nun, zum Ende des Jahres, läuft dieses Förderprojekt aus. Ziel war, das Leben in den Ortsteilen und seine Bewohner auf vielfältige Weise zu aktivieren. „Der Erfolg hängt davon ab, ob man die Einwohner mitnehmen kann“, sagt Truszczynski.

Manche Ideen scheiterten ander schwierigen Corona-Lage

Die Corona-Pandemie hatte die Arbeit des Quartiersmanagements natürlich beeinträchtigt. Dennoch kann der Quartiersmanager auf eine Reihe Projekte zurückschauen, die er gemeinsam mit Bewohnern der Wupperorte umgesetzt hat. Um einige zu erwähnen: Die Aktionswoche „Wir laufen fürs Quartier“, die Beantragung der mobilen Spielebox für den Dahlerauer Turnverein (DTV), das Wunschbaumprojekt im Seniorenheim im Haus Thiele, die Martinszüge, die QR-Code-Aktion. Nicht alles konnte umgesetzt werden, der Adventsmarkt im Jahr 2021 scheiterte an der schwierigen Corona-Situation.

Als im September 2022 die erste Wupperkonferenz im Wülfingmuseum stattfand, konnte sich Truszczynski über ein großes Interesse der lokalen Akteure freuen. Bei der zweiten Konferenz im November war die Stimmung angespannter, erst nach unerquicklichen Diskussionen wurden Rosemarie Kötter und Armin Barg zu Sprechern gewählt. Leider starb Barg nur wenige Wochen später. „Das war ein Schlag“, sagt Truszczynski.

Für die Wupperorte braucht es einen neuen „Kümmerer“

Der Quartiersmanager verlässt die Wupperorte somit in einer Situation, in der sich neue Strukturen noch entwickeln müssen. Die Stadtverwaltung hat angekündigt, dass im Bürgertreff am Siedlungsweg, der gerade baulich fit gemacht wird, regelmäßig Sprechstunden für die Bürger zu verschiedenen Themen stattfinden sollen. Doch die Rolle des Koordinators und „Kümmerers“ muss neu gefüllt werden. Neben Rosemarie Kötter will auch Jochen Pries, der Leiter des Jugendzentrums Life, hier aktiv werden.

„Einen solchen Prozess zu verstetigen, das kann einige Zeit dauern“, erläutert der scheidende Quartiersmanager. Manche Aktionen, die vom Quartiersbüro angestoßen wurden, konnten allerdings bereits organisatorisch in neue Hände übergeben werden. „Der Bürgerverein für die Wupperorte möchte beispielsweise den ,Tag der Nachbarschaft‘ übernehmen“, sagt er. Gerade solche Gemeinschaftsaktionen, die saisonal angeboten werden, stießen erfahrungsgemäß auf große Resonanz. Wichtige Werkzeuge für die Quartiersmanager der vergangenen Jahre waren nicht zuletzt die Internetpräsenz qm-wupperorte.de und die sozialen Medien. Mit einem Blog und mit Postings auf Facebook und Co. konnten die Menschen in den Ortschaften rasch erreicht werden.

Auf der Internetseite hat der scheidende Quartiersmanager nun auch einige Abschiedsworte veröffentlicht, mit einem Dankeschön an die Radevormwalder Verwaltung – und natürlich an die Wupperaner: „Wir haben uns zu jeder Zeit in den Wupperorten willkommen gefühlt, und ohne Euch wäre die Umsetzung der vielen tollen Aktionen und Projekte im Quartier nicht möglich gewesen.“

Marie Steinhauer, die im Jahr 2020 das Quartiersmanagement übernahm, hat ihre berufliche Zukunft in Radevormwald gefunden, sie ist inzwischen Wirtschaftsförderin der Stadt. David Truszczynski zieht es künftig zu neuen Ufern, er hat bereits ein weiteres Projekt in Aussicht. Weit weg von Radevormwald wird es ihn nicht verschlagen, sagt er. Den neuen Arbeitsort möchte er noch nicht konkret verraten. „Es wird aber im Bergischen Land sein.“

Zur Person

David Truszczynski hat den Bachelor-Studiengang Gesundheit und Sozialraum absolviert und jahrelang Berufserfahrung als Heilerziehungspfleger gesammelt. Quartierarbeit hat er bereits in Projekten in Oberhausen betrieben. Sozialraumgestaltung und Quartierentwicklung sind seine Fachgebiete. Truszczynski lebt mit Frau und Kind in Dinslaken im Kreis Wesel.

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