Politik

Er möchte auch nach Lützerath fahren

Grüne: Leon Stank unterstützt Proteste.

Von Stefan Gilsbach

Die Räumung des Braunkohleorts Lützerath beherrscht die Schlagzeilen. Wie es am Freitag hieß, ist die oberirdische Räumung der Siedlung durch die Polizei weitgehend abgeschlossen, die Holzhütten wurden abgerissen, einige Aktivisten haben sich noch in einem Tunnel verschanzt.

Leon Stank, der Vorsitzende des Ortsverbandes von Bündnis 90/Grüne in Radevormald, steht klar hinter den Protestlern. Und er hat vor, selber nach Lützerath zu fahren, um dort mit anderen ein Zeichen zu setzen: „Ich wollte ursprünglich am Samstag hin, aber habe noch einen wichtigen Termin, ein Klimaseminar.“ Er findet es toll, dass sich so viele junge Menschen für die Sache des Klimaschutzes engagieren. Und er regt sich darüber auf, dass manche Politiker von „Klimaterrorismus“ sprechen, wenn sie über die Proteste reden. „Terrorismus, das ist für mich Al Qaida“, sagt er. „Die Protest in Lützerath sind größtenteils friedlich.“

Manche Kritiker bezweifeln, ob es Sinn macht, für etwas zu protestieren, das nach Lage der Dinge nicht mehr zu verhindern ist. Leon Stank räumt ein, dass es dabei auch um Symbolik geht „und darum, die Räumung zumindest zu verzögern“. Man müsse der Öffentlichkeit noch einmal klar machen, dass der dortige Braunkohleabbau faktisch den größten CO2-Ausstoß in Europa bedeute.

Zugleich gibt der Grünen-Politiker zu, dass seine Partei in NRW in einer „schwierigen Position“ sei. Schließlich sind viele der Klimaschützer junge Grüne, die sich nun enttäuscht zeigen von der Politik der schwarz-grünen Landesregierung. Tatsächlich hatten Aktivisten am Donnerstag die Parteizentrale der Grünen in Düsseldorf besetzt. „Man muss aber sagen, dass viele der Entscheidungen, die nun umgesetzt werden, von der schwarz-gelben Vorgängerregierung eingespielt wurden“, betont Stank.

Durch den Termin am Samstag wird er einen prominenten Besuch in Lützerath verpassen: Klimaschutz-Ikone Greta Thunberg hat sich angekündigt.

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