Energiekrise

Energiesparen – Politik wird ungeduldig

Viele Städte haben bereits angekündigt, wie sie künftig Energie sparen werden. In Radevormwald fordert unter anderem die FDP-Fraktion rasche Informationen von der Stadtverwaltung.
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Viele Städte haben bereits angekündigt, wie sie künftig Energie sparen werden. In Radevormwald fordert unter anderem die FDP-Fraktion rasche Informationen von der Stadtverwaltung.

FDP fordert Auskünfte, wie in städtischen Gebäuden Energie gespart werden soll.

Von Stefan Gilsbach

Es dürfte das große Thema der zweiten Jahreshälfte werden: die Energieversorgung. Angesichts der Abhängigkeit Deutschlands von russischem Gas drohen in Herbst und Winter Engpässe. In vielen Städten haben die Verwaltungen bereits über laufende oder geplante Maßnahmen zum Energiesparen informiert.

Auch aus der Politik in Radevormwald kommt nun der Wunsch, über die Pläne der Stadt zum Energiesparen zeitnah informiert zu werden. Eine entsprechende Anfrage hat die Fraktion der FDP an Bürgermeister Johannes Mans geschickt. Die Liberalen möchten gerne „über geplante beziehungsweise bereits umgesetzte Maßnahmen der Energieeinsparungen bei städtischen Gebäuden, wie auch im Rathaus selbst, in Kenntnis gesetzt werden.“ Und: „Durch die allgemein bekannten Verschärfungen der Gasmangellage wird es in den kommenden Wochen und Monaten zu Verfügbarkeitsengpässen beim Gas, wie auch bei anderen Energieträgern wie Strom, Öl, Holz oder Biomasse kommen. Auch Preisdynamiken werden Thema sein. Wird es durch Preiserhöhungen notwendig sein, einen Nachtragshaushalt aufzustellen?“, möchte die FDP-Fraktion wissen. Da alle Bürger aktuell aufgefordert werden, Energie einzusparen, fände man es gut, von der Verwaltung Auskünfte zu erhalten, wie sie mit gutem Beispiel vorangehe. Da der Hauptausschuss erst am 6. September stattfinde, „freuen wir uns über eine Vorabinformation“, schreibt Fraktionsvorsitzende Annette Pizzato.

Stadt will noch im August darüber informieren

Stadtreferentin Flora Treiber teilte mit, dass die Stadt bereits ein Konzept zu kurz- und langfristigen Energiesparmaßnahmen in städtischen Gebäuden vorbereite. Politik und Öffentlichkeit sollen noch im August darüber informiert werden. Dass einige Maßnahmen auch in Rade bereits getroffen wurden, war vor einigen Tagen öffentlich geworden: SPD-Ratsherr Hans Golombek hatte darauf hingewiesen, dass die Senkung der Beckentemperatur im Freizeitcenter „life-ness“ von Seniorinnen und Senioren kritisiert worden sei, da das Wasser nun zu kalt sei. Die Temperatur war, wie Betriebsleiter Mario Banse auf Anfrage erklärte, von 27,8 auf 26,8 Grad Celsius gesenkt worden. Wer meint, dass so eine Maßnahme nicht viel bringt, täuscht sich: Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen hat durchgerechnet, dass beispielsweise bei einer Verringerung der Wassertemperatur um zwei Grad der Energieverbrauch um 25 Prozent reduziert werden könne.

Dietmar Stark, Fraktionsvorsitzender der Radevormwalder SPD, betont, dass es bei der Anfrage zur Beckentemperatur im „life-ness“ nicht darum gegangen sei, die Sparmaßnahmen grundsätzlich in Frage zu stellen: „Es geht um das Informationsbedürfnis.“ Angesichts der Herausforderungen, die durch die Gaskrise auf die Bevölkerung zukomme, müsse man dieses Thema auch offensiv in der Öffentlichkeit vertreten.

Der Bergische Abfallwirtschaftsverband (BAV) bietet zum Thema Energieeffiziente Wohngebäude eine Reihe von kostenfreien Vorträgen an. Vom 16. August bis zum 6. September können sich interessierte Bürger jeweils ab 18 Uhr für gut eineinhalb Stunden online zu verschiedenen Themen des energieeffizienten Bauens, Sanierens und Wohnens informieren – und das kostenfrei. Anmeldung: www.metabolon.de

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