Strom sparen im life-ness

Ein Grad kälter – Senioren frieren im Bad

Blick ins Innere des Freizeitbades „life-ness“. Wie in anderen Hallenbädern auch, hat man hier die Wassertemperatur reduziert, um angesichts der aktuellen Probleme bei der Energieversorgung zu sparen. Das gefällt nicht allen Gästen.
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Blick ins Innere des Freizeitbades „life-ness“. Wie in anderen Hallenbädern auch, hat man hier die Wassertemperatur reduziert, um angesichts der aktuellen Probleme bei der Energieversorgung zu sparen. Das gefällt nicht allen Gästen.

Ältere Besucher beschweren sich über die Temperatur-Senkungen in den Becken.

Von Stefan Gilsbach

Radevormwald. Schon jetzt schwören Politiker und Verwaltung die Bürger auf die kalte Jahreszeit ein. Wegen des Ukraine-Krieges und der problematischen Abhängigkeit Deutschlands von russischem Gas muss mit Engpässen gerechnet werden. Heizkosten zu sparen, sei daher das Gebot der Stunde. Zwar hat die Stadt Radevormwald noch kein Konzept vorgelegt, wie in den städtischen Gebäuden künftig Energie eingespart wird, doch soll dies in den kommenden Wochen vorgestellt werden. Offensichtlich wurden bereits Fakten geschaffen, beispielsweise bei der Wasser-Temperatur in den Becken des „life-ness“. Das geht zumindest aus einem aktuellen Schreiben der SPD-Fraktion hervor. Ratsherr und Fraktionssprecher Hans Golombek hat für die Sozialdemokraten im Rat einen Brief an die Leitung des Freizeitbades geschickt. 

„Ich habe von verschiedenen Teilnehmern an Wassergymnastik-Kursen erfahren, dass die Wassertemperaturen in beiden Wasserbecken des life-ness abgesenkt wurden“, schreibt Golombek. Manchen sei dadurch die Wassertemperatur so unangenehm kalt geworden, dass sie ihren Besuch des life-ness abgebrochen haben.“ Es sei verständlich, dass sich das Bad darum bemühe, Heizkosten einzusparen, erklärt der SPD-Ratsherr. Es sei auch einsehbar, dass jüngeren sportlichen Schwimmern die Absenkung der Wassertemperatur um einige Grad Celsius nicht viel ausmache. „Aber befürchten Sie nicht, dass älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die vor allem das Therapiebecken im Rahmen ihrer Kurse nutzen, der Aufenthalt im life-ness verleidet werden könnte?“, fragt Hans Golombek die Verantwortlichen.

Doch um wie viele Grad wurde denn eigentlich die Temperatur gesenkt? Mario Banse, Betriebsleiter des „life-ness“, hat die Antwort: um ein Grad. „Die normale Becken-Temperatur beträgt 27,8 Grad Celsius“, erklärt er. „Wir haben nun, um Heizkosten zu sparen, auf 26,8 Grad reduziert.“

Nach Sanierung gehen auch unterschiedliche Temperaturen

Theoretisch könne man verschiedene Becken auch mit unterschiedlichen Temperaturen heizen, erläutert der Fachmann. Und Sportbecken müssen auch grundsätzlich weniger intensiv geheizt werden als Mehrzweckbecken. „Das ist im life-ness technisch aber noch nicht möglich, weil wir nur eine Wasseraufbereitungsanlage haben.“

Das soll sich bei der geplanten Sanierung des Bades ändern, die voraussichtlich im kommenden Jahr beginnt. Das heißt wiederum, eine Temperatur-Trennung je nach Zielgruppe ist für den kommenden Herbst und Winter noch nicht möglich.

Mario Banse bedauert die aufgelaufenen Beschwerden, weist aber darauf hin, dass Energiesparen ja nicht zu vermeiden sei. „Die Politik ruft ja selber dazu auf“, erklärt er mit Blick auf die sozialdemokratische Fraktion als Urheber des Schreibens.

Die Diskussion, wie man beispielsweise in den Bädern der Kommunen die Heizkosten verringern kann, wird auch in anderen Städten und Gemeinden geführt. So hatte das Quellenbad in Wermelskirchen vorübergehend geschlossen, um Energie zu sparen. Doch die Wiedereröffnung ist bereits geplant. „Wir haben die Vorgaben der Bundesnetzagentur abgewartet“, erklärt Wermelskirchens Bürgermeisterin Marion Lück. „Und da es bezüglich der Hallenbäder noch keine Entscheidung oder wenigstens eine Empfehlung gibt, machen wir erstmal wieder auf.“ Am 10. August, pünktlich zum Schulstart, sollen die Becken wieder zur Verfügung stehen.

In Hückeswagen stellt sich die Frage derzeit nicht, denn das Hallenbad ist wegen einer nötigen Sanierung ohnehin seit Anfang 2021 geschlossen. Allerdings gibt es auch bei der Verwaltung in der Schloss-Stadt erste Überlegungen, die Warmwasseraufbereitung in den Turn- und Sporthallen abzuschalten.

life-ness

Das Freizeitbad in Radevormwald, zu dem auch ein Saunabereich und das „Nessi-Kinderland“ gehören, ermöglicht seit Beginn der Woche wieder das Schwimmen ohne vorherige Buchung von „Slots“. Das war wegen der Pandemie einfegührt worden. Mehr Informationen zu den aktuellen Angeboten und Regelungen im Bad auf: life-ness.de

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