Goldhochzeit

Ein dritter Ehering kommt heute dazu

Umgeben vom engsten Familienkreis: das Goldhochzeitspaar Laura und Salvatore Bandiera.
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Umgeben vom engsten Familienkreis: das Goldhochzeitspaar Laura und Salvatore Bandiera.

Goldhochzeit: Laura und Salvatore Bandiera.

Von Heike Karsten

Zwei Eheringe trägt Laura Bandiera am Finger. Der dritte Ring kommt nun dazu. Alle drei Ringe stehen für die Verbundenheit mit einem Mann – Salvatore Bandiera. Seit 50 Jahren ist das Paar verheiratet. Nun konnten die Jubilare, die aus Sizilien stammen, ihre Goldhochzeit feiern.

„Es war Liebe auf den ersten Blick“, sagt Salvatore Bandiera über das damalige Kennenlernen. Der 68-Jährige stammt aus dem Ort Piazza Armerina und hatte damals auf der Kirmes das Karussell betreut. Damit gefahren war Laura Salpetro, wie sie damals noch hieß, aus dem etwa 40 Kilometer entfernten Ort Leonforte. Das junge Mädchen gefiel dem Sizilianer, der ihr daraufhin einige Freifahrten spendierte. Nur einen Monat später blieb die 15-Jährige über Nacht von zu Hause weg.

In ihrer Heimat hat das Ehepaar ein Haus

„Wenn ein Paar für eine Nacht verschwindet, bedeutete das früher, dass es heiraten wird. Das war in Italien Gesetz, wird aber heute nicht mehr so eng gesehen“, erklärt Tochter Sonia Giudice. So heiratete Salvatore Bandiera an seinem 18. Geburtstag seine 15-jährige Auserwählte. Das war am 7. September 1972. Vier Kinder sind aus der Ehe entstanden.

Tochter Sonia kam 1973 in Sizilien zur Welt, 1977 folgte Sohn Angelo, 1980 Sohn Carmelo und 1989 Tochter Debora. Elf Enkelkinder zwischen eineinhalb und 24 Jahren, darunter Vierlinge, bereichern die Familie. Enkelkind Nummer zwölf wird im nächsten Monat erwartet. Für Laura und Salvatore Bandiera steht die Familie ganz klar an erster Stelle. Kinder und Enkel kamen auch am Mittwoch, um ihren Eltern und Großeltern zu diesem besonderen Tag zu gratulieren. 1976 hatte das junge Ehepaar mit ihrem ersten Kind die italienische Heimat verlassen. „Ich war auf der Suche nach Arbeit“, erklärt der 68-Jährige die sicherlich nicht einfache Entscheidung. Eine Arbeitsstelle fand er in Radevormwald zuerst bei der Firma Raybestos, später bei Betz und Söhne und zuletzt bei der Firma GKN Sintermetals, wo der Sizilianer 37 Jahre lang bis zur Rente blieb.

Trotz der vier Kinder hat auch Laura Bandiera zum Familieneinkommen beigetragen und bei den Firmen Brand, Gira und ebenfalls bei GKN Sintermetals gearbeitet. In dem großen, geschieferten Familienhaus in der Innenstadt ist auch eine Pizzeria integriert, die derzeit leer steht. Von 1996 haben wir selbst ein Jahr lang die Pizzeria ‚La Sicilia‘ im Haus mit der Familie betrieben“, berichtet der Jubilar.

Für die Kinder ist es schön, so junge Eltern zu haben, die zudem auch gerne auf die Enkel aufpassen. Tochter Sonia ist mit ihrer Mutter vom Alter her genauso weit auseinander, wie mit ihrer jüngsten Schwester – nämlich 16 Jahre. „Ich kann zu meiner Mutter nie sagen, du bist alt“, verrät sie lachend.

In ihrer Heimat hat das Goldhochzeitspaar ein Haus, das Salvatore Bandiera mit handwerklichem Geschick in Schuss hält. „Wenn ich an dem einen Haus fertig bin, fange ich mit dem anderen an“, sagt der Radevormwalder über die nicht enden wollende Arbeit.

Am heutigen Samstag gibt sich das Paar – wie schon vor 50 Jahren zur Hochzeit und vor 25 Jahren zur Silberhochzeit – erneut das Ja-Wort in der Kirche St. Suitbertus in Remscheid. Das Eheversprechen wird dann durch den dritten Ehering, den die Kinder beiden Elternteilen schenken, besiegelt. Ein italienischer Brauch, den auch die Nachkommen fortführen. Gefeiert wird anschließend mit 60 Gästen. „Das ist der engste Familienkreis“, sagt Tochter Sonia Giudice über die Großfamilie.

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