Wiedersehen

Ein diamantenes Klassentreffen

Die Abschlussklasse der Volksschule Niederdahl von 1962 traf sich in Wipperfürth Egen im Landgasthof Wigger.
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Die Abschlussklasse der Volksschule Niederdahl von 1962 traf sich in Wipperfürth Egen im Landgasthof Wigger.

Abschlussjahrgang der ehemaligen Volksschule Niederdahl von 1962 hat sich wiedergetroffen.

Von Wolfgang Weitzdörfer

RADEVORMWALD/WIPPERFÜRTH Es ist ein sonniger Nachmittag, als sich zehn Frauen und Männer im Wipperfürther Kirchdorf Egen im Gasthof treffen, um sich an ihre lange zurückliegende Schulzeit zu erinnern. Die damalige Volksschule Niederdahl wurde 1852 gegründet, der Jahrgang von 1962 hat 110 Jahre später seinen Abschluss gemacht – und wiederum 60 Jahre später findet nun ein besonderes Klassentreffen statt. Es werden viele Geschichten und Anekdoten erzählt, über die Zeit vor über einem halben Jahrhundert - und natürlich auch darüber, was in diesen vielen Jahren alles passiert ist.

Organisiert hat das Klassentreffen Franz Breitkopf. „Zuletzt haben wir uns vor drei Jahren getroffen, dass es diesmal zu unserem 60-jährigen Abschluss ist, haben wir tatsächlich erst jetzt so richtig gemerkt“, sagt er schmunzelnd. Eine seiner ehemaligen Mitschülerinnen ergänzt: „Das ist fast wie eine diamantene Hochzeit.“

Das Foto zum Abschluss im Jahr 1962. Ein Jahr später starten die Beatles ihren Siegeszug rund um die Welt.

Über die Jahre hinweg sind die ehemaligen Volksschüler in Kontakt geblieben. „Wir kommen vom Dorf, diejenige, die am weitesten weggegangen ist, ist nach Wiehl gezogen“, sagt Breitkopf. Die meisten seien aber in der unmittelbaren Umgebung von Radevormwald und Dahlerau geblieben – in Hückeswagen, Wermelskirchen oder Remscheid. Und natürlich sind es vor allem die Geschichten von früher, die im Landgasthof beim gemeinsamen Essen erzählt werden. „Der große Unterschied von damals zu heute ist meiner Meinung nach, dass die Lehrer damals vor ihren Schülern keine Angst haben mussten“, sagt eine Frau und ergänzt nachdenklich: „Ich bin zur falschen Zeit Lehrerin und zur falschen Zeit Schülerin gewesen.“

Aber es gibt natürlich vor allem witzige Anekdoten. „Mir ist eine Geschichte aus dem dritten Schuljahr eingefallen. Es ging um eine Episode mit Fräulein Nesselrath. Ich hatte eine Frage an sie, die sie mir allerdings nicht beantworten konnte. Und als ich dann ganz entsetzt guckte, musste sie lachen und sagte mir, dass eben auch eine Lehrerin nicht alles wissen würde“, sagt Reinhard Clement unter dem Gelächter seiner Mitschülerinnen und Mitschülern.

Breitkopf hat eine Anekdote über den Religionslehrer Pastor Georg Wemmer. „Der hat immer weiße Eulen geraucht“, sagt er. „Was ist das denn?“, wollte eine Mitschülerin da wissen. „Stumpen, Zigarren. Und wenn er keine mehr hatte, dann hat er immer uns Schüler zum Krämerladen geschickt, um ihm neue zu besorgen. Und wir haben dann schon mal ein paar Äpfel geklaut“, erzählt Breitkopf lachend. Pastor Wemmer habe sich um Dahlerau immerhin so verdient gemacht, dass ein Weg nach ihm benannt worden sei. „Er hätte aber Schöneres verdient gehabt“, sagt ein Mann. Mit 14 Jahren seien die Volksschüler damals mit der Schule fertiggewesen. „Danach sind wir in den Beruf geschickt – ohne Praktikum oder sonst irgendwas“, sagt Breitkopf. Er selber sei wegen eines Verwandten, der schon bei der Barmag gearbeitet habe, ebenfalls dort gelandet und habe sein Berufsleben dort verbracht. „Wir wollen uns auf jeden Fall ab jetzt in kürzeren Abständen treffen“, sagt Breitkopf. Der Tenor des Treffens ist: „Wir hatten eine gute Schulzeit, ich glaube, das ist uns alles klar – auch wenn es mal ab und zu ein paar hinter die Löffel gab“, wie Breitkopf es ausdrückt.

Auch an ihren damaligen Rektor haben die ehemaligen Niederdahler Volksschüler durchaus interessante Erinnerungen. „Wir hatten einen Sportlehrer mit Namen Schäfer, der hat uns die ganzen Jahre unterrichtet. Einmal ist er ausgefallen – da hat unser Rektor den Sportunterricht übernommen“, erzählt Breitkopf. Die Schüler seien auf dem Sportplatz in Grunewald gewesen, der Rektor sei – wie immer – mit Anzug, Schlips und Kragen am Rand gestanden und habe die Kinder in Reih und Glied auf und ab spazieren lassen, während sie Volkslieder singen sollten. „Das war schon ein ganz besonderer Sportunterricht“, hieß es. Das Schwimmen hingegen hätten sie in aller Regel in der Wupper gelernt. „Nur ab und zu durften wir zum Schwimmen ins Schwimmbad nach Lennep“, sagt eine Schülerin.

Geschichten wie diese werden beim Klassentreffen, dessen Ende offen sei – „um 20 Uhr machen sie im Landgasthof Wigger zu, mal sehen, wer dann noch da ist“, sagt Breitkopf – wohl den weiteren Abend weiter ausgetauscht.

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