Warnung

Dubiose Teerkolonne ist unterwegs

Mit solchen Fahrzeugen sind die „Teer-Familys“ immer wieder im Bergischen unterwegs. Dieses Bild entstand vor neun Jahren in Leverkusen.
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Mit solchen Fahrzeugen sind die „Teer-Familys“ immer wieder im Bergischen unterwegs. Dieses Bild entstand vor neun Jahren in Leverkusen.

In Heidersteg waren die Wanderarbeiter am Werk – Behörden warnen vor Abzocke.

Von Stefan Gilsbach

Radevormwald. Das Ordnungsamt des Oberbergischen Kreises warnt vor einer illegalen Teerkolonne, der sogenannten „Teer-Family“. In den vergangenen Tagen sind die Wanderarbeiter in der Ortschaft Heidersteg aufgetaucht. Ein Team von zwölf Arbeitern hatte dort einen privaten Parkplatz geteert. Die meisten dieser Teerkolonnen stammen aus Großbritannien oder Irland.

Das Haustürgeschäft läuft fast immer nach dem gleichen Schema ab: Die Arbeiter erklären, dass sie von Asphaltierungsarbeiten in der Nähe noch Teer oder Bitumen übrig hätten. Den könnten sie daher günstig anbieten. Da die Preise verlockend sind, fallen immer wieder Hauseigentümer darauf herein – trotz zahlreicher Warnungen in den Medien. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Arbeiten ausnahmslos mangelhaft ausgeführt werden. Den Schaden haben immer die Auftraggeber. Sie müssen die später auftretenden Mängel (etwa bei erstem Frost) kostenintensiv von Fachfirmen beheben lassen. Eine Gewährleistung durch die Wanderarbeiter ist nicht gegeben, da diese sofort nach Erhalt des Bargeldes schnellstens ihre Reise fortsetzen. Auch eine auf Wunsch eiligst ausgestellte handschriftliche Rechnung ist das Papier nicht wert. In einigen Fällen ist die Kolonne sogar schon bereits nach Erhalt einer „Vorkasse“ verschwunden.

Tipp: Ausnahmebewilligungzeigen lassen

„Die Wanderarbeiter wissen, dass sie sich im illegalen Bereich aufhalten. Das zeigt schon ihr Verhalten, wenn Polizei und Ordnungsamt an der Baustelle erscheinen“, so der Kreis und betont: Asphaltierungsarbeiten dürfen nur von hierzu berechtigten und in die Handwerksrolle eingetragenen Personen oder Fachfirmen ausgeführt werden.  Im Falle des Tätigwerdens einer Firma aus dem EU-Bereich muss sich diese Firma bei ihrem ersten Einsatz im Bundesgebiet eine Ausnahmebewilligung bei der Handwerkskammer einholen. Diese berechtigt zur Ausführung von handwerklichen Tätigkeiten im Bundesgebiet.

Vor Erteilung eines Auftrages sollte sich der Auftraggeber zur eigenen Sicherheit die Reisegewerbe- oder Handwerkskarte beziehungsweise eine Ausnahmebewilligung vorzeigen lassen. In diesem Zusammenhang macht das Kreisordnungsamt darauf aufmerksam, dass bei Schwarzarbeit und unerlaubter Handwerksausübung auch gegen den Auftraggeber ein Bußgeldverfahren eingeleitet werden kann.

Für Rückfragen e stehen das Kreisordnungsamt (Tel. 02261 / 88-3209) sowie die örtlichen Ordnungsämter zur Verfügung.

­ordnung09@obk.de

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