Einweihungsfeier

Die „Enthusiasmus-AG“ hat’s geschafft

Bei der offiziellen Einweihungsfeier am Samstag (v.l.): Ursula Mahler, Erich Bitter, Dr. Ulf Morgenstern, Hajo Sommer, Johannes Mans, Friedhelm-Julius Beucher und Hartmut Behrensmeier. Am Sonntag öffnete das Museum dann für die Öffentlichkeit.
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Bei der offiziellen Einweihungsfeier am Samstag (v.l.): Ursula Mahler, Erich Bitter, Dr. Ulf Morgenstern, Hajo Sommer, Johannes Mans, Friedhelm-Julius Beucher und Hartmut Behrensmeier. Am Sonntag öffnete das Museum dann für die Öffentlichkeit.

Lokale und überregionale Prominenz war bei der Eröffnung dabei – auch der ehemalige Bismarck-Rennrad-Profi Erich Bitter.

Von Cristina Segovia-Buendía

Dort, wo einst moderne Zweiräder für den Alltag und den Profisport hergestellt wurden und wo zwischenzeitlich die Radevormwalder für eine gute Figur schwitzten, stehen heute alte Schätze von damals, restauriert und gut in Schuss in Reih und Glied. Aus der einstigen Produktionsstätte der Bismarck-Werke in der Leimholer Straße 3 ist in mühevoller ehrenamtlicher Arbeit ein Museum geworden, das am Samstag ganz offiziell und feierlich eröffnet wurde.

Hans-Joachim „Hajo“ Sommer und Hartmut Behrensmeier vom Vorstand der IG Bismarck konnten ihren Stolz kaum verbergen. Lange hatten sie für diesen Moment gekämpft. Nun war er endlich gekommen und mit ihm zahlreiche Weggefährten und Unterstützer, die dem Verein zur Eröffnung gratulieren wollten. „Ich bin sehr erfreut heute hier zu sein und es ist eine besondere Freude für mich, dass das vierte Museum in der Stadt heute wieder an den Start geht“, sagte Bürgermeister Johannes Mans bei seiner Ansprache. Vier Museen für eine kleine Stadt wie Radevormwald seinen „ein gutes Pfund“ und ein aussagekräftiges Aushängeschild für die Stadt.

Die „Oldtimerei“ liegevoll im Trend

Dass auch Dr. Ulf Morgenstern, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Otto-von-Bismarck-Stiftung in Friedrichsruh zur Museumseröffnung von Hamburg nach Rade gekommen sei, verstand der erste Bürger der Stadt als Anerkennung. „Es unterstreicht die Bedeutung des Museums.“

Morgenstern seinerseits lobte das Engagement der Ehrenamtler, ein Stück lokaler Geschichte mit viel Herzblut für die Nachgenerationen zu erhalten. „Sie alle liegen damit im Trend“, urteilte er. Ohne das Engagement „würden hier heute wohl noch die Mäuse durch die Halle flitzen.“ Durch den Einsatz der IG Bismarck und die Anerkennung der Geschichte würde zudem die Region gestärkt. Letztlich sei auch das Thema der „professionellen Oldtimerei“, das im Museum durch den Erhalt der alten Zweiräder zweifelsohne betrieben wird, im Trend. 2012, erklärte Morgenstern weiter, waren 259.000 Oldtimer in Deutschland zugelassen. 2022 seien es schon 732.000 Fahrzeuge gewesen. Motorisierte Zweiräder würden zwar nur einen Anteil von 2,5 Prozent ausmachen, das aber mache die Sammlung der IG Bismarck, die hauptsächlich als Ausstellungsstücke nicht alle offiziell für den Straßenverkehr zugelassen sind, umso wertvoller. „Sie haben hier eine ganze Schatzkammer zusammengetragen.“ Als Eröffnungsgeschenk brachte Morgenstern ein Reliefporträt des Namensgebers, Otto von Bismarck, mit.

Auch Ursula Mahler, sonst eigentlich als Vorsitzende des Heimatmuseums bekannt, übermittelte ihre Glückwünsche als stellvertretende Vorsitzende des Leader-Fördermittelgebers Bergisches Wasserland. Froh sei sie, durch eine Zuwendung von über 43.000 Euro das Museum in ihrer Heimatstadt mit ermöglicht zu haben und wünschte den Ehrenamtlern der IG Bismarck viel Erfolg bei der Museumsarbeit.

Als „Enthusiasmus-AG“ bezeichnete Friedhelm-Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbands und Vorsitzender des Kreissportausschusses des Oberbergischen Kreises, die IG Bismarck. Mit Enthusiasmus habe er nämlich Behrensmeier und Sommer stets erlebt, wenn sie über ihr Vorhaben erzählten. Nur durch diese Leidenschaft sei es gelungen, die Motivation über die lange Strecke zu halten und das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

Das hat auch Erich Bitter in seiner langen Karriere nie verloren. Mit 21 Jahren startete der heute fast 90-Jährige als Rennradsportler unter der Fahne der Bismarck-Werke durch. Sein Fahrrad von damals und Fotos, samt der Aufzeichnungen seiner Leistungen bei der Deutschen Rennradmeisterschaft von 1954 in Radevormwald, sind in der Ausstellung zu sehen.

Dass er Teil der Bismarck-Geschichte und damit auch einen Teil des Museums einnimmt, werde ihm erst jetzt so richtig bewusst: „Je älter man wird, umso weniger denkt man eigentlich darüber nach.“ Dennoch sei es schön, einen solchen historischen Moment zu erleben und mit seiner Geschichte auch ein Teil der Stadtgeschichte für nachfolgende Generationen am Leben zu halten.

Namensgeber

Als eiserner Kanzler bekannt, stand und steht der Name Bismarck für Stabilität und Festigkeit und damit auch für Qualität. Daher entschieden sich die Kaufleute David-Heinrich Böhme, Hermann Frowein, Richard Guhl und Richard Halbach 1896 ihre Gesellschaft unter dem Namen „Fahrradwerke Bismarck GmbH“ zu gründen. Der Altreichskanzler Fürst Otto von Bismarck selbst erteilte die Genehmigung dafür.

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