Halloween

Der Ort, an dem die Kürbisse sprechen

Totenköpfe, Spinnen, Kürbisse – wenn es um die Dekoration ihrs Vorgartens geht, ist die Familie Paulisch in ihrem Element.
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Totenköpfe, Spinnen, Kürbisse – wenn es um die Dekoration ihrs Vorgartens geht, ist die Familie Paulisch in ihrem Element.

 Jedes Jahr verwandelt Familie Paulisch ihr Heim an der Bredderstraße in ein gruseliges Halloween-Haus.

Von Cristina Segovia-Buendia

Wenn dieser Tage der Abend über Radevormwald hereinbricht und es auf den Straßen dunkel wird, flackern kleine Lichter im Vorgarten der Familie Paulisch an der Bredderstraße auf: Kürbisse mit gruseligen Fratzen kommen zum Vorschein, aufeinandergestapelte Totenköpfe mit rot-leuchtenden Augen starren die Passanten bedrohlich an. Bunte Spinnen scheinen es sich an der lilafarben angestrahlten Hausfassade gemütlich gemacht zu haben. Von irgendwo im Hintergrund sind seltsame Geräusche zu vernehmen.

Das Halloween-Haus in Radevormwald ist vielen ein Begriff und seit drei Jahren auch für viele Fans der Horrornacht ein Anziehungspunkt. Verantwortlich für diesen gruselig-schönen Schauer in der Straße ist Familie Paulisch.

Für den Fotografen sind Andreas und Isabel Paulisch in Kostüme aus „Alice im Wunderland“ geschlüpft – Hutmacher und Grinsekatze.

Ehemann Andreas Paulisch ist Deutsch-Amerikaner, Ehefrau Isabel Paulisch stammt aus Lennep. Zwischen 2017 und 2020 lebte das Paar mit ihren beiden Teenie-Töchtern im US-Bundesstaat Michigan. „Dort ist Halloween ähnlich wie hier Sankt Martin und Karneval zusammen. An diesem Abend sind alle Menschen draußen auf der Straße. Die Kinder ziehen von Haus zu Haus, und es ist nicht nur gruselig“, berichtet Isabel Paulisch. Schlumpf- und Bienchen-Kostüme seien in den USA zu Halloween ähnlich beliebt wie auch beim Straßenkarneval in Köln. Bereits Anfang Oktober, „manchmal auch etwas früher“, erzählt Paulisch weiter, „wird man drüben mit der ganzen Halloween-Deko überschüttet.“

Rund 20 Kartons mit Halloween-Deko haben die Paulisch mittlerweile angesammelt, und auch zurück in Deutschland wollen sie die Tradition von Übersee weiterleben. „Einige Sachen haben wir von drüben mitgebracht. Andere habe ich hier gekauft.“ Das meiste aber, verrät die 48-Jährige, sei in Eigenleistung entstanden: „Ich kaufe viele Sachen online, bastle daran herum und gestalte sie neu.“

Zurück in Deutschland schmücken die Paulischs ihr Haus rechtzeitig zur gruseligsten Nacht des Jahres und brauchen dafür in der Regel bis zu zwei Wochen. „Wir sind beide berufstätig. Halloween ist wie unser Hobby“, äußert Paulisch. Jedes Jahr versuchen sie sich etwas Neues auszudenken, den Vorgarten anders zu dekorieren. Stets kommen neue Elemente dazu, andere bleiben dann im Karton. In diesem Jahr etwa überwiegen die Kürbisse. „Letztes Jahr war die Hauptattraktion ein rotierender und dampfender Kessel. In diesem Jahr haben wir einen Hexenschrank mit einem sprechenden Kürbis.“

Im Vergleich zu den Vorjahren hat die Familie diesmal auch aufgrund der allgemeinen Energiekrise auf einige Lichterketten verzichtet. „Wir hatten lange überlegt, wie wir das machen können, denn so ganz verzichten wollten wir darauf nicht, aber wir sind uns natürlich auch der Situation bewusst.“ Doch da die Familie ausschließlich auf LED setzt und die allermeisten Lichtelemente zudem solarbetrieben sind, kann das Halloween-Haus auch in diesem Krisenjahr ein wenig leuchten. Die Leuchtdauer haben sie allerdings verkürzt. „Morgens leuchtet es für 30 Minuten und abends machen wir alles etwas früher aus als sonst.“

Im ersten Jahr nach ihrer Rückkehr, berichtet die 48-Jährige, hätten die meisten positiv auf das geschmückte Haus reagiert. „Wir standen damals kurz vor dem Lockdown. Für die Familien, die hier vorbeikamen, war es eine schöne Abwechslung“, erinnert sich Paulisch.

Rund 75 Kinder klingelten 2020 an Halloween (31. Oktober) an ihrer Tür. „Im Jahr darauf habe ich dann 200 Pakete mit Süßigkeiten für die Kinder gepackt, und die haben nicht ausgereicht.“ Dieses Jahr will sie gewappnet sein und hat deutlich mehr auf Vorrat.

Sie fänden es toll, wenn mehr Nachbarn mitmachen würden

Auch innerhalb der Familie wird an diesem Abend besonders gefeiert, verrät Paulisch. „Für gewöhnlich sind Freunde da. Wir machen gruseliges Essen, färben es ein.“ Zwar sei alles mit sehr viel Arbeit verbunden, „aber für uns ist es einfach ein Hobby. Es macht uns sehr viel Spaß.“ Sie empfinde es als Wertschätzung, wenn die Menschen Selfies vor dem Haus knipsen und sich am Anblick ihres Halloween-Hauses erfreuen. „Vorige Woche hatten wir jemanden aus Bochum da, der von unserem Haus gehört hatte und sich das mal selber anschauen wollte“, berichtet Paulisch stolz. Ihre Töchter, die anfangs mit dem Halloween-Hobby wenig anfangen konnten, fänden es jetzt „aufgrund der positiven Resonanz auch ganz cool“.

Isabel Paulisch würde sich freuen, wenn noch mehr Nachbarn mitmachen würden und irgendwann ganze Straßenzüge schaurig-schön gestaltet würden. „Ein paar konnte ich schon animieren. Aber klar, wäre das ein absoluter Traum, noch mehr Halloween-Häuser in Radevormwald  zu sehen.“

Hintergrund

Süßigkeiten und Fotos: Am kommenden Montag, 31. Oktober, erwarten die Paulischs bei Einbruch der Dunkelheit, zwischen 17.30 und 20 Uhr, verkleidete Besucher vor ihrer Haustür an der Bredderstraße 9. Es gibt dann Süßigkeiten und Gelegenheit für viele Fotos und interessante Gespräche.

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