Fußball

Der Ball rollt für die Völkerverständigung

In der Voss-Arena fand ein integratives Fußballturnier mit sechs Teams statt.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Wipperfürth. Mancher Teilnehmer, der am Samstagvormittag in der Voss-Arena zum Nikolaus-Turnier antrat, wird vielleicht an die WM in Katar gedacht haben. In einem viel kleineren Rahmen, aber mit deutlich besserer Stimmung, kamen in Wipperfürth Menschen zusammen, um bei einem integrativen Fußballturnier zu zeigen, dass Sport und Integration Hand in Hand gehen können.

Ausgerichtet hat das Turnier die Ökumenische Initiative Radevormwald/Wipperfürth mit der Evangelisch-Reformierten Kirchengemeinde Radevormwald. Sechs Teams hatten sich angemeldet.

Der Termin, am Samstag vor dem Nikolaustag, sei mit Bedacht gewählt worden, sagt Pfarrer Dieter Jeschke. „Der Grundgedanke ist, dass der Heilige Nikolaus ursprünglich aus der Türkei stammt – dazu kommt, dass Fußball für Fairness und Völkerverständigung steht.“ Nikolaus sei zudem Pate der Bedrängten.

„Wir haben zwei gemischte Teams mit geflüchteten Menschen – das Team Adler und das Team International“, sagt Laura Timmann, die sich bei der Ökumenischen Initiative um die Geflüchteten kümmert. „Wir haben 15 Menschen motivieren können, mitzuspielen. Sie kommen aus Syrien, Iran, Afghanistan, dem Kongo – und auch ein Ukrainer ist mit dabei“, sagt sie.

Dabei habe sie nicht nur Überzeugungsarbeit geleistet – sondern ganz konkret auch noch Hallenschuhe organisiert. „Das war Voraussetzung, da der Hallenboden schon empfindlich ist“, sagt sie schmunzelnd.

Statt eines Pokals gab es einen großen Nikolaus für die Sieger

Neben den geflüchteten Menschen sind auch mehrere Teams mit türkischstämmigen Menschen mit beim Turnier dabei, sagt Jeschke: „Wir haben drei Ditib-Teams aufgestellt – zwei aus Wipperfürth und eines aus Rade.“ Er sei erstmals mit dem Ditib-Leiter in Rade in Kontakt gekommen. „Ich würde mich freuen, wenn wir hier vielleicht künftig noch weitere gemeinsame Aktionen und Veranstaltungen machen würden“, sagt Jeschke.

Die Freude am Spiel ist zu spüren, alleine der Einsatz der jeweils sechs Feldspieler macht das deutlich. „Wir sind der Stadt Wipperfürth sehr dankbar, dass wir die Voss-Arena so unkompliziert nutzen können“, sagt Jeschke.

In der Halle sind indes nur Männer beim Kicken zu beobachten. Jeschke: „Wir haben das offen ausgeschrieben, aber es haben sich irgendwie nur Männer gemeldet. Dafür sind aber fast alle Altersgruppen mit dabei.“

Die Verständigung funktioniert unkompliziert, wie überhaupt die Stimmung in der Voss-Arena gelöst ist. „Ein ungewollter Zufall ist, dass an diesem Samstag der neue Runde Tisch für Demokratie in Radevormwald seine Gründungsversammlung hat“, sagt Jeschke. Er selbst wäre auch dort dabei gewesen, wenn er nicht in Sachen Nikolaus und Fußball im Einsatz gewesen wäre. „Ich finde das irgendwie richtig schön, dass wir hier das in der Praxis machen, was der Runde Tisch in der Theorie planen will und wird“, sagt Jeschke. Das – das ist der Spaß am Miteinander, am gemeinsamen Sport und an der gelebten Völkerverständigung.

„Im Entscheidungsspiel setzte sich das Team Radevormwald gegen das Team Ditip Wipperfürth durch“, sagt Dieter Jeschke. Statt eines Pokals gab es für den Erstplatzierten einen großen Schoko-Nikolaus.

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