„Das unbeschreibliche Gefühl hat uns allen gefehlt“

Seit dem vergangenen Sommer haben die Mitglieder für die beiden Konzerte geprobt – und dabei auch nicht die Wunschmelodien aus dem Jahr 2019 vergessen. Foto: Claudia Radzwill
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Seit dem vergangenen Sommer haben die Mitglieder für die beiden Konzerte geprobt – und dabei auch nicht die Wunschmelodien aus dem Jahr 2019 vergessen.

Die 35 Mitglieder der Harmonika-Band spielte am Samstag und Sonntag nach drei Jahren wieder vor Publikum

Von Claudia Radzwill

Im Frühjahr 2019 gab die Harmonika-Band ein großes Konzert in Rade. Nicht wissend, dass es für lange Zeit der letzte Auftritt war. Am vergangenen Wochenende betraten die Musiker und Musikerinnen wieder die Bühne – und spielten nach der langen coronabedingten Pause im Bürgerhaus am Schlossmacherplatz Samstag und Sonntag live vor einem Publikum. „Ein unbeschreiblich schönes Gefühl“, sagte Dirigentin Manuela Leven. „Das hat uns allen sehr gefehlt.“

„Don’t stop me now – wir lassen uns nicht aufhalten.“

Versprechen der Bandmitglieder

Der erste Song passte zu dem, was die Mitglieder des Ensembles empfanden. Mit „The show must go on“, dem Kultsong der Gruppe Queen meldeten sie sich zurück – mit einer musikalischen Wucht, die vom ersten Ton an das Publikum in den Bann zog. Auf den Queenhit folgte der Beatles-Klassiker „Lady Madonna“. Ein „Classic meets Pop“-Arrangement war dann zu hören, das die verschiedenen Stilrichtungen perfekt vereinte. Beim „Bon Jovi in Concert“ rockten die Harmonika-Spieler mit „It’s my Live“, „Livin’ on a Prayer“ und „Runaway“ die Bühne, unterstützt von Musikern am Keyboard, am Bass und an den Drums. Der Gute-Laune-Song „Viva la Vida“ von Coldplay stand dann gleich im Anschluss auf dem Programm.

Nicht nur die Corona-Einschränkungen musste die Band verkraften. Im Dezember starb ihr langjähriges Bandmitglied Wolfgang Gries. „Er war über 20 Jahre unser Vorsitzender“, blickte sein Nachfolger Sebastian Dickoph während des Konzertes zurück. Die Bandkolleginnen und -kollegen widmeten Gries einen kleinen Videofilm mit Rückblicken – und stimmten anschließend für den passionierten Bootsfahrer das Stück „Santiano-Rock von der Waterkant“ an. Das Medley mit Liedern der bekannten Folk-Rock-Band aus dem Norden war gleichzeitig auch eine der Wunschmelodien aus dem Konzert 2019.

Bei der Harmonika-Band ist es Tradition, dass das Publikum am Ende der Auftritte ein Votum abgeben darf, welche zwei Songs es auf dem nachfolgenden Konzert noch einmal hören möchte. „Dieses Mal hat es drei Jahre gedauert. Aber wir haben die Wunschmelodien nicht vergessen“, sagte Manuela Leven. Neben dem Shanty-Rock von Santiano war 2019 für den „Games of Thrones“-Soundtrack abgestimmt worden. Das Stück eröffnete nun den zweiten Teil des Konzerts 2022, der sich ebenso facettenreich wie der erste präsentierte. „Altes Fieber“ von den Toten Hosen gehörte zum Repertoire wie auch George Gershwins „Summertime Variations“ und ein „Lady Gaga Dance Mix“. Chart-Hits der 1970er und 1980er Jahre lebten in Medleys auf.

Die Musiker und Musikerinnen begeisterten mit ihrer musikalischen Bandbreite und ihrer Vielseitigkeit. Honoriert von langanhaltendem Applaus aus den Publikumsreihen, wo sich Jung und Alt eingefunden hatten. Zum Abschied gab es mit dem Lied „Don’t stop me now“ von Freddy Mercury von der Band noch ein festes Versprechen: „Wir lassen uns nicht aufhalten.“

Musiker sammelten für die Ukraine-Hilfe

Für die Moderation hatte das Ensemble Michael Scholz gewinnen können, dessen Sohn Mitglied der Harmonika-Band ist. Vielen Radern ist er bekannt als langjähriger Sprecher der Rader Sparkasse und als Mitglied der Rader Werbegemeinschaft sowie des Heimat- und Verkehrsvereins bekannt. Die Harmonika-Band trat an, zu unterhalten und Freude zu verbreiten. Man vergesse darüber aber nicht, erklärte Michael Scholz, was derzeit in der Welt geschehe. „Auch die Musiker wollen helfen: Wir haben Spendendosen aufgestellt und der Erlös der Getränkeeinnahmen wird der Ukraine-Hilfe gespendet.“

Während der Corona-Lockdowns habe das Ensemble online über Zoom geprobt, berichtete Manuela Leven am Rande des Konzerts am Samstag. „Es hat uns zusammengeschweißt. Und es hat uns geholfen, im Sommer 2021 wieder nahtlos in die Präsenzproben einzusteigen.“

Hintergrund

Die Band: Seit 44 Jahren besteht die Harmonika-Band. 35 Mitglieder gehören der Band derzeit an. Durch die Corona-Einschränkungen habe man niemanden verloren, so die Dirigentin Manuela Leven. Im Gegenteil: „Wir haben zwei Neuzugänge dazubekommen.“

Die Konzerte: Die Auftritte im Bürgerhaus fanden unter Einhaltung der Maskenpflicht und der 2G-Regel statt.

www.harmonika-band.de

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