Pandemie

Corona-Testzentren sind Auslaufmodelle

Auch im „Coronapoint“ an der Schloßmacherstraße sind die Zahlen der Testungen rückläufig.
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Auch im „Coronapoint“ an der Schloßmacherstraße sind die Zahlen der Testungen rückläufig.

Weil Infizierte sich nach fünf Tagen Isolation nicht mehr Freitesten müssen, sinkt die Nachfrage.

Von Cristina Segovia-Buendía

Radevormwald. Als Geschäftsführer von PAS Solutions betreibt Martin von der Hocht seit März 2021 unter dem Namen „Coronapoint“ zahlreiche Teststationen im ganzen Bundesgebiet. Auch in Radevormwald gibt es eine Anlaufstelle an der Schlossmacherstraße. Schon länger bemerkt er, dass die Testanfragen rückläufig sind. „Im Vergleich zum April ist es jetzt schon weniger geworden“, sagt von der Hocht, „obwohl die Infektionszahlen noch hoch sind.“ Noch lohne sich für ihn der Betrieb seiner rund 60 Stationen in NRW, weil es sich um ihn herum lichtet. „In Langenfeld etwa, wo wir vor eineinhalb Jahren starteten, sind von anfänglich 20 Teststationen noch drei übrig.“ Somit bleibe die Anzahl der Testungen in den Coronapoints relativ konstant, weil das Angebot drumherum abnehme.

Bei den PCR-Tests lief es ähnlich, als die Vorlage eines solchen negativen Labortests für Flugreisen nicht länger verpflichtend war. „Da ging die Nachfrage auch deutlich zurück.“ Aktuell, so von der Hocht, würden nur noch positiv Getestete, die einen Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test haben, einen solchen durchführen lassen.

Für den wirtschaftlichen Betrieb eines Testzentrums, erklärt er weiter, würde es sich für ihn lohnen, wenn pro Tag 50 bis 100 Testungen zustande kämen. Diese Schwellenwerte könnten aber bald aufgrund der neuen Corona-Schutzverordnung des Landes nicht mehr erreicht werden. Die sieht unter anderem vor, dass sich Infizierte nach fünf Tagen in Isolation auch ohne Freitestung wieder außerhalb der eigenen vier Wände bewegen können – ganz gleich, ob ein Selbsttest positiv oder negativ ausfällt. „Ende Februar, davon gehe ich aus, wird höchstwahrscheinlich dann Schicht im Schacht sein.“ Sollte sich das Infektionsgeschehen nicht signifikant in eine andere Richtung drehen, ist von der Hocht also davon überzeugt, dass die Testzentren ihrem Ende zulaufen.

In der Bergischen Apotheke in der Kaiserstraße 106, berichtet Inhaber Dr. Ralph Bültmann, führe man nur noch auf Anfrage Corona-Tests durch. Viele seien es nicht mehr. Auch Ferhat Celik, Leiter des Testzentrums Radevormwald am Markt 7, sieht, dass sich weniger Menschen bei ihm testen lassen. „In Remscheid läuft das Testzentrum immer noch gut. Radevormwald ist deutlich kleiner, hier sind es nicht mehr so viele Tests und das, obwohl Gesundheitsminister Karl Lauterbach von einer weiteren Welle im Winter spricht.“ Auch Celik geht fest davon aus, dass spätestens am 28. März 2023, „wenn die aktuelle Verordnung ausläuft, dann auch die letzten Testzentren geschlossen werden.“

Wer sich einen Überblick der noch bestehenden Corona-Testzentren im Oberbergischen Kreis verschaffen möchte, findet auf der Internetseite der Kreisverwaltung eine Liste zum Herunterladen. Aktuell sind in dieser Aufstellung noch mehr als 70 Stellen im Kreisgebiet verzeichnet, an denen die Corona-Tests für Bürgerinnen und Bürger angeboten werden.

www.obk.de/cms200/
aktuelles/sars/testen/

Hintergrund

Quarantäne: Wer nach einem Corona-Schnelltest (privat oder im Testzentrum) positiv ist, hat nach wie vor Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test und muss für fünf Tage in häusliche Isolation. Nach Ablauf können die Personen wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, auch ohne sich vorher freitesten zu müssen.

Maskenpflicht: Diese gilt weiter im öffentlichen Nahverkehr, in medizinischen Einrichtungen, in Pflege- und Altenheimen sowie Einrichtungen für Menschen mit Behinderung.

Bürgertests: Diese sind weiter kostenlos für Patienten und Besucher von Krankenhäusern, Pflege- und Altenheime, Einrichtungen für Menschen mit Behinderung oder Unterkünfte für Geflüchtete sowie JVA.

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