Comedy Show: Quintett erhält jede Menge Applaus

Bei Michael Steinke lebten die 1970er Jahre wieder auf.
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Bei Michael Steinke lebten die 1970er Jahre wieder auf.

Neben Christian Schulte-Loh, Helmut Sanftenschneider, Ralf Senkel und Liedermacher Falk trat Michael Steinke kurzfristig im Bürgerhaus auf.

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Die Rader Comedy Show rief – und nicht nur vier, sondern fünf gut gelaunte Comedians gaben sich im Bürgerhaus ein Stelldichein. „Ganz kurzfristig ist Comedian Michael Steinke noch dazu gekommen“, erklärte Michael Teckentrup, Vorsitzender des Radevormwalder Kulturkreises. Einmal mehr veranstaltete der Kulturkreis zusammen mit dem Team der Agentur Comedy to Go den abwechslungsreichen Freitagabend.

Durch die Show führte Christian Schulte-Loh, der gleich das Publikum auf dem Kieker hatte. „Wer ist zum ersten Mal bei der Comedy-Show?“, fragte er in die Runde. Andreas outete sich: Er sei mit Barbara gekommen, der Frau, mit der er seit 32 Jahren zusammen ist. Wie man das so lange schaffe, wollte Christian Schulte-Loh wissen. „Viel schweigen. . .“, lautete die spontane Antwort, die sogleich Heiterkeit im Saal hervorrief.

Fans des bissigen Humors kamen bei Liedermacher Falk auf ihre Kosten, etwa beim musikalischen Seitenhieb aufs Joggen.

Schulte-Loh selbst outete sich als leidenschaftlicher Nutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln. Nach Radevormwald zu kommen sei ein wahres Erlebnis gewesen: „Mit dem ICE, dem Regionalzug, dann ein einziger Bus – es wurde immer kleiner.“ Schulte-Loh ist da ganz andere Städte gewohnt, lebt er als deutscher Komödiant doch in London.

Dialoge mit dem Publikum, Monologe und Musikeinlagen amüsierten, erheiterten und verbreiteten am Abend gute Laune. Ein Abend voller Schlagfertigkeit, witziger Anekdoten und humorige Geschichten – die Comedians kamen bestens beim Publikum an. Es gab jede Menge Applaus fürs Quintett.

Ralf Senkel brachte so schnell nichts aus der Ruhe.

Helmut Sanftenschneider, der Ruhrpottjung, erzählte von seiner Esther, mit der er seit 23 Jahren verheiratet ist. Samt Kinder, Hund und Zierfischen. Sein Fazit: Mit jedem neuen Zuwachs sei er in der Werteskala zu Hause tiefer gesunken. „Der Hund liegt in meinem Bett und meine Frau sagt zu mir, lass ihn doch, er schläft so schön“, erklärte er. Dabei schicke sie ihn mit einem Blick auf die Hundedecke.

Christian Schulte-Loh führte durch das Programm.

Apropos Frau: Seine bessere Hälfte gehöre zu denjenigen, denen es schnell kalt werde. Flugs schon hatte Sanftenschneider dann seine Gitarre in der Hand und gab auf der Melodie von „Despacito“ seine augenzwinkernde Version mit dem Titel „Esther friert so“ zum Besten.

Stoffwechselprobleme in einer ganz neuen Dimension

Das Motto des Kölner Comedian Ralf Senkel heißt: „Nerve behalte.“ Ihn bringt so schnell nichts aus der Ruhe. In seiner trockenen Art teilte er dem Publikum gleich zur Begrüßung mit, dass er nicht an Stoffwechselproblemen leide – er bleibe eben nur gerne seiner ballonseidenen Jacke treu. Er habe aber Rücken, daher sei er den ganzen Tag zu Haus. Als einziger. Was die Nachbarn freue: „Denn ich nehme ich alle Pakete an.“ Irgendwie werde das langsam auch posttraumatisch.

Fans des bissigen Humors kamen bei Liedermacher Falk auf ihre Kosten. Nach einem kräftigen, musikalischen Seitenhieb aufs Joggen, rückte er das Altern in den Fokus. „Das muss man auch in der Familie ansprechen,“ erklärte er treuherzig. Doch alle unter einem Dach? Welch Horror. An die Adresse seine Eltern sendete er daher: „Mehrgenerationenhaus? Aber nein, aber nein, ihr kommt ins Heim.“

Ruhrpottjung Helmut Sanftenschneider gab auf der Melodie von „Despacito“ seine augenzwinkernde Version mit dem Titel „Esther friert so“.

Wo Comedy-Legende Michael Steinke auftaucht, leben die 1970er Jahre wieder auf. Unverwechselbares Kennzeichen: Sein wild gemustertes Hemd, das ihm den Beinamen „sprechende Mustertapete“ einbrachte. Er tourt gerade mit seinem Programm „Brause, Sex und Discofox“ durchs Land.

Daraus gab er den Song „Dr. Sommer“ zum Besten. Eine Hommage an die legendäre Aufklärungsserie der Jugendzeitschrift „Bravo“. Begehrt in den 70ern. Denn: „Wenn man Mütter fragte, wo die Babys herkommen, hieß es doch damals: Wir haben Dich in der Bettritze gefunden. Und wir wussten, das konnte nicht stimmen.“ Und ob man sich im Saal noch erinnere: „Wenn wir früher das Telefon abnahmen, hat keiner gefragt: Wo bist du denn?“ Wo sollte man auch sein? Das Kabel des Geräts war nun wahrlich nicht lang. Da kamen nostalgische Gefühle hoch.

Corona-Regeln

Show: Wegen Corona gab es die Show in zwei Durchgängen. Für die Künstler ging es somit am Abend gleich zweimal an den Start.

Regeln: Am Abend galt noch die 3G-Regel mit Nachweis, Sitzen im Schachbrettmuster und Maskenpflicht. Über die Regeln der kommenden Theatervorstellungen wird der Kulturkreis noch beraten.

Vorschau: Das nächste Stück, das der Kulturkreis zeigt, ist die Tragikömodie „Die Ratten“ – am Mittwoch 1. Juni, um 19.30 Uhr. Der für den 6. April angekündigte „Trafikant“ wurde krankheitsbedingt abgesagt. Infos: www.kulturkreis.com

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