Cannabis: Apotheker sind offen für Verkauf

Cathrin Schmitz ist die Inhaberin der Löwen-Apotheke. Dr. Ralph Bültmann leitet die Bergische Apotheke. Archivfotos: jumo/trei
+
Cathrin Schmitz ist die Inhaberin der Löwen-Apotheke. Dr. Ralph Bültmann leitet die Bergische Apotheke. Archivfotos: jumo/trei

Viele Fragen sind noch ungeklärt – etwa was Kontrollen und Stärke angeht

Von Flora Treiber

Der Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP sieht die Legalisierung von Cannabis in Deutschland vor und das mit einer „kontrollierten Abgabe an Erwachsene zu Genusszwecken in lizenzierten Geschäften“. Ziel ist es, mit dieser Legalisierung den Schwarzmarkt zu schwächen und die Mengen an verunreinigten Substanzen zu reduzieren, die im Umlauf sind.

Es steht allerdings noch nicht fest, wie „lizenzierte Geschäfte“ aussehen werden, welche Bedingungen sie erfüllen müssen und welche Kenntnisse die Menschen haben müssen, die Cannabis zu Genusszwecken verkaufen wollen.

„Grundsätzlich finde ich die Legalisierung allerdings richtig, um den Dealern den Wind aus den Segeln zu nehmen.“

Cathrin Schmitz, Inhaberin der Löwen-Apotheke

Immer wieder wird in diesem Zusammenhang von Apotheken gesprochen, die als mögliche Verkaufsstelle diskutiert werden. Die Branche scheint im Moment auf mehr Informationen zu warten, um konkrete Aussagen zu dem Verkauf von Cannabis zu Genusszwecken treffen zu können.

Die Apotheker in Radevormwald sind offen für Konzepte und Vorschläge. Sie geben medizinisches Cannabis mit dem dazu nötigen Rezept bereits seit einigen Jahren raus. „Wie der Verkauf zu Genusszwecken in Apotheken ablaufen könnte, ist noch nicht geklärt und auch wie groß das Sortiment sein und nach welchen Kriterien Cannabis verkauft werden könnte, ist nicht sicher. Grundsätzlich finde ich die Legalisierung allerdings richtig, um den Schwarzmarkt zu schwächen und den Dealern den Wind aus den Segeln zu nehmen“, sagt Cathrin Schmitz, Inhaberin der Löwen-Apotheke. Sie macht sich Gedanken darüber, wie die Kunden und die Menge an Cannabis, die an sie verkauft wurde, festgehalten werden könnte. „Es muss in irgendeiner Form kontrolliert werden, wer wie viel Cannabis kauft. Auch für die Stärke wird es sicherlich eine Begrenzung geben“, sagt sie. Obwohl sie Konzepte zum Cannabis-Verkauf in Apotheken für möglich hält, ist der Apothekerin wichtig, dass ihre Branche in erster Linie für die medizinische Versorgung der Bevölkerung zuständig ist. „Alle Produkte, die wir verkaufen, müssen die Gesundheit fördern. Reine Genussmittel im Apothekenrecht zu verankern, ist nicht möglich.“

Dr. Ralph Bültmann, Inhaber der Bergischen Apotheke, befürwortet die geplante Legalisierung von Cannabis ebenfalls und den gesicherten Verkauf in Apotheken, der bisher nur eine Idee ist. Er findet es wichtig, dass eine stringente Altersgrenze gewährleistet ist. Genau wie seine Kollegin Cathrin Schmitz verfolgt er das Thema und wartet auf konkrete Entwicklungen, auf die Apotheken dann reagieren werden. Das Gesetz „Cannabis als Medizin“ ist im Frühjahr 2017 in Kraft getreten. Cannabis wird zum Beispiel für Schmerztherapien bei chronischen Erkrankungen eingesetzt.

-

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Aldi startet Erweiterung des Logistikzentrums
Aldi startet Erweiterung des Logistikzentrums
Aldi startet Erweiterung des Logistikzentrums
„Forsonics“ lassen die Töne perlen
„Forsonics“ lassen die Töne perlen
„Forsonics“ lassen die Töne perlen
Sparkasse ehrt ihre langjährigen Mitarbeiter
Sparkasse ehrt ihre langjährigen Mitarbeiter
Sparkasse ehrt ihre langjährigen Mitarbeiter
Im Vorzimmer laufen die Fäden zusammen
Im Vorzimmer laufen die Fäden zusammen
Im Vorzimmer laufen die Fäden zusammen

Kommentare