Camper üben für den Ernstfall

Bei einer Brandschutzunterweisung lernten die Teilnehmer auch den richtigen Umgang mit Feuerlöschern. Foto: Stephanie Licciardi
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Bei einer Brandschutzunterweisung lernten die Teilnehmer auch den richtigen Umgang mit Feuerlöschern. Foto: Stephanie Licciardi

Reaktion auf den Wohnwagenbrand an der Kräwi

Von Stephanie Licciardi

Es sei das Schlimmste gewesen, was dem langjährigen Camper Günther Stoffel passiert sei. Tatenlos bei einem Brand daneben zu stehen. „Einfach nur da zu stehen und zuzugucken, das war nicht schön. Wenn sich das Feuer weiter ausgebreitet hätte, gerade auf die rappeltrockenen Wälder, das hätte auch ins Auge gehen können.“

Damit künftigen Bränden vorgebeugt wird und die Camper für den Ernstfall gerüstet sind, trainierte der selbstständige Brandschutzingenieur Jan Philipp Arens im Rahmen einer Brandschutzunterweisung mit Interessierten auf dem Gelände des Ferienparks an der Kräwi. Die Idee zu einer Brandschutzunterweisung kam von Camper Carsten Stoffel. „Nach dem Wohnwagenbrand an Pfingsten bestand Handlungsbedarf“, erzählt er.

„Material ist ersetzbar, Menschenleben nicht.“

Philipp Arend, Brandschutzingenieur

Vielen Dauercampern sei zudem der zu geringe Abstand zwischen den Parzellen und dem laxen Umgang mit Grillfeuern mancher Tages- und Zeltgäste ein Dorn im Auge. Auch über zugeparkte Hydranten und blockierte Zufahrtswege beschwerte sich manch ein Teilnehmer. Brandschutzingenieur Jan Philipp Arens kennt sich mit Brandprävention und Schutzmaßnahmen aus, da er seit seiner Jugend aktiv bei der Freiwilligen Feuerwehr ist.

In dem rund dreistündigen Workshop wurden den Teilnehmern nicht nur Basiswissen, sondern auch Wissenswertes über den richtigen Umgang mit dem Feuerlöscher vermittelt. „Im Notfall gilt es, stets Ruhe zu bewahren und die 112 zu wählen“, erklärte Arens. Zudem seien die fünf W-Fragen wichtig. Im Ernstfall zähle jede Sekunde. „Material ist ersetzbar, Menschenleben nicht.“

Falls beim abendlichen Barbecue der Grill Feuer fängt, reicht ein einfacher Feuerlöscher nicht aus. „Hier hilft nur eine Löschdecke, um den Brand zu beseitigen.“ Neben präventiven Maßnahmen, etwa der regelmäßigen Überprüfung von bereits vorhandenen Feuerlöschern, der Fußbodengasheizung oder der Ausstattung im eigenen Wohnwagen, beklagen viele Dauercamper zu wenige Hydranten und fordern weitere Feuerlöschkästen und bessere Wegbeschreibungen zu den einzelnen Parzellen auf den insgesamt drei Teilstücken des Campingareals. „Im Ernstfall würde die Feuerwehr die Parzelle 175 im Teilstück Zwei beispielsweise überhaupt nicht finden, wenn keiner denen Bescheid gibt“, gibt ein Teilnehmer zu bedenken. Arens empfahl: „Bleiben Sie im Ernstfall zur Einweisung am Eingang stehen. Machen Sie die Feuerwehr auf sich aufmerksam und leiten Sie ihr den Weg zur Brandstelle.“

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