Bürgermeister Dr. Josef Korsten nimmt Stellung zu Protesten

"Ich finde es völlig in Ordnung, dass sich eine Gruppe gebildet hat, die ihrem Protest Ausdruck verleiht", kommentiert Bürgermeister Dr. Josef Korsten die Initiative, die 56 Radevormwalder ergriffen haben. Sie fordern in einem offenen Brief an die Aufsichtsbehörden den Stopp weiterer Maßnahmen, die beim Umbau der Innenstadt geplant sind. Die nämlich seien nur eines: Verschwendung von Steuergeldern (wir berichteten).

"In der Tat ist es ja so, dass es keine Erfolgsgarantie bei dem Projekt gibt und auch nicht geben kann", erklärt Dr. Korsten mit Blick auf die wachsende Zahl leerer Geschäfte im Stadtkern. "Andererseits: Würden wir nichts tun, bekämen wir genau dies vorgehalten." Dr. Korsten erinnert in diesem Zusammenhang an die Konkurrenzsituation, in der sich Radevormwald mit anderen Städten in der Region befinde. "Das Geld, das jetzt nach Rade fließt, würde in eine andere Kommune fließen."

Bei der Beseitigung von Leerständen in der Innenstadt könne die Attraktivierung von Marktplatz, Kaiser- und Schloßmacherstraße ohnehin nur einen Beitrag leisten. Es komme auch auf die Immobilienbesitzer an. "Man staunt manchmal, welche Mietpreiserwartungen immer noch da sind", erklärt der Bürgermeister, der darauf hinweist, dass beim Umbau der Innenstadt jeder Radevormwalder seine Sichtweise, seine Ideen einbringen konnte: "Es gab eine Bürgerbefragung, es gab Bürgerwerkstätten", blickt zu zurück.

Dennoch: Jeder einzelne Schritt bei dem Großprojekt, das bis 2017 angelegt ist, werde von den Politikern im Stadtrat verabschiedet werden müssen - und vorher beraten. "Und wir leben ja nicht in einem luftleeren Raum. Sie werden schon zur Kenntnis nehmen, dass es viele kritische Stimmen gibt."

Andererseits müsse man auch im "Wind und Sturm stehen". Das lehre unter anderem die Erfahrung, die sein Amtskollege in Gevelsberg gesammelt habe. "Sie glauben ja gar nicht, was hier während der Umbauphase los war"- habe ihm der dortige Bürgermeister mit auf den Weg gegeben. "Heute gilt der Umbau der Innenstadt in Gevelsberg als voller Erfolg."

"Wir sind Radevormwald" -"ein Stück Anmaßung"

Grundsätzlich aber habe selbstverständlich die Gruppe, die sich im Internet gefunden hat, das Recht, ihren Protest deutlich zu machen - auch ohne Alternativen aufzuzeigen. Als ein "Stück Anmaßung" empfindet Dr. Korsten jedoch die Bezeichnung, mit der die Initiative ihren offenen Brief unterschieben hat - nämlich mit "Wir sind Radevormwald". "In unserer Stadt leben 23000 Menschen und nicht nur jene 56, die das Schreiben unterzeichnet haben." Das sei aber auch "das einzige, was mich daran stört."

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