Hilfe

Bürger sollen die Augen offen halten

Schlafsack, Taschen, Rucksack – so ausgerüstet sind oft Menschen unterwegs, die kein Dach über dem Kopf haben. Wenn es im Winter frostig wird, droht ihnen der Kältetod.
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Schlafsack, Taschen, Rucksack – so ausgerüstet sind oft Menschen unterwegs, die kein Dach über dem Kopf haben. Wenn es im Winter frostig wird, droht ihnen der Kältetod.

Es soll kälter werden: Für Menschen ohne Wohnung kann das lebensgefährlich sein.

Von Joachim Rüttgen

Laut Wettervorhersage soll es ab Montag mit dem milden, regnerischen Winterwetter vorbei sein. Schnee und Temperaturen unter dem Nullpunkt werden für die bergische Region prognostiziert. 

Für wohnungslose Menschen kann so ein Wetter lebensgefährlich sein. Die Wohnhilfen Oberberg bitten deshalb um Mithilfe der Bürger, wenn diese einen gefährdeten Menschen auf der Straße beobachten. Auch mit einer Spende könne man wohnungslose Menschen in der kalten Jahreszeit unterstützen. Denn auch in ländlichen Regionen wie in Radevormwald, Hückeswagen oder Wipperfürth leben Menschen auf der Straße. Die Mitarbeiter der Wohnhilfen Oberberg seien für jeden Hinweis auf wohnungslose Menschen dankbar.

„Wenn Menschen sich bei diesen Temperaturen draußen aufhalten oder sogar übernachten, dann ist das lebensbedrohlich. Darum bitten wir die Bürger, aufmerksam zu sein und die Beratungsbüros der Wohnhilfen Oberberg zu kontaktieren“, sagt Wilfried Fenner, Leiter Regionalteam Mitte. Die Mitarbeiter würden den Fall aufnehmen und prüfen, was so schnell wie möglich getan werden kann.

Im Dezember 2021 gab es zwei Kältetote in Düsseldorf

Wie ernst die Gefahr ist, zeigte im vergangenen Dezember ein Fall aus Frankfurt: Dort erfror ein 46-jähriger Wohnungsloser auf einem Supermarktparkplatz. In Düsseldorf wurden aus dem Dezember 2021 zwei Kältetote gemeldet, die ohne Obdach waren. Sie waren von Passanten unter einer Brücke entdeckt und ins Krankenhaus gebracht worden, doch die Ärzte konnten nichts mehr für tun. „Man erkennt wohnungslose Menschen häufig daran, dass sie mehrere Taschen, Rucksäcke oder einen Schlafsack mit sich führen. Auch auf Menschen, die an Hauseingängen, am Bahnhof oder an Bushaltestellen schlafen, sollte man aufmerksam werden“, rät Fenner. Das Gleiche gelte für Personen, die man draußen regelmäßig antreffe, die immer wieder im Freien sitzen und sich den ganzen Tag dort aufhalten. In solchen Fällen sollten Bürger in den Beratungsbüros in Wipperfürth, Waldbröl und Gummersbach anrufen oder eine Mail schreiben.

Außerhalb der Öffnungszeiten der Wohnhilfen könne die Polizei oder das Ordnungsamt verständigt werden. „Das ist insbesondere an kalten Tagen und in frostigen Nächten sehr wichtig. Es gibt eine Verpflichtung der Unterbringung, wenn Gefahr für Leib und Leben besteht“, erklärt Wilfried Fenner.

Innerhalb der Geschäftszeiten können Bürger die Wohnhilfen Oberberg anrufen – für den Nordkreis mit den Kommunen Radevormwald, Wipperfürth, Hückeswagen und Lindlar unter Tel. (02267) 6557750.

Außerhalb der Geschäftszeiten informieren die nächsten Polizeidienststellen unter dem Notruf 110. „Diese kümmern sich mit dem zuständigen Ordnungsamt um eine kurzfristige Unterkunft in einer sogenannten Notunterkunft“, erklärt Fenner. Bei akuter gesundheitlicher Gefährdung sollten Bürger den Rettungsdienst unter dem Notruf 112 alarmieren.

Menschen, die sich dazu entscheiden, in keiner Notunterkunft zu übernachten, erhalten durch das Team der Wohnhilfen Oberberg wintertaugliche Ausrüstung, unter anderem einen Schlafsack, Isomatte und Winterkleidung. Hierfür ist das Team auf Geldspenden angewiesen.

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