Buche an der Burgstraße soll bewahrt werden

Ungleiche Nachbarn: Die Blutbuche und der neue Wohnkomplex an der Burgstraße.

Der neue Gebäudekomplex an der Burgstraße hat eine imposante Nachbarin: Es handelt sich um eine riesige Blutbuche, die das Stadtbild seit Jahrzehnten prägt. Ausbreiten kann sich der Baum mit seiner kräftigen Krone jedoch nicht mehr. Schon jetzt ragen seine Äste bis zur seitlichen Hauswand des Mehrfamilienhauses. Da kann man die Blutbuche doch eigentlich direkt fällen - oder, Frau Gottlieb? "Um Gottes Willen", erklärt die zuständige Baudezernentin. "Natürlich wollen wir den Baum erhalten."

Wie die Stadtplanerin hinzufügt, seien die Abstandsgrenzen beim Bau der neuen mehrgeschossigen Einheit an der Burgstraße eingehalten worden. Julia Gottlieb weist darauf hin, dass der Baum bereits zuvor in direkter Nachbarschaft zu Wohnhäusern stand. Diese sind im Vorfeld des Neubaus abgerissen worden. "Der neue Komplex ist höher als die bisherige Bebauung. Dadurch fällt die Nähe zur Blutbuche vielleicht eher ins Auge", erläutert die Dezernentin, die über die Ausmaße des Wohnkomplexes nicht uneingeschränkt glücklich ist, wie sie durchblicken lässt.

Der private Investor schafft auf dem rund 600 Quadratmeter großen Grundstück einen Neubau mit insgesamt 1 300 Quadratmetern Nutzfläche auf zweieinhalb Geschossen. Acht Wohneinheiten (oder sechs und zwei Büros) sowie Tiefgaragenstellplätze nehmen derzeit Konturen an.

Aus fachlicher Sicht wäre eine kleinteiligere Bebauung zwar wünschenswert gewesen. "Andererseits muss sich so ein Projekt auch für den Investor rechnen. Es muss wirtschaftlich sein." Zudem erinnert Julia Gottlieb daran, wie die Burgstraße mit ihrer bisherigen Bebauung aussah: "Das war doch ein Schandfleck."

Und demnächst soll die Burgstraße im Zuge der Innenstadt-Sanierung noch schöner werden. Hierbei spielt die Schatten spendende Blutbuche eine entscheidende Rolle. Sie bildet das Herzstück eines kleines Parks mit der Treppenanlage, die zur Hohenfuhrstraße führt. "Diesen Bereich wollen wir aufwerten und neu gestalten", kündigt die Bau-Dezernentin an.

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Dazu aber muss der Baum erhalten und gepflegt werden, wie die städtische Umweltbeauftragte Sylvia Schwanke betont. "Erst 2008 gab es eine Kronensicherung und eine Wurzelraumbehandlung."

Damit betraut sei ein Fachunternehmen, das regelmäßig ein Auge auf den Zustand der Blutbuche werfe. "Da muss aktuell einiges an Totholz beseitigt werden." Allerdings weist die Umweltbeauftragte auch darauf hin, dass der Baum schon recht betagt sei. "Der ist bestimmt an die 150 Jahre alt." Und auch das ziehe einen entsprechenden Pflegeaufwand nach sich. Ein Aufwand, der sich lohne. Denn eine Burgstraße ohne den imposanten Baum - das mag sich Sylvia Schwanke nicht ausmalen.

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