Buch entführt in die Stadt des Umbruchs

Der Radevormwalder BGV veröffentlicht eine Publikation: Bernhard Priggel (v. l.), Wolfgang Motte und Hans Golombek stellten das Buch vor. Foto: Claudia Radzwill
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Der Radevormwalder BGV veröffentlicht eine Publikation: Bernhard Priggel (v. l.), Wolfgang Motte und Hans Golombek stellten das Buch vor.

Bergischer Geschichtsverein veröffentlicht neue Publikation über die Zeit von 1918 bis 1932

Von Claudia Radzwill

Die Radevormwalder Abteilung des Bergischen Geschichtsvereins veröffentlicht ihre neuste Publikation – die sich mit „Radevormwald in der Zeit zwischen Monarchie und Diktatur“ beschäftigt. Verfasst wurde es von Wolfgang Motte, der dafür im Radevormwalder Stadtarchiv, in Kirchen- und Zeitungsarchiven recherchierte. „Die Geschichte der Bergstadt interessiert mich, auch mit der Zeit zwischen 1918 und 1932 habe ich mich schon länger beschäftigt“, sagt der Ehrenvorsitzende des Radevormwalder BGV.

Zusammen mit Hans Golombek, dem Vorsitzenden, und dem zweiten Vorsitzenden Bernhard Priggel stellte er das Werk am Donnerstag in der Bergischen Buchhandlung am Schlossmacherplatz vor. Das 96 Seiten starke Buch, das in einer Auflage von 250 Stück erschien, entführt zurück in die Jahre 1918 bis 1932, auf eine Zeitreise in eine Stadt des Umbruchs. Geprägt von einer spannungsgeladenen Lokalpolitik. „Die Monarchie war vorbei. Die Demokratie hatte mehr Gegner als Freunde“, sagt Priggel.

In Radevormwald waren die Parteien KPD und die Deutsche Nationale Volkspartei am stärksten, später kam die NSDAP dazu. „Auffällig war, dass viele Bürger extrem rechts oder links geprägt waren“, sagt Golombek. „Die SPD war die schwächste Partei.“ Davor rangierte noch das katholische Zentrum.

Im Rat der Stadt liefen damals heftige Debatten. „Im Mittelpunkt standen oft Kohle und Kartoffeln“, berichtet Golombek. Die Debatten aus jener Zeit reflektieren die Not, die die Bevölkerung nach dem Ersten Weltkrieg heimsuchte. 1923 wurden im Rat Gelder für Fahrunternehmen bewilligt, die auf Schleichwegen, Briketts aus Wermelskirchen in die Bergstadt holen sollten. „So wurden die französischen Wachposten umgangen, die während der Besetzung des Ruhrgebiets durch Frankreich den Handel kontrollierten“, sagt Golombek.

Die Goldenen Zwanziger zogen in Radevormwald ein

Wolfgang Motte hat all die Protokolle der Stadtratssitzungen als „Gerüst für seine Publikation“ genutzt, sagt er. Doch nicht nur die politische Lage beschreibt er in seinem Buch. Die Goldenen Zwanziger zogen auch in Radevormwald ein, eine lebendige Kulturszene lebte auf, mit Theater, Kino und Konzerten. Andere Kapitel beschäftigen sich mit dem Vereinsleben, mit den Problemen der christlichen Gemeinden.

Das Buch „Radevormwald zwischen Monarchie und Diktatur – 1918 bis 1932“ ist ab sofort für 13 Euro in der Bergischen Buchhandlung erhältlich. Für Ende März 2022 plant der BGV den nächsten Vortragsabend, der unter dem Motto „Radevormwald und die Deutsche Hanse“ stehen wird.

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