Mittagessen

Bis zu 150 Essen werden ausgegeben

Annette Bisterfeld, Veronika Klophaus (mit Maske, sie ist für die Essenausgabe zuständig) und Michaela Thiel (v. l.) vom Radevormwalder Mittagstisch.
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Annette Bisterfeld, Veronika Klophaus (mit Maske, sie ist für die Essenausgabe zuständig) und Michaela Thiel (v. l.) vom Radevormwalder Mittagstisch.

Geflüchtete aus der Ukraine nehmen das Angebot beim Mittagstisch gerne an.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Radevormwald. Es ist ein anspruchsvoller Weg, den der Rader Mittagstisch seit 1996 hinter sich gebracht hat. Bernd Hermann erinnert sich an die Anfänge: „Es ging los, als unsere ‚Mutter der Nation‘, Johanna Unkrig, drei bis fünf Menschen am Busbahnhof abgeholt hat, um ihnen im Wartburghaus ein warmes Mittagessen zu geben.“

Er steht vor dem Haus der Begegnung an der Schlossmacherstraße, immer wieder kommen Menschen, Herman begrüßt sie freundlich, genauso wie er sie freundlich verabschiedet, wenn sie den Mittagstisch verlassen – meistens mit einer großen Tasche mit Lebensmitteln in der Hand.

Was als kleine Anlaufstelle begann, hat sich 2008 in eine Stiftung gewandelt. „Karin Schmidt kam schon bald zur Unterstützung dazu, sie gründete die Stiftung Mittagstisch, die 2018 in die Helene-Hürxthal-Stiftung umgewandelt wurde“, sagt Hermann.

Wir gehen freundlich miteinander um, keiner muss dienern.

Bernd Hermann

Seitdem ist der Mittagstisch im Haus der Begegnung an der Schlossmacherstraße untergebracht – als Ankermieter. Ein solcher sind auch der Trägerverein „aktiv55plus“ und die Ökumenische Initiative. „Die Stiftung springt aber nur im Notfall ein, finanziert wird der Mittagstisch – und die Lebensmittelspenden – von den Rader Bürgern und den Supermärkten, zu denen wir ein sehr gutes Verhältnis haben“, sagt Hermann. Das sei für den Betrieb des Mittagstischs auch dringend nötig, denn die Zahl der ausgegebenen Essen und der abgegebenen Lebensmittel ist seit Ende Februar drastisch gestiegen – seitdem auch in Radevormwald mehr und mehr Geflüchtete aus der Ukraine angekommen sind.

Vor allem gegen Ende eines Monats seien bis zu 150 Essen ausgegeben worden. „Es variiert, aber seitdem der Krieg ausgebrochen ist, sind es etwa 70 Personen mehr, die abholen oder zum Mittagessen kommen“, sagt Hermann. „Die Menschen sind sehr freundlich und zuvorkommend“, sagt Hermann. Man habe auch eine Frau gewinnen können, die Russisch spreche. „Sie kommt dienstags zum Übersetzen – das erleichtert die Kommunikation natürlich enorm“, sagt Hermann.

Das Wichtigste neben der Versorgung mit einer warmen Mahlzeit oder Lebensmitteln sei, den Menschen mit Respekt zu begegnen. „Eine Kleinigkeit ist hierbei, dass wir den Gästen das Essen am Platz servieren. Oder dass sie für die Tüte mit Lebensmitteln einen Euro zahlen, wenn sie das können – das macht etwas mit dem Selbstbewusstsein“, sagt Hermann. Und als Ergebnis dieses gezeigten Respekts sei auch sichtbar, dass einige der Gäste schon seit Wartburghaus-Zeiten zum Mittagstisch kämen. „Es ist so einfach: Wir gehen freundlich miteinander um, keiner muss dienern, alles ist gut so, wie es ist“, betont Hermann.

Wer zum Mittagstisch kommen will, braucht den Oberberg-Pass. „Den Pass bekommt man im Rathaus“, sagt Hermann. Allerdings komme es durchaus vor, dass jemand zum ersten Mal zum Haus der Begegnung kommt – und noch keinen Pass hat. „Natürlich wird niemand weggeschickt“, betont Hermann. Man sehe allerdings schon zu, dass die Gäste sich den Pass besorgten – und unter Umständen leiste man hier auch Unterstützung.

www.radevormwalder-mittagstisch.de

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