Offene Kirchen

Besonnenheit steht im Fokus der Kirchennacht

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Eine Diashow mit Werken des Künstlers Gerlach Bente war am Freitag in der Martinikirche zu sehen.

Fünf Kirchen öffneten sich mit Aktionen für Besucher.

Von Claudia Radzwill

Beim Eintritt in die Kirche der Martinigemeinde empfing die Besucher eine besondere, fast schon meditative Atmosphäre. Den Blick zog eine Dia-Schau auf sich, die Werke des Radevormwalder Künstlers Gerlach Bente zeigte. Dazu erklang leise Orgelmusik.

Das Gotteshaus an der Uelfestraße hatte am Freitagabend zur „Nacht der offenen Kirchen“ geöffnet – fünf Radevormwalder Kirchengemeinden machten mit. Von 19 bis 22 Uhr konnten die Besucher von Gotteshaus zu Gotteshaus wandern. Im Mittelpunkt des Abends stand der Bibelvers „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“ (2. Tim 1,7).

In der Martinigemeinde stand die „Besonnenheit“ im Mittelpunkt. In der lutherischen Kirche konnten die Besucher „Kraftquellen“ finden – entlang eines Rundweges, der an verschiedenen Stationen vorbeiführte. Dazu gehörten auch Werke des Künstlers Bernhard Gusti. Sie zeigten Menschen erst in grauer, dann in bunter Umgebung.

„Es ist schön, dass die Kirchen auch dieses Jahr geöffnet haben.“

Hajo Nieland, Kirchenbesucher

Ein weiterer „Kraftgeber“ in der Kirche an der Burgstraße war die Band „Grandma’s Kitchen“ – die mit irischer Folkmusik Besucher in den Bann zog. Für alle Gemeinden galt, was Pastor Philipp Müller von der lutherischen Gemeinde hervorhob: „Es ist uns wichtig, es den Radern auch in diesem Jahr zu ermöglichen, Kirche zu erleben.“ Das gelang trotz Corona-Pandemie. Im Laufe der ersten Stunde zählte Pastor Müller rund 62 Besucher.

In den Gotteshäusern galten aufgrund der Pandemie besondere Schutzmaßnahmen. Die Maske war der stetige Begleiter, und alle Gemeinden achteten darauf, dass die Abstände eingehalten wurden.

Die Band „Grandma's Kitchen“ zog Besucher in der lutherischen Kirche in ihren Bann. Außerdem führten einzelne Stationen als Kraftquellen durch die Kirche.

Nicht zu viele Menschen durften sich zeitgleich im Inneren aufhalten. Eine feste Besucherzahl ließ sich dabei nicht festlegen. „Jede Kirche ist verschiedenen, jede Gemeinde hat daher eine andere Vorgabe, wie viele Besucher erlaubt sind“, erklärte Pfarrer Philipp Müller. Die Besucher verteilten sich aber gut auf die Standorte. Wer sah, dass es zu voll wurde, zog einfach zur nächsten Kirche weiter und kam später wieder.

In der reformierten Kirche am Markt hatten Pfarrer Dr. Dieter Jeschke und das Presbyterium noch kurzfristig das Programm geändert. Ursprünglich sollten kurze unterhaltsame Videoclips zu sehen sein – die sich des Mottos „Maß halten können: Ist das langweilig oder lebensnotwendig? Über die Kunst der Besonnenheit“ annahmen.

Texte über Hoffnung wurden auf Stellwänden gezeigt

„Wir haben uns aber entschieden, Hoffnungstexte und Fotos aus unserer Whatsapp-Hoffnungsgruppe auf Stellwänden zu zeigen“, erklärte der Seelsorger. „Wir hatten ein wenig Angst, dass die kurzen Clips ein stetiges Kommen und Gehen auslösen könnten.“ Das aber sollte verhindert werden – wegen der Pandemie. Ein vorgegebener Weg führte durch den Kirchenraum, der am Eingang des Gotteshauses startete und zum Nebeneingang hinaus führte.

Für Hajo Nieland war die reformierte Kirche der zweite Halt. Er war mit Verwandten unterwegs. „Wir waren schon in der Martinikirche“, erzählte er. Sie seien ohne Bedenken gekommen. „Man kann gut Abstand halten, und es ist schön, dass die Kirchen auch dieses Jahr geöffnet haben.“

In der katholischen Kirche St. Marien an der Bischof-Bornewasser-Straße gab es Gebete, Texte und Musik, die zu einer „Besinnungszeit“ einluden. In der Dorfkirche in Remlingrade wurden Lesungen und Gebete unter dem Motto „Besonnenheit“ angeboten – dazu wurde das Gotteshaus illuminiert.

Planung

Es war die fünfte Nacht der Kirchen in Radevormwald. Mit der Planung hatten die Gemeinden schon Ende des letzten Jahres begonnen. Im April fiel die Entscheidung, dass die Veranstaltung auch im Pandemie-Jahr stattfinden sollte, da man die Corona-Schutzmaßnahmen in den Kirchen einhalten kann. Allerdings mussten die Besucher dieses Mal auf den Shuttlebus verzichten.

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