Kunst

Beim Malen verschwindet der Alltag

Malkurs Cindy Kuhn-Chuang. Cindy Kuhn Chuang mit Tuscheblock und Reibe - den traditionellen Utensilien für die Tuschemalerei.
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Malkurs Cindy Kuhn-Chuang. Cindy Kuhn Chuang mit Tuscheblock und Reibe - den traditionellen Utensilien für die Tuschemalerei.

Cindy Kuhn-Chuang bietet montags einen Kurs in ihrem Atelier an.

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Jeden Montag öffnet Cindy Kuhn-Chuang ihr Atelier für ihren Malkurs. In den drei großen hellen Räumen in der Otto-Hahn-Straße 4 treffen sich derzeit zehn Teilnehmer. Einige Plätze habe sie noch frei, sagt Cindy Kuhn-Chuang.

Seit 15 Jahren unterrichtet sie, vermittelt ihren Schülern Tusche-, Aquarell- und Acrylmalerei. „Als ich mit dem Kurs anfing, damals noch als Kurs der Volkshochschule, stand die Tusche-Technik im Vordergrund“, erzählt Cindy Kuhn-Chuang. Sie wollte in der Bergstadt einen Malstil anbieten, den es noch nicht gab.

Auf der Tusche-Technik bauen andere Malstile auf

„Zunächst war ich auch noch sehr streng“, blickt sie mit einem Lächeln zurück. Erst kam die Tusche-Technik, darauf bauten die anderen Malstile auf. Die Tuschemalerei basiert auf der filigranen chinesischen Kalligraphiekunst. Acht Striche stehen am Anfang, aus Schriftzeichen entwickeln sich Motive. In der klassischen Tusche-Technik werden Tuscheblöcke auf einer Reibe gerieben, mit Wasser gemischt. In ihrer Heimat Taiwan hat Cindy Kuhn-Chuang schon als Kind die Kalligraphiekunst erlernt.

Der Malkurs von Cindy Kuhn-Chuang. Die Teilnehmer arbeiten mit verschiedenen Techniken.

Heute steht im Malkurs von Cindy Kuhn-Chuang „das, was gut tut“ im Vordergrund. „Sie holt jeden dort ab, wo er steht“, sagt Kursteilnehmerin Christiane Köster. Sie ist von Anfang an dabei. „Ich bin ausgebildete Yogalehrerin, macht Thai-Chi – und wollte die Tradition dahinter kennenlernen“, erzählt sie. Mit der chinesischen Sprache hat Christiane Köster angefangen. „Die Schriftzeichen, die Tuschemalerei folgten“, erzählt sie.

Christiane Köster gehört zu denjenigen, die ganz klassisch vorgehen: Über die Kalligraphie erschließt sie sich die Tuschemalerei. Dann kommen die Farben. Andere Kursteilnehmer wenden sich sofort den Aquarellfarben zu. Wieder andere sind angetan von der Leuchtkraft der Acrylfarben und beginnen damit. Cindy Kuhn-Chuang unterstützt, gibt Tipps und Feedback. Ihr ist es wichtig, dass jeder Kursteilnehmer sein eigenes Tempo, sein eigenes Motiv, seine eigene Farbkomposition entwickelt. Für Christiane Köster ist die Malerei auch Meditation: „Der Alltag verschwindet.“

Blumen, Tiere, auch Personen – an den Maltischen und den kleinen Staffeleien entstehen ganz viele individuelle Bilder mit vielfältigen Motiven. In einem der Räume hat Cindy Kuhn-Chuang Nachschlagewerke stehen: „Als Ideensammlung.“ Wer möchte, kann hier stöbern. „Doch die meisten bringen Vorlagen selbst mit oder malen ganz intuitiv“, sagt sie. Landschaften seien übrigens typische Tusche-Motive, sagt Cindy Kuhn-Chuang. Die Herausforderung dabei seien die Schattierungen. Gemalt wird eigentlich auf dünnem Reispapier. Vor der Pandemie ist Cindy Kuhn-Chuang regelmäßig nach Taiwan gereist – und hat von dort das Papier und die feinen Pinsel für ihren Malkurs mitgebracht. „Jetzt war ich seit drei Jahren nicht mehr dort“, sagt sie. Man kann Reispapier online bestellen, die Qualität sei zwar nicht die gleiche: „Aber es geht“. Alternativ malen ihre Schüler auf Seidenpapier. Oder Büttenpapier. Letzteres zeichnet sich durch seine charakteristischen handgerissenen Ränder aus. Die fein abgestimmten Farbtöne wirken besonders edel.

Einsteigen (oder wiedereinsteigen) in den Malkurs kann jeder und jede jederzeit. Vor Corona haben die Malschüler von Cindy Kuhn-Chuang alle zwei Jahre im Mehrzweckraum im Bürgerhaus Werke ausgestellt. Auch Werke von ihr waren dort zu sehen. 2019 zeigte die Künstlerin Eindrücke, die sie auf Reisen in die Toskana, nach Taiwan, Afrika und Kuba festgehalten hat – sogenannte „Urban Sketchings“. Unterwegs zeichnet Cindy Kuhn-Chuang mit Fineliner die Konturen von Motiven. Im Atelier bekommen die Bilder dann Tusche-Schattierungen und Farbe.

Hintergrund

Jeder kann jederzeit in den Malkurs von Cindy Kuhn-Chuang einsteigen. Sie hat noch Plätze frei. Der Kurs findet in ihrem Atelier an der Otto-Hahn-Straße 4 statt – jeden Montag von 17 bis 18.30 Uhr. Infos und Anmeldung unter Tel. (01 75) 5 86 98 98.

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