Workshop

Beim Ferienspaß entstehen spannende Kurzfilme

Sofia (l.) und Giulia proben eine Szene des Krimis. Yazan stellt unterdessen die Kamera ein. Fotos: Claudia Radzwill
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Sofia (l.) und Giulia proben eine Szene des Krimis. Yazan stellt unterdessen die Kamera ein.

Die Teilnehmer von zwei Workshops mit Medienpädagoge Sebastian Salanta konnten die Drehbücher selber schreiben.

Von Claudia Radzwill

Filmemacher Sebastian Salanta weiht Zein und Tim in die Kameratechnik ein.

Die Radevormwalder Jugendräume verwandelten sich in der vergangenen Woche in ein Filmset. „Kamera läuft“ hieß es dort gleich zweimal beim Ferienspaß. Filmemacher und Medienpädagoge Sebastian Salanta war in der Bergstadt zu Gast – und hatte das Equipment für einem richtigen Filmdreh mitgebracht. Kamera, Licht, Mikrofon und auch einen Green Screen. Der allerdings kam am Ende nicht zum Einsatz. „Für Flugszenen eignet er sich. Da werden die Szenen vor der grünen Wand aufgenommen, um später in ein Bild rein kopiert zu werden“, erklärte Salanta. Doch Flugszenen standen bei den Workshops nicht im Script.

Entdecken und ausprobieren – Das war das Motto

Das Drehbuch schrieben die Jungen und Mädchen selber. Jedes Kind konnte seine Vorstellungen miteinbringen. Und die gab es reichlich. „Die Kinder sprudeln vor Ideen“, berichtet Salanta. Die Jungen und Mädchen entwickelten dann zusammen mit Sebastian Salanta eine Geschichte. Anschließend wurde die Story verfilmt. „Jeder aus der Gruppe durfte auch eigene Requisiten und Kostüme mitbringen“, erzählte der Coach. Da kam ein bunter Mix zusammen. Lego-Burg, Hexenkostüm, Monsterpuppen – egal was es war, auch das wurde in die Handlung mit eingebaut. Während mit der ersten Gruppe am vergangenem Mittwoch eine mittelalterliche Fantasygeschichte entstand, gab es am Donnerstag den Dreh zu einer Krimi-Komödie.

Sebastian Salanta zeigte den Kids an den Nachmittagen viele Filmkniffe. Etwa wie man es schafft, kleine Monsterfiguren perspektivisch ganz groß wirken zu lassen. Entdecken und ausprobieren – das sind die Leitlinien in seinen Workshops. Jedes Kind durfte verschiedene Funktion bekleiden. Die Mädchen und Jungen schlüpften nicht nur in verschiedene Rollen vor der Kamera, sondern sie waren auch in der Produktionsassistenz, der Aufnahmeleitung oder der Regie unterwegs.

Besonders einprägsam war der Titel des Krimikurzfilms: „Der Raub des Schneeflockenobsidians“. Die Story: Ein wertvoller Obsidian, ein Vulkanstein, sollte aus einem Museum gestohlen werden. „Ich spiele den Helfer, der für seine böse Chefin den Stein klauen soll“, erzählte Tim. „Ich habe aber auch noch einen zweiten Auftritt. Dazu brauche ich dann mein Darth-Vader-Kostüm.“

Das Workshopangebot im Ferienspaßprogramm hatte ihn neugierig gemacht. Der neunjährige Schüler wollte wissen, wie ein Film entsteht. So ging es auch Marie (11). Sie schlüpfte zum Dreh in die Rolle der „Chefin“ und verriet: „Am Ende werde ich den Stein allerdings nicht bekommen.“ Denn da war noch die Museumswärterin und Detektivin, die das Unternehmen vereitelte. Gespielt wurden sie von Giulia (10). Sie und ihr Bruder hatten den Anstoß zu der spannenden Filmstory gegeben. Sie hatten Steine und ein Fachbuch über Obsidiane mitgebracht.

Alle hatten viel Spaß und freuten sich schon auf das Endprodukt. „Wir drehen die Szenen chronologisch, so dass am Schluss des Workshops schon ein kleiner fertiger Film gezeigt werden kann“, erklärte Salanta. Später wolle er diesen noch ein wenig schneiden und optimieren und ihn dann den Kindern zuschicken.

„Wir drehen die Szenen chronologisch, so dass am Schluss des Workshops schon ein kleiner fertiger Film gezeigt werden kann.“

Sebastian Salanta, Filmemacher

Salanta machte zum ersten Mal beim Ferienspaßprogramm in der Bergstadt mit. „Filmworkshops für Kinder gebe ich schon seit vielen Jahren.“ Meist in größeren Städten wie Wuppertal und Dortmund. „Ich selbst komme allerdings aus Haan, einer kleineren Stadt. Ich dachte mir, dass auch in kleineren Städten Interesse an Workshops besteht und habe auch dort angefragt.“ Mit Erfolg. Über Kontakte nach Schwelm kam er nach Radevormwald. „Das Team der Jugendräume fragte an, ob ich Lust hätte, beim Ferienspaßprogramm mitzumachen“, sagte er. Er hatte – zur Freude der filmbegeisterten Kids.

Ferienprogramm

Noch bis zum 13. August gibt es Ferienspaßangebote. In der Stadtbücherei liegen Programme aus. Hier werden auch die Anmeldungen entgegengenommen. Im Internet gibt es auch Infos, wo es noch freie Plätze gibt. Coronabedingt wird dieses Jahr wieder der Abschlusströdelmarkt ausfallen.

www.radevormwald.de

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