Sperrungen

Baustellen-Chaos schreckt Kundschaft ab

Erste Geschäfte am Wuppermarkt kündigen bereits an, wegen Sperrungen vorübergehend zu schließen.

Von Stefan Gilsbach

Radevormwald. Gäbe es ein Wappen für die Radevormwalder Wupperorte, im Moment wäre die rot-weiße Baustellen-Bake das passendste Motiv. Mit Beginn dieser Woche hat die Vollsperrung der L 414 bei Dahlhausen den Durchgangsverkehr im Tal größtenteils zum Erliegen gebracht. Parallel dazu gibt es in Dahlerau eine große Baustelle, die Wülfingsiedlung ist derzeit nur über die provisorisch für den allgemeinen Verkehr freigegebene Grünentaler Straße („Kinderwagen-Chaussee“) zu erreichen.

So manchen Besucher schreckt die hohe Konzentration von Baustellenampeln, Sperrungen und warnenden Verkehrsschildern ab. Das bekommen vor allem die Geschäftsleute in den Wupperorten zu spüren. Manche ziehen bereits Konsequenzen. So kündigt die „Metzgerei und Imbiss am Wuppermarkt“ (früher Budde) auf ihrer Facebookseite an, während der Dauer der Baustelle auf der L 414 zu schließen. „Es kommen derzeit wegen Sperrungen weniger Kunden“, bestätigt Christian Reh, Angestellter der Metzgerei. Und jene, die kämen, beklagen sich über die weiten Umwege, für die bis zu zehn Minuten mehr Fahrzeit benötigt würde. Auch um Lebensmittel nicht unnötig zu verschwenden, so das Geschäft, habe man sich entschieden, vom 10. bis 15. Oktober den Laden zu schließen.

Auch Sven Thiel hat schon mit dem Gedanken gespielt, vorübergehend sein Geschäft nicht zu öffnen, bis die Baustellen-Lage sich entspannt hat. Thiel betreibt in Vogelsmühle seit kurzer Zeit einen Fachladen rund um Dart-Ausstattung. „Durch die Sperrungen ist der Kundenstrom total abgerissen“, berichtet er. Ein Kunde, der aus Remscheid gekommen war, habe sich beschwert, weil er „einen Riesenumweg“ fahren musste. Dass die Resonanz der Kundschaft auch in den großen Versorgern deutlich zurückgangen ist, sei nicht zu übersehen. „Ich bin bei meinem Einkauf im Penny-Markt noch nie so schnell durchgewesen“, sagt Thiel.

Dass sich mehrere Großbaustellen gleichzeitig auf kleinem Raum in den Wupperorten drängeln, hat mit den unterschiedlichen Trägern zu tun. In Dahlerau, wo derzeit die Wülfingstraße gesperrt ist, erneuert die Stadt Radevormwald die Auffahrt zur L 414. Das wurde nötig, weil der Hang abzurutschen drohte. Die Baustelle auf der L414 zwischen Dahlhausen und Vogelsmühle ist dagegen eine Maßnahme des Landesbetriebs Straßen NRW. Auch dort wird eine Stützwand saniert, unmittelbar am Wupperufer. Wie die Behörde versichert hatte, muss die Maßnahme durchgeführt werden und gestattet keinen Aufschub.

Rolf Ebbinghaus, Fraktionsvorsitzender der Alternativen Liste, hat auf Facebook die Lage mit Fotos dokumentiert. „Die Menschen aus Frielinghausen und Dahlhausen haben im Moment Probleme, zum Wuppermarkt zu kommen“, berichtet er. „Für die Bewohner von Keilbeck und der Siedlung auf der Brede geht es dagegen.“ Er selber sei am Donnerstagvormittag gegen 11.30 Uhr am Wuppermarkt gewesen. Dort sei allerdings die Kundenfrequenz noch recht gut gewesen, so sein Eindruck. „Ich hatte erwartet, dass es deutlich leerer gewesen wäre. Aber natürlich war das nur eine Momentaufnahme.“

Ebbinghaus hat Empfehlungen für jene gepostet, die von Rade aus die Wupperorte ansteuern. Wer nach Keilbeck und zum Wuppermarkt wolle, nehme am besten die Strecke über Oberste Mühle, Önkfeld und Herkingrade. Zur Wülfingsiedlung komme man über Herbeck und Dahlhausen, dann über die Wupperbrücke, die L 81 hoch, dann der Umleitung über die Grünentaler Straße folgen. Wer nach Beyenburg wolle, fahre über Oberste Mühle, Önkfeld, Remlingrade.

„Wer die Sperrung vergessen hat und in Dahlhausen vor der Absperrung steht, muss nicht unbedingt zurückfahren“, rät der AL-Politiker. „Der Ausweg besteht darin: Über Wupperbrücke fahren bis zur Schwelmer Straße, rechts auf die Schwelmer Straße einbiegen und nach Beyenburg fahren. Von da aus zurück in die Wupperorte.“

Hintergrund

Wie Holger Westhoff vom Straßenverkehrsamt der Stadt Radevormwald mitteilt, muss die Landstraße zwischen Dahlhausen und Vogelsmühle durch den Landesbetrieb gesperrt werden, weil die dort verwendeten Bohrmaschinen viel Platz benötigen. Die Vollsperrung soll am 14. Oktober beendet werden. Durch die Herbstferien ist das derzeitige Verkehrsaufkommen geringer.

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