Wohnen

Bauland im Nordkreis ist besonders teuer

Wer ein Haus bauen möchte, muss im Oberbergischen deutlich tiefer in die Tasche greifen als noch vor einem Jahr. Symbolfoto: Leon Hohmann
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Wer ein Haus bauen möchte, muss im Oberbergischen deutlich tiefer in die Tasche greifen als noch vor einem Jahr. Symbolfoto: Leon Hohmann

Gutachterausschuss legt Grundstücksbericht für Oberberg vor.

Von Leon Hohmann

Wer ein Grundstück oder ein Haus kaufen möchte, muss mehr Geld in die Hand nehmen als noch im vergangenen Jahr. Das geht aus einem aktuellen Bericht des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Oberbergischen Kreis hervor, der in dieser Woche vorgestellt worden ist. Demnach stiegen die Preise um bis zu 20 Prozent an.

Mehr Immobilien wurden verkauft: 2247 Immobilienverkäufe wurden im ersten Halbjahr 2021 dem Gutachterausschuss gemeldet. Das sind 6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig stieg der Umsatz der Kaufverträge um rund 16 Prozent. Bis Ende Juni wurden rund 289 Millionen Euro in Grundstücke und Immobilien im Kreisgebiet investiert.

„Die Preise von gebrauchten Eigentumswohnungen jüngeren Baujahres sind deutlich gestiegen.“

Aus dem Bericht des Gutachterausschusses

Deutliche Preissteigerung beim Bauland: Bis zu 20 Prozent mehr zahlten Bauherren in den ersten sechs Monaten des Jahres. Besonders teuer sind laut Gutachterausschuss Grundstücke im Nordkreis (Radevormwald, Hückeswagen, Wipperfürth und Lindlar). Für eine durchschnittliche Grundstücksgröße von 700 Quadratmeter müssen Käufer um die 100 000 Euro zahlen. Im Mittelkreis (Marienheide, Gummersbach, Engelskirchen, Wiehl) wurde für einen Bauplatz rund 85 000 Euro und im Südkreis (Bergneustadt, Reichshof, Nümbrecht, Morsbach, Waldbröl) circa 75 000 Euro gezahlt.

Waldboden ist etwas günstiger geworden: Der Durchschnittswert für landwirtschaftlich genutzte Flächen lag mit 1,50 Euro pro Quadratmeter etwa 11 Prozent über dem Niveau des bisherigen Bodenrichtwerts. Die Preise von Waldflächen variieren gegenüber denen des Vorjahrs. Günstiger wurden etwa Flächen mit Laubwald (-9 Prozent), Mischwald (-5 Prozent) und Nadelwald (-25 Prozent).

Freistehendes Haus kostet im Schnitt 275 000 Euro: Eine Preissteigerung von gut 14 Prozent verzeichnete der Gutachterausschuss für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser mit einer Grundstücksgröße zwischen 350 und 800 Quadratmetern. Im Nordkreis lag der Durchschnittswert einer solchen Immobilie bei rund 275 000 Euro (+10 Prozent), im Mittelkreis bei rund 230 000 Euro (+12 Prozent) und im Südkreis bei etwa 220 000 Euro (+18 Prozent). „Je nach Baujahr, Lage, Ausstattung und Beschaffenheit wurde natürlich unterschiedlich viel für eine Gebäudeimmobilie gezahlt“, macht der Gutachterausschuss in seinem aktuellen Bericht deutlich.

Gebrauchte Eigentumswohnungen kosten mehr: Während die Kosten für eine neue Eigentumswohnung mit 3060 Euro pro Quadratmeter fast auf Vorjahresniveau (3120 Euro pro Quadratmeter) liegen, werden insbesondere gebrauchte Eigentumswohnungen teuerer. „Die Preise von gebrauchten Eigentumswohnungen jüngeren Baujahres sind deutlich gestiegen“, heißt es im Bericht des Ausschusses. Während die Preise für Wohnungen, die in den Jahren 1950 bis 1970 errichtet wurden, stagnieren, muss für Wohnungen in neueren Häusern deutlich mehr gezahlt werden: Bei Eigentumswohnungen aus den Jahren 1975 bis 1995 waren dies rund 8 Prozent. Für Immobilien, die zwischen 1996 und 2010 erstmals bezogen worden sind, muss bis zu 20 Prozent mehr gezahlt werden als noch im vergangenen Jahr. Der Gutachterausschuss weist jedoch darauf hin, dass auch in diesem Fall die Preise wegen unterschiedlicher Lage, der Bauausführung und der Ausstattung stark variieren könnte.

Hintergrund

Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte ist eine Einrichtung des Landes und ein weisungsunabhängiges Gremium. Der Grundstücksmarktbericht soll helfen, den Grundstücksmarkt im Oberbergischen Kreis möglichst transparent darzustellen.

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