Vereinsarbeit

Bahnfreunde setzen Brückenarbeiten fort

Die Brücken nahe der Ortschaft Wilhelmstal wurden in den vergangenen Monaten von den Mitgliedern des Vereins erneuert. Manche Schwellen waren bereits 60 Jahre alt.
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Die Brücken nahe der Ortschaft Wilhelmstal wurden in den vergangenen Monaten von den Mitgliedern des Vereins erneuert. Manche Schwellen waren bereits 60 Jahre alt.

Der Verein „Bergische Bahnen/Wupperschiene“ hat im Mai und im Juni die Erneuerung in Wilhelmstal fortgesetzt.

Von Stefan Gilsbach

Radevormwald. Auch im Frühjahr und im Sommer sind die Mitglieder des Vereins „Bergische Bahnen/Wupperschiene“ wieder zu Werk gegangen, um die Bahnstrecke zwischen Radevormwald und Wuppertal auf Vordermann zu bringen. Das langfristige Ziel: eine Museumsbahn auf die Gleise zu bringen.

Im April hatten die Vereinsmitglieder die Arbeiten an der Brücke Wilhelmstal II abgeschlossen und die Brücke Wilhelmstal I in den Blick genommen. „Die dortigen Schwellen sind ebenfalls schon mehr als 60 Jahre alt und müssen dringend erneuert werden“, teilt der Verein mit. Als Vorarbeiten mussten die Deckbleche demontiert und vor der Brücke abgelegt werden, anschließend die Fahrscheinen seitlich heraus gesetzt, da dass die Schwellen frei liegen.

Im Mai wurde die Strecke wieder freigeschnitten

Im Mai führten die Bahnfreunde wieder Freischnittarbeiten an der Strecke durch, um die Fahrten der Draisinen des „Wuppertrail“ weiter zu ermöglichen. Am 21. Mai war der Verein an einer Öffentlichkeitsveranstaltung des „Bergischen Rings“ beteiligt, nach der coronabedingten Pause war der Verein beim „Fahrradsommer der Industriekultur“ an der Jahrhunderthalle beteiligt. Hier wurde an einem Infostand für touristische Ziel im Bergischen Land geworben.

Die Arbeiten an der Brücke Wilhelmstal I fanden dann zum großen Teil am Pfingstwochenende statt. Dabei sollten alle alten 95 Brückenbalken zurückgebaut und die neuen Balken auf der Brücke montiert werden. Da dies bereits die vierte Brücke auf der Strecke ist, bei der diese Arbeiten anfallen. „haben wir hier nun schon eine gewisse Routine“, berichtet der Verein in seinem Rückblick.

In diesem Fall kam auch ein Mini-Bagger zum Einsatz. „Für den Transport wurde auf den neuen Brückenbalken ein Feldbahngleis verlegt und die Schwellen mittels einer Lore transportiert. Hierdurch kann einiges an Hebearbeit gespart werden. Die Kette des Baggers steht immer gleichzeitig auch drei Brückenbalken, so dass hier für einen ausreichend guten Stand gesorgt ist“, so der Bericht.

Nach zweieinhalb Tagen in großer Hitze waren die Bahnfreunde fertig, und zwar früher als gedacht. Ingesamt hatten für die Arbeiten auf der Brücke 13 Personen im Ganzen 224 Arbeitsstunden geleistet.

Die Strecke zwischen Rauen­thal und Dahlhausen ist im Besitz des Vereins Bergische Bahnen/Wupperschiene.  Allerdings ist die „Wupperschiene“ nicht der Betreiber, hier gibt es einen Vertrag mit Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH (RSE). „Wir haben gerade eine Verlängerung dieses Vertrages unterschrieben“, erklärt der Vorsitzende des Vereins, Ulrich Grotstollen. Allerdings weist er darauf hin, dass bei der Wieder-Inbetriebnahme der Strecke erst einmal der Abschnitt zwischen den Wuppertaler Stationen Rauental und Beyenburg im Fokus steht. „Der bürokratische Aufwand ist groß“, räumt Grotstollen ein. Bevor wieder Züge rollen können, muss auch das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) in Essen einbezogen werden.

Immerhin gibt es positive Signale aus den Kommunen wie Radevormwald: Bürgermeister Johannes Mans hat mehrmals betont, dass er in einer Wiederbelebung der Strecke – beispielsweise für den Schienen-Personennahverkehr – ein großes Potenzial sieht. Eine Machbarkeitsstudie ist in Auftrag gegeben worden, daran ist auch der Oberbergische Kreis beteiligt. Auch die Politik signalisiert Unterstützung: Der Radevormwalder SPD-Landtagsabgeordneter Sven Wolf  hatte im Mai 2022 gemeinsam mit Udo Schiefner, Vorsitzender des Verkehrsausschusses des Deutschen Bundestags, die Bahnfreunde und auch den „Wuppertrail“ vor Ort besucht.

Hintergrund

Der Verein: Die Wupperschiene hat sich Anfang der 1990er Jahre gegründet und es sich zum übergeordneten Ziel gemacht, die Eisenbahngeschichte im Tal der Wupper zu erhalten. Der Verein konnte den Streckenteil zwischen Wuppertal-Beyenburg und Radevormwald-Wilhelmstal erwerben und unter Denkmalschutz stellen. Seit 2012 ist auch der Teil von Rauental bis nach Beyenburg Eigentum des Vereins – insgesamt rund 15 Kilometer.

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