Interview

Bei Bach geht ihr immer das Herz auf

Angelika Kozinowski-Werler ist die neue Kirchenmusikerin in der reformierten Gemeinde.
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Angelika Kozinowski-Werler ist die neue Kirchenmusikerin in der reformierten Gemeinde.

Angelika Kozinowski-Werler hat ihre Stelle als Kirchenmusikerin der reformierten Gemeinde angetreten

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Am Sonntag hat die reformierte Kirchengemeinde ihre neue Kirchenmusikerin begrüßt: Angelika Kozinowski-Werler (62).

Frau Kozinowski-Werler, sind Sie vor einer Veranstaltung eigentlich aufgeregt?

Angelika Kozinowski-Werler: Das bin ich immer. Auch nach über 40 Jahren. Es gehört für mich dazu. Allerdings ist der Grad der Aufregung auch von der Tagesform abhängig. So kann es sein, dass ich bei leichteren Stücken aufgeregter bin als bei schwereren.

Wie sind Sie zur Musik gekommen?

Kozinowski-Werler: Ich bin in einem Pfarrhaushalt aufgewachsen. Da ist man von Haus aus musikalisch. Mit ungefähr fünf Jahren habe ich begonnen, Blockflöte zu spielen. Mein Vater hat mich zusammen mit anderen Kindern unterrichtet. Da habe ich auch das Notenlesen gelernt. Sopran-Blockflöte fand ich allerdings furchtbar. Sehr schnell habe ich auf die Alt-Blockflöte gewechselt.

Und wie ging es weiter?

Kozinowski-Werler: Im Grundschulalter gab es Geigenunterricht. Auch bei meinem Vater. Aber die Geige war nicht mein Instrument. Ich habe sie immer wie ein Cello gehalten. Mit zehn Jahren habe ich begonnen, Cello zu spielen. Bis heute ist es neben der Orgel mein Lieblingsinstrument. Ich habe dann im Jugendorchester mitgespielt und mit 15 Jahren an einer vorberuflichen Fachausbildung an der Hochschule Wuppertal teilgenommen. Dort wurde Klavier und musikalische Theorie unterrichtet – eine Vorbereitung für ein späteres Studium.

Die Musik ist Ihre Passion...

Kozinowski-Werler: Das stimmt. Als ich 16 Jahre alt war, hat mich mein Vater gefragt, ob ich nicht die C-Ausbildung als Kirchenmusikerin machen möchte. Das habe ich dann auch gemacht. Nebenher spielte ich – während der Schulzeit und auch später – in verschiedenen Ensembles und habe selbst unterrichtet.

Wo haben Sie Musik studiert?

Kozinowski-Werler: Nach dem Abitur habe ich Musik in Köln und Berlin studiert.

Aufgewachsen sind Sie in Wuppertal?

Kozinowski-Werler: Ich bin in Wuppertal geboren, aufgewachsen und lebe noch heute dort. Nach dem Studium habe ich dort auch als Kirchenmusikerin gearbeitet. 18 Jahre lang habe ich in der Trinitatiskirche in Wuppertal Arrenberg die Orgel gespielt – mein späterer Mann war dort Pfarrer, ich Kirchenmusikerin. Nachdem die Kirche geschlossen wurde, habe ich eine Stelle in der Christuskirche in Wuppertal bekommen. Dort war ich 19 Jahre lang bis zum Februar diesen Jahres.

Wie sind Sie nach Rade gekommen?

Kozinowski-Werler: Konkret gesucht habe ich gar nicht. Doch macht man eine Tür zu, geht die nächste auf. Das war bei mir so. Durch Zufall habe ich erfahren, dass die reformierte Gemeinde einen Kirchenmusiker suchte. Am 1. Juli habe ich hier angefangen.

Wie gefällt es Ihnen hier?

Kozinowski-Werler: Ich habe die Orgel schon richtig lieb. Sie ist zwar nicht vergleichbar mit der modernen, dreimanualigen Orgel, auf der ich bisher spielte. Sie ist ein fast 200 Jahre altes, zweimanualiges, rein mechanisches Instrument. Ich spiele sie sehr gern.

Sie sind auch Chorleiterin. Bisher gab es in der reformierten Gemeinde einen Projektchor. Möchten Sie das weiterführen?

Kozinowski-Werler: Einen Projektchor soll es auch wieder geben. Es ist derzeit mit den Corona-Maßnahmen nur sehr schwer, so etwas umzusetzen. In Wuppertal leite ich noch einen Chor. Wir proben mit viel Abstand, aber das ist auch anstrengend.

Gibt es im Herbst noch musikalische Termine in der reformierten Kirche?

Kozinowski-Werler: Am 13. September werde ich ein Orgelkonzert geben – zum 10. Deutschen Orgeltag, der gekoppelt ist mit dem Tag des offenen Denkmals. Beginn ist um 18 Uhr. Dafür probe ich derzeit schon.

Was werden Sie spielen?

Kozinowski-Werler: Mein Repertoire besteht aus Werken von Bach und Mendelssohn. Auch moderne Stücke wie „Ragtime“ werden zu hören sein.

Haben Sie Lieblingsstücke?

Kozinowski-Werler: Die Bibel für uns Organisten ist Bach. Bei Bach geht mir immer das Herz auf.

Angebote

Kinderkurs: Im September noch möchte Angelika Kozinowski-Werler mit einem Ukulele-Kurs für Kinder ab Grundschulalter starten. Weitere Informationen unter Tel. (02 02) 30 27 31.

Tag der Deutschen Einheit: Am 3. Oktober heißt es landesweit ab 18 Uhr „Deutschland singt“. Die reformierte Gemeinde und ihre Kirchenmusikerin planen, auf dem Rader Marktplatz miteinzustimmen – unter Corona-Schutzmaßnahmen. Eine Genehmigung seitens der Stadt steht noch aus.

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