Car-Sharing

E-Auto lässt sich einfach per App mieten

Jennifer Herbach-Dehn gehört zu den Nutzerinnen und Nutzern des Angebotes.
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Jennifer Herbach-Dehn gehört zu den Nutzerinnen und Nutzern des Angebotes.

Seit einem Jahr gibt es in Rade ein Car-Sharing-Angebot – Die Stadt ist Ankermieter, doch das Angebot ist für alle Bürger da.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Radevormwald. Es ist eigentlich ein sehr simples – und gleichzeitig sehr modernes, weil nachhaltiges – Konzept. Ein Auto für viele Nutzer, keinem gehört es, jeder kann es fahren. Seit Juni 2021 verfügt die Stadt Radevormwald über zwei Renault Zoe E-Fahrzeuge, die von der Car & Ride Genossenschaft aus Overath zur Verfügung gestellt werden. Mit der Stadt als sogenanntem Ankermieter.

„Das heißt, dass wir als Stadt die Wagen mieten und ein gewisses Frei-Kontingent an Kilometern haben. Allerdings sind die beiden Autos auch für alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt mietbar“, sagt Klimaschutzmanager Niklas Lajewski. Die Stadtverwaltung nutze die Autos für Dienstfahrten – allerdings müssten die Mitarbeitenden der Stadtverwaltung die Fahrzeuge genauso buchen wie alle anderen auch. Und wenn es nicht verfügbar ist, dann ist es eben nicht mehr verfügbar.

Die Genossenschaft aus Overath arbeitet rein ehrenamtlich, sagt Lajewski, die Gebühren dienten nur der Kostendeckung. „Wir nutzen die Autos vor allem im Bauamt und im Gebäudemanagement, etwas weniger auch im Ordnungsamt. Eben in den Teilen der Stadtverwaltung, die viel auf Außenterminen sind“, sagt der Klimaschutzmanager.

In jüngster Zeit würde es deutlich mehr sein, da in der Corona-Spitzenzeit natürlich auch weniger Termine gewesen seien. „Da der Renault Zoe ein E-Auto ist, das eine Reichweite von 300 bis 320 Kilometern hat – zumindest im Sommer – bieten sich natürlich vor allem kürzere Strecken an“, sagt Lajewski. Die klassischen Dienstfahrten hätten eine Länge zwischen fünf und zehn Kilometern – diese Strecken seien jene, die vor allem für E-Autos geeignet seien. Die Stadt als Ankermieterin sei nötig, weil sich das Car & Ride-Konzept sich sonst nur in Großstädten alleine durch die Nutzenden trage. „Dort ist das natürlich sehr viel weiter verbreitet. Das sieht man übrigens nicht zuletzt daran, dass viele Besucher der Stadtverwaltung mit Car-Sharing-Wagen zu ihren Terminen in Radevormwald kommen“, sagt der Klimaschutzmanager.

Wir wollen das Thema auf jeden Fall noch bekannter machen.

Niklas Lajewski, Klimamanager

Unter den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt auf der Höhe sei das Konzept indes wohl noch nicht so bekannt. „Wir wollen das Thema auf jeden Fall noch bekannter machen, denn wir glauben, dass es auch für viele Menschen in unserer Stadt sehr interessant sein könnte“, sagt Lajewski.

Das auch, weil der Ablauf im Grunde genommen sehr simpel sei. „Man registriert sich online auf der Website der Stadt, und der ganze Rest funktioniert dann über eine App“, sagt Lajewski. So könne man etwa das Auto auch mit dem Smartphone entriegeln, der Schlüssel liege im Wagen. „Das geht dann – natürlich die Verfügbarkeit des Wagens vorausgesetzt – auch sehr spontan. Man prüft einfach, ob eines der beiden Autos zum gewünschten Zeitpunkt verfügbar ist, bucht es dann für den gewünschten Zeitraum und holt den Wagen dann ab“, sagt Lajewski. Er rate allerdings vor der ersten Nutzung dazu, eine Einweisung zu machen, um die Besonderheiten des Wagens kennenzulernen. Für die Nutzung falle eine monatliche Gebühr in Höhe von 20 Euro an, die Teilnahme am Car-Sharing sei allerdings jederzeit kündbar. „Man geht keine längerfristigen Verträge ein. Das ist etwa dann von Vorteil, wenn man weiß, dass der eigene Wagen für eine gewisse Zeit nicht verfügbar ist und man dann einen unserer Zoes nutzen möchte“, sagt der Klimaschutzmanager.

Es gebe zudem zwei Vorteile – alle Personen zwischen 18  und 25 Jahren müssten keine Grundgebühr bezahlen. Und ab der zweiten Nutzungsperson würden nur fünf weitere Euro Grundgebühr anfallen. „Dazu kommen dann Nutzungsgebühren – pro Stunde 1,50 Euro sowie 25 Cent pro Kilometer. Ab dem 101. Kilometer sind es 18 Cent“, sagt Lajewski. Die Nutzungsdauer sei auf 24 Stunden begrenzt, nach Absprache könne diese Dauer auch verlängert werden. Mahngebühren gebe es auch – ein wenig wie in der Bücherei, wenn Bücher verspätet zurückgegeben würden. „Wenn man bis zehn Minuten überzieht, kostet das zehn Euro, ab 15 Minuten 25 Euro“, sagt Lajewski.

Die Stadtverwaltung habe das Konzept mit dem Anbieter aus Overath ausprobieren wollen – daher sei der erste Zeitraum auf zwei Jahre beschränkt gewesen. „Man sieht, dass es in den Nachbarkommunen in Oberberg durchaus im Kommen ist. Es gibt das Projekt ‚Oberberg Mobil‘, mit dem der Kreis das Thema Car-Sharing noch bekannter machen will“, sagt der Klimaschutzmanager. Man wolle daher das Projekt auch nach dem Juni 2023 weiterführen – und sei daher im Moment schon daran, die entsprechenden Modalitäten zu klären, damit es auch nach den ersten zwei Jahren angeboten werden könne.

Natürlich seien die Privatnutzer des Car-Sharing versichert, im Schadensfall gebe es eine Selbstbeteiligung in Höhe von 350 Euro.

Registrierung

Wie: Einfach auf der Startseite der Stadt Radevormwald (www.radevormwald.de) auf der rechten Seite den Button „E-Car-Sharing“ anklicken und dann den Anweisungen auf dem Bildschirm folgen.

Bezahlung: Die Kosten für Grund- und Nutzungsgebühr werden bequem per Bankeinzug abgebucht, so dass das Angebot möglichst einfach in der Handhabung ist.

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