Museum

Ausstellung ist um zwei Attraktionen reicher

Lothar und Dieter Kasper (v.r.) haben das Gespann nach Rade geholt. Auch Axel Klugmann (Raiffeisenbank) ist davon fasziniert. Fotos: Claudia Radzwill
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Lothar und Dieter Kasper (v.r.) haben das Gespann nach Rade geholt. Auch Axel Klugmann (Raiffeisenbank) ist davon fasziniert.

Bismarck-Zweirad Museum hat neue Exponate und einen neuen Sponsor.

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Rund 60 Exponate sind im Bismarck-Zweirad Museum in der Schlossmacher-Galerie zu sehen – darunter sind nun zwei neue Ausstellungsstücke. Zum einen ist es ein altes Schmuckstück aus dem Jahr 1925: eine Leihgabe des Motorradmuseums August Wurring Düsseldorf (AWD). „Ein Renngespann, das noch heute bei Oldtimer-Wettbewerben auf die Strecke geht“, sagt Pressesprecher Hartmut Behrensmeier. Mit bis zu 100 Stundenkilometern kann es über die Straßen sausen. Das Gefährt komplettiert die derzeitige Sonderschau „Motocross- und Straßenrenngespanne“. Zum anderen ist es ein altes Fahrrad, das einst in den Bismarck-Werken in Bergerhof hergestellt wurde. Das Renngespann wurde in der Firma des AWD-Museum-Namensgebers Wurring gebaut.

Dieter und Lothar Kasper, Vereinsmitglieder der IG Bismarck, holten das Gefährt kürzlich nach Rade. „Betrieben wird es mit einem Motor, der von Richard Küchen entwickelt wurde, ein Pioneer auf dem Gebiet. Bekannt sind diese unter der Bezeichnung K-Motor“, erklärt Kasper. Der Tank sitze unter dem Motor, damit habe man einen tieferen Schwerpunkt erreicht. „Die Benzinzuleitung funktioniert durch Unterdruck. Eine Besonderheit, die es nicht oft gibt“, sagt Kasper. Der silberfarbene Beiwagen hat die für diese Zeit typische „Zeppelinform“. „Live und in Farbe hatte sogar ich noch nie ein Original gesehen“, verrät Behrensmeier.

Hartmut Behrensmeier zeigt die Bismarck-Fahrräder von 1952.

Für das zweite Exponat musste Lothar Kasper, Vorsitzender der IG Bismarck, nicht so weit fahren. Das Bismarck-Fahrrad aus dem Jahr 1952 stammt aus den Wupperorten. Der Zahn der Zeit hat an ihm genagt. „Eigentlich restaurieren wir die alten Räder“, erklärt Behrensmeier. Doch in diesem Fall entschied sich die IG Bismarck dagegen. „Wir haben ein wiederaufgearbeitetes, identisches Modell und haben uns entschieden, in der Ausstellung die zwei Brüder als alt und neu zu zeigen.“

Das Bismarck-Zweirad Museum hat seit Ende Mai wieder geöffnet. Aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen haben die Vereinsmitglieder eine Einbahnstraßenregelung für die Besucher geschaffen, die Besucheranzahl ist reglementiert. „Es ist im Augenblick nicht einfach, den Museumsbetrieb aufrecht zu erhalten“, sagt Hartmut Behrensmeier. Er hofft, dass die neuen Exponate auch ein wenig mehr die Neugier der Besucher wecken. Denn die Resonanz sei – wie woanders auch – noch verhalten.

„Auch wir als kleines Museum haben Kosten.“
Hartmut Behrensmeier, Pressesprecher

Die Sonderausstellung mit den Renngespannen wurde bis Ende des Jahres verlängert. „Durch die corona-bedingte Schließung haben wir uns zu diesem Schritt entschlossen“, erklärt Behrensmeier. Einer der ersten Besucher nach dem Lockdown war Axel Klugmann, Niederlassungsleiter der Raiffeisenbank in Radevormwald. „Die Schau hat mich beeindruckt, eine tolle Atmosphäre, ein toller Blick in die Historie“, sagt er. Da war es für ihn keine Frage, dass die Raiffeisenbank die IG Bismarck künftig finanziell mit unterstützt. Zur Freude des Vereins. „Denn auch wir als kleines Museum haben Kosten“, sagt Hartmut Behrensmeier. Die Leihgaben werden stets versichert. Und aufgrund der Corona-Hygienemaßnahmen fallen derzeit zusätzliche Kosten an. Außerdem steht die nächste Veranstaltung der IG Bismarck an. Die „Ausfahrt der historischen Zweiräder“ soll voraussichtlich am 3. und 4. Oktober stattfinden. Am Konzept wird noch gearbeitet.

Zweiräder

AWD: Das AWD-Gespann, das in Rade zu sehen ist, gehört Thomas von der Bey, Enkel von August Wurring. In der Werkstatt, in der der Großvater einst das Gespann baute, führt die Familie mit Freunden das AWD-Museum.

Bismarck: Das Bismarck-Zweirad Museum in der Schloßmacher-Galerie hat sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Verein hat rund 100 Exponate – 60 werden im Wechsel gezeigt. Eine Mund-Nase-Maske mitbringen. Eintritt: 4 Euro, bis 18 Jahre frei.

Kommentar

rz@rga-online.de

Von Claudia Radzwill

Museen haben es derzeit nicht leicht. Besucherbegrenzung, Abstandsregelung – all das ist gerade für kleine Museen oft schwer umsetzbar. Das Bismarck-Zweirad Museum hat sich dennoch entschlossen, zu öffnen. Von Gruppenführungen wird abgesehen. Doch die Resonanz ist verhalten. Da ist die Freude groß, dass sich mit der Raiffeisenbank ein Sponsor gefunden hat. Aber ein Museum lebt nun mal mit den Besuchern. Viele schrecken derzeit – verständlicherweise – vor einem Museumsbesuch zurück. Zu nah ist die Pandemie, sie begleitet nach wie vor unseren Alltag. 

Trotz Pandemie: Wir sollten diese kleinen Museen nicht aus dem Auge verlieren, die Corona-Maßnahmen sind hier genauso hoch wie anderswo. Am Ende liegt die Entscheidung bei jedem selbst.

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