Radevormwald

Ausstellung zeigt starke Waldschäden - und was danach kommt

Förster Stefan Wende (2.v.l.) im Gespräch mit Besuchern und Besucherinnen der Ausstellung, die dem Wald der reformierten Gemeinde gewidmet war.
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Förster Stefan Wende (2.v.l.) im Gespräch mit Besuchern und Besucherinnen der Ausstellung, die dem Wald der reformierten Gemeinde gewidmet war.

Flächen der reformierten Gemeinde sollen nachhaltig aufgeforstet werden.

Von Claudia Radzwill

Etwa 29 Hektar Wald gehören der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde. „Damit sind wir der größte private Waldbesitzer in Radevormwald. Das war uns so bisher gar nicht bewusst“, sagte Pastor Dr. Dieter Jeschke am Samstagabend in der Kirche am Markt. Dort fand eine Ausstellung zum Thema „Gemeindewald“ statt.

Hitzesommer und Borkenkäferbefall haben in den letzten Jahren die Wälder stark beschädigt. Auch Teile des Gemeindewaldes sind nicht verschont geblieben – das rückte bei der Ausstellung in den Fokus, die eine Arbeitsgruppe unter Jürgen Richter, Forstbeauftragter der Kirchengemeinde, initiiert hatte. „Für die Zukunft wollen wir diese Bereiche nachhaltig ökologisch bewirtschaften“, erklärte Pastor Dr. Jeschke.

Bernhard Priggel, Förster im Ruhestand und bis Ende 2020 tätig, und sein Nachfolger im Forstbetriebsbezirk Rade, Stefan Wende, waren in der Kirche als Ansprechpartner mit vor Ort. Priggel erinnerte sich: „2018 kam der Borkenkäfer in den Raum Gummersbach. 2019 waren auch die Wälder rund um Rade betroffen.“ Fichtenwälder, lange als Monokultur angepflanzt, hat es massiv getroffen.
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Gepflanzt werden Erle, Lärche und Vogelkirsche

Die Gemeinde hat es besonders im Gebiet „Tolle Juffer“ nahe Rädereichen erwischt. Die Kahlfläche dort ist unübersehbar. Hier soll als erstes eine Aufforstung stattfinden. Eine Fläche mit 5,64 Hektar. Stefan Wende erklärte an einer Tafel, was das heißt: „Es werden Erle, Vogelkirsche und Lärche neu gepflanzt. Die Setzlinge sind rund zwei, drei Jahre alt. An den Waldrand werden Sträucher gesetzt.“ Kosten: 7000 Euro. Dazu kommen noch einmal 11.000 Euro für den Pflanzenschutz. Rohre werden für längere Zeit um Baumstämme gelegt, bei Nadelbäumen sind es Netze.

Ohne Schutz bestehe die Gefahr, dass die jungen Stämme dem Wildverbiss durch Rehe ausgesetzt sind und wieder eingehen – der Rehwildbestand rund um Rade sei groß, erklärte der Förster. „Neben dem Verbiss wird die Rinde auch durch das Fegen beschädigt. Das heißt, Rehböcke reiben die Geweihe an den Stämmen, um die Basthaut loszuwerden“, sagte Wende.

Insgesamt sind knappe zehn Hektar des Gemeindewaldes beschädigt. Der Aufforstung in der „Tollen Juffer“ folgen weitere 2,4 Hektar an anderer Stelle. Der Rest aber werde sich durch die Naturverjüngung – die natürliche Ansamung der Altbäume – erholen können, sagte der Förster. Für die reformierte Kirchengemeinde ist die Aufforstung auch eine finanzielle Herausforderung, so Pastor Dr. Jeschke. Die Gemeinde hat einen Öko-Fonds eingerichtet.

Außerdem gab es am Samstag in der Kirche einen „Waldentdecker-Parcours“ für Jung und Alt – unter anderem krabbelten kleine Waldbewohner in Lupengläser, die später wieder laufen gelassen wurden.

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