Gira

Ausbildung: Frühe Berufswahl hilft

Lucas Rogowski, Tim Schütten und Simon Huckenbeck (v.l.) sind mit ihrer Ausbildung bei Gira fertig und arbeiten jetzt im Rader Unternehmen. 

Die Schule ist vorbei, das Abschlusszeugnis in der Tasche –und dann? Frühzeitig bewerben, rät Katharina Mörike von der Radevormwalder Firma Gira.

Von Claudia Radzwill

„Die Schüler sollten sich im Idealfall bereits ein Jahr vor dem Schulabschluss bei den Unternehmen melden – dann haben sie eine gute Chance, in ihrem Wunschberuf eine Ausbildung zu machen.“

Tim Schütten hat es geschafft. Er hat bei Gira Industriekaufmann gelernt, ist seit Januar mit der Ausbildung fertig. Genauso wie Lucas Rogowski hat er die auf drei Jahre angelegte Lehre auf zweieinhalb Jahre verkürzen können. „Ich habe viel gelernt. In der Firma durchläuft man verschiedene Abteilungen. Ich war im Einkauf, in der Personalabteilung und im Marketing.“ Zusätzlich hat Tim Schütten in der Fertigung gearbeitet. „Dort mussten Schalter montiert werden und im Versand habe ich Kisten gepackt.“

Das ist die Philosophie des Unternehmens. Bei Gira lernen die Azubis den ganzen Betrieb kennen. „Die Mitarbeiter sollen sich mit den Produkten identifizieren können“, erklärt Katharina Mörike. Tim Schütten wollte eigentlich Schreiner werden. Doch das verwarf er. Ein Praktikum im kaufmännischen Bereich überzeugte den heute 21-Jährigen: „Industriekaufmann – das liegt mir.“

Abgeschlossen wird die Ausbildung mit einer schriftlichen und mündlichen Prüfung. In der mündlichen Prüfung stellen die Gira-Auszubildenden ein Projekt vor, dass sie im Vorfeld betreut haben. Tim Schütten hatte das Thema „Personalentwicklung“ – und damit punktete er. Jetzt arbeitet er im Verkauf in einem Projektteam mit.

Azubis nehmen Auslandserfahrung mit

Lucas Rogowski absolvierte seine mündliche Prüfung zum Thema „Angebotsvergleich“. Der fertige Industriekaufmann ist derzeit in der Abteilung „Social-Media und Content Management“ eingesetzt. Der 21-Jährige wollte während seiner Schulzeit Anwalt werden, verrät er. „Nach einem Praktikum in einer Kanzlei wollte ich das dann nicht mehr.“

Die Firma Gira kannte er – sein Vater arbeitet hier. Lucas Rogowski nutzte den „Tag der Ausbildung“, schaute sich Firma und Berufsfeld an – und entschloss sich für die Ausbildung zum Industriekaufmann. Was der junge Rader schätzt, ist die Vielfältigkeit einer Lehre bei Gira. „Ich konnte sieben Wochen in London bei einem Kooperationspartner mitarbeiten. Das war eine interessante Erfahrung.“ Weiterbildende Seminare, Business-Englisch-Kurse – all das, was die Firma ihren Mitarbeitern anbietet, steht darüber hinaus auch den Auszubildenden offen.

Beim Elektro-Installations-System-Unternehmen an der Dahlienstraße ist außerdem eine duale Ausbildung möglich. Simon Huckenbeck nutzt sie. Parallel zur Ausbildung zum Elektroniker studiert er Elektrotechnik an der Fachhochschule in Bochum. „Man ist an bestimmten Tagen in der Woche an der Uni und an den anderen Tagen arbeitet man“, erklärt er.

TAG DER AUSBILDUNG

MESSE Am 11. Juni findet in Radevormwald zum fünften Mal der „Tag der Ausbildung“ statt. Zentraler Messestandort ist voraussichtlich die Grundschule Stadt am Hohenfuhrplatz. 

TEILNEHMER 21 Firmen haben ihre Teilnahme zugesagt. Sechs Unternehmen öffnen an diesem Tag zusätzlich ihre Türen: Gira, Aurich, Kuhn Edelstahl, GKN Sinter Metals, Ford Wiluda und die Kanzlei Lüttgenau. 

KONTAKT Unternehmen, die teilnehmen möchten, melden sich unter info@luettgenau.de.

Die Lehre hatte er 2014 fertig. Jetzt strebt er den Studienabschluss an. Die Regelstudienzeit beträgt neun Semester. Der 22-Jährige hat ein Praktikum in Australien gemacht – und dort in den Semesterferien an der Universität an einem Forschungsprojekt mitgearbeitet. Auch das wird von der Firma unterstützt. Simon Huckenbeck wusste früh, was er wollte, besuchte nach der Realschule ein Berufskolleg. Für ihn hat sich mit der dualen Ausbildung ein Berufstraum erfüllt.

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