Facharzt

Augenarztpraxis: Nachfolger lässt weiter auf sich warten

Die Praxis an der Rochollstraße wird durch das Konsortium OSG betrieben, deren Hauptsitz im fränkischen Fürth liegt. Einen Nachfolger für Rade hat sie noch nicht gefunden.
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Die Praxis an der Rochollstraße wird durch das Konsortium OSG betrieben, deren Hauptsitz im fränkischen Fürth liegt. Einen Nachfolger für Rade hat sie noch nicht gefunden.

Manchmal ohne Erfolg: Patienten versuchen, in die Nachbarstädte auszuweichen.

Von Stefan Gilsbach

Radevormwald. In diesen Tagen werden Wolf-Rainer Winterhagen häufiger zum Ärztemangel angesprochen. Dabei spielt das Fehlen eines Augenarztes eine wesentliche Rolle. Gerade für ältere Menschen, die auf regelmäßige Versorgung durch einen Facharzt angewiesen sind, ist dies eine schwierige Situation, weiß der Vorsitzende des Seniorenbeirates.

„Die Termine der Patienten wurden abgesagt“, berichtet er. „Und nun haben sie Probleme, in den Praxen der umliegenden Städte einen neuen Augenarzt zu finden. Es ist gar nicht einfach, dort aufgenommen zu werden.“ Für Menschen, die nicht mobil sind, komme hinzu, dass sie nicht so leicht nach Schwelm oder Lennep fahren können.

Die Augenarztpraxis an der Rochollstraße, die durch das Konsortium OSG betrieben wird, ist derzeit geschlossen. Auf einem Aushang an der Tür ist zu lesen: „Aus gesundheitlichen Gründen bleibt die Praxis bis auf weiteres geschlossen.“ Als Vertretung wird eine Praxis in Wuppertal genannt, die ebenfalls zur OSG-Gruppe gehört. Dort betreibt das Konsortium nicht weniger als sechs Standorte.

Wir bedauern sehr, dass kein Nachfolger gefunden werden konnte.

Claudia Auer, OSG

Der jetzige Augenarzt wird auch nach der im Aushang erwähnten Erkrankung nicht zurückkehren, ab dem 1. August ist die Praxis verwaist. Die OSG-Gruppe, die ihren Hauptsitz im fränkischen Fürth hat, sucht nun eine Nachfolgerin bzw. einen Nachfolger. Aber wie Claudia Auer, Leiterin der Unternehmenskommunikation mitteilt, gibt es noch keinen Erfolg zu melden: „Wir bedauern sehr, dass – trotz andauernder großer Anstrengungen unsererseits – bisher nach wie vor keine Nachfolgerin oder Nachfolger für unsere OSG-Augenpraxis Radevormwald gefunden werden konnte.“

Der Ärztemangel im Oberbergischen Kreis ist seit Jahren ein Thema auch in den politischen Debatten. So droht in vielen Kommunen der Region ein Mangel an Kinderärzten. Dennoch ist rein rechnerisch gesehen die Region nicht unterversorgt, erklärt die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) auf Nachfrage unserer Redaktion. Demnach herrsche im Oberbergischen Kreis grundsätzlich keine Mangelsituation, das Versorgungsniveau in beinahe allen Arztgruppen liege sogar mitunter deutlich über 100 Prozent. Die Tatsache, dass eine Vielzahl an heute noch Niedergelassenen über 60 Jahre alt sind, sei aber eine landesweite Herausforderung.

Um Ärzte für den ländlichen Raum zu gewinnen, hat die Vereinigung zuletzt im September 2021 sogenannte „Landpartien“ veranstaltet, dabei wird Medizinern, die sich für eine Niederlassung interessieren, die jeweilige Region ein Wochenende lang nahe gebracht. „Zudem erhalten die Teilnehmer Informationen über eine Praxistätigkeit, die gastgebenden Kreise präsentieren sich dort ebenfalls mit konkreten Ansprechpartnern.

Die KVNO habe bereits 2018 einen Strukturfonds etabliert, der die Tätigkeit zusätzlicher Hausärzte unterstützt und Mittel in Höhe von jeweils bis zu 70 000 Euro für eine Neugründung oder Übernahme einer hausärztlichen Praxis sowie die Anstellung von Hausärzten bereitstellt. Auch die Eröffnung einer hausärztlichen Zweigpraxis kann mit bis zu 10 000 Euro gefördert werden. Die Förderung erstreckt sich ausschließlich auf die Fördergebiete und ist an die Pflicht geknüpft, dort mindestens fünf Jahre tätig zu bleiben.

Was die Schwierigkeiten von Patientinnen und Patienten angehe, in dieser Situation eine neue Praxis zu finden, die sie betreut, erklärt die KVNO, dass grundsätzlich Vertragsärzte eine Aufnahme verweigern können, wenn die Kapazitäten der Praxis ausgelastet sind oder das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Partien gestört ist. Eine Ausnahme bildeten Notfälle. Liegt ein solcher vor, dürfe kein Arzt die Behandlung verweigern.

Seniorenbeirat

Im Seniorenbeirat soll über das Thema in der ersten Sitzung nach den Sommerferien gesprochen werden. Diese findet am Mittwoch, 10. August, um 16 Uhr im Mehrzweckraum des Bürgerhauses statt. Auf der Tagesordnung stehen zudem Berichte zur Planung des Seniorennachmittags in Önkfeld, über Wasserspeier in der Stadt, das Bürgercafé im Haus Hürxthal und über den Runden Tisch der Bergischen Senioren und aus der Landesseniorenvertretung. Zudem steht die Wahl eines Schriftführers beziehungsweise einer Schriftführerin an.

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