Radevormwald

Auf dieser Wiese trägt die Liebe bald Früchte

Laura und Julian Krempel haben zur Hochzeit von der reformierten Gemeinde einen Apfelbaum geschenkt bekommen - den pflanzten sie nun ein, zusammen mit der derzeitigen Konfirmandengruppe.
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Laura und Julian Krempel haben zur Hochzeit von der reformierten Gemeinde einen Apfelbaum geschenkt bekommen - den pflanzten sie nun ein, zusammen mit der derzeitigen Konfirmandengruppe.

„Love for Future: Reformierte Gemeinde pflanzt Apfelbäume für Hochzeitspaare.

Von Claudia Radzwill

Die Apfelbäume lagen bereit. Auch Julian und Laura Krempel waren am Samstag auf die Wiese gleich rechts am Eingang des reformierten Friedhofs gekommen. Zur Trauung in der reformierten Kirche am Markt schenkte ihnen die Gemeinde einen Apfelbaum – der wurde nun eingepflanzt. Mit Unterstützung der Jungen und Mädchen der aktuellen Konfirmandengruppe. Insgesamt wurden vier Bäume gepflanzt – je einer für die vier Brautpaare, die sich in diesem Jahr in der reformierten Kirchengemeinde das „Ja“-Wort gaben.

Die Pflanzaktion trägt den Namen „Love for Future“. Der sei angelehnt an „Fridays for Future“, erklärte Pastor Dr. Dieter Jeschke. „Die Idee zu dieser Öko-Initiative stammte von den Jugendlichen der Konfirmandengruppe des vergangenen Jahres.“ Zugrunde liege der Klima- und Nachhaltigkeitsgedanke. „Für jedes Paar, das sich in unserer Kirche trauen lässt, wird auf der Gemeindewiese an der Kaiserstraße ein Baum gepflanzt – gesponsert von der Gemeinde“, erklärte er. Die Wahl fiel nicht von ungefähr auf den Apfelbaum: „Er ist das Symbol der Liebe und gleichzeitig ist er ein Zeichen der Hoffnung“, sagte der Pastor. Das Projekt werde 2023 weitergeführt. Auf der Wiese sei Platz für 15 Bäume.

Die Brautpaare wurden in der Kirche mit dem Geschenk überrascht. „Dort habe ich ihnen nach der Trauung jeweils einen Apfel als Symbol für den Baum überreicht“, erzählte Gisela Busch, Vorsitzende des Presbyteriums. „Alle vier Paare waren erstaunt, sichtlich gerührt und haben sich sehr gefreut“, blickte sie zurück.

Julian und Laura Krempel haben am 25. Juni geheiratet. Jetzt griff der Ehemann zur Schaufel und grub ihr Apfelbäumchen ein. „Das ist eine sehr schöne Aktion“, war sich das Paar einig. „Einen Baum zu pflanzen ist ja auch eine alte Tradition zur Hochzeit.“ In der eigenen Wohnung in Wuppertal ohne Garten hätte das Paar dafür keinen Platz. „Umso schöner, dass wir das hier können“, sagte Julian Krempel. Er stammt aus Rade, daher ist das Paar oft in der Bergstadt – und werde den Wachstum „seines“ Apfelbaums verfolgen. „Sie können sich auch Äpfel holen“, ermunterte Pastor Dr. Dieter Jeschke. Das Obst werde ansonsten auch von den Jugendlichen der Gemeinde eingesammelt – die daraus Apfelkompott oder anderes machen werden.

Auch die derzeitigen Konfirmanden unterstützen den Klima- und Nachhaltigkeitsgedanken, der hinter der Aktion steckt. „Eine gute Sache“, waren sich am Samstag einig. Für die reformierte Gemeinde ist es nicht das nicht das einzige Klimaprojekt. „Impulse zu setzen, die Schöpfung zu bewahren, das ist ein bisschen schon unser Markenzeichen“, sagte Pfarrer Jeschke. Vor einem Jahr pflanzte er mit Konfirmanden 18 Buchen im Wald im Espert, die Frauengruppe „woman@talk“ legte im Unperfektgarten des Gemeindehauses an der Dietrich-Bonhoeffer-Straße einen nachhaltigen Kräutergarten an. Erst kürzlich gab es eine Waldausstellung in der reformierten Kirche, die sich mit den Waldschäden in den Gemeindewäldern auseinandersetzte – und wie man ihnen entgegentreten kann. „Im Dezember beginnen die Aufforstung im Gebiet der Tolle Juffer, das nahe Rädereichen liegt“, so Jeschke. Es hat sich innerhalb der Gemeinde eine Wald-AG gegründet.

Darüber hinaus gibt es das Friedhofspflegeteam, das auf dem Friedhofsgelände schon Nutzbäume pflanzte. Dazu kommt jetzt die „Love for Future“-Aktion. „So entsteht eine Streuobstwiese“, sagte Pastor Jeschke.

Die Bäume für die Pflanzaktion am Samstag waren von Friedhofsgärtner Leo Ortmanns ausgesucht worden. Er brachte am Morgen auch Schaufeln mit und hatte zuvor die Löcher ausgehoben.

Insgesamt hat die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde bereits sieben nachhaltige Klimaprojekte auf den Weg gebracht. Als nächstes steht das Aufforstprogramm des Gemeindewaldes „Tolle Juffer“ an. Die Aktion „Love for Future“ wird 2023 weitgeführt. Jedes Paar, das sich in der Kirche am Markt trauen lässt, bekommt einen Apfelbaum geschenkt.
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