Kirche

Auch die Protestanten rücken zusammen

Ein Bibelzitat aus dem Johannes-Evangelium im Altarraum der Evangelischen Kirche in Dahlerau. Dort werden vorerst keine Gottesdienste mehr stattfinden.
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Ein Bibelzitat aus dem Johannes-Evangelium im Altarraum der Evangelischen Kirche in Dahlerau. Dort werden vorerst keine Gottesdienste mehr stattfinden.

Um Remlingrade und Dahlerau zu unterstützen, wollen die evangelischen Gemeinden verstärkt kooperieren.

Von Stefan Gilsbach

Radevormwald. Mit dem Jahr 2020 wurden aus den evangelischen Gemeinden Remlingrade und Dahlerau eine neue gemeinsame Kirchengemeinde. Doch die Jahre seither waren von Problemen gekennzeichnet. Da war die Corona-Pandemie, welche die Gemeinschaft der beiden Kirchsprengel, die doch zusammenwachsen sollten, behinderte. Jüngst verließ zudem Pfarrer Albrecht Keller die Gemeinde – auch weil es Meinungsverschiedenheiten mit dem Presbyterium gab. Keller zog es zurück an seine frühere Wirkungsstätte in Wermelskirchen. Inzwischen hat Pfarrer Jürgen Berghaus 50 Prozent des Pfarrdienstes übernommen – diese Vereinbarung ist ebenfalls befristet.

Nun haben die drei protestantischen Kirchengemeinden in Rade, die Teil des Kirchenkreises Lennep sind, eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. Die Presbyterien hätten darüber beraten, wie die beiden Stadtgemeinden jene in den Wupperorten unterstützen könne. Die reformierte Gemeinde, die lutherische Gemeinde sowie die Gemeinde Remlingrade-Dahlerau müssten „darüber nachdenken, wie sie sich in Zukunft gegenseitig unterstützen können“, heißt es in der Verlautbarung.

Im ersten Schritt habe man überlegt, wie man die regelmäßige Versorgung aller Predigtstätten sicherstellen könne und Folgendes beschlossen: „Ab Januar 2023 laden wir an jedem 4. Sonntag eines Monats zu einem gemeinsamen Gottesdienst mit Abendmahl und ,Kanzeltausch‘ wechselweise in eine der vier Kirchen ein. Die anderen drei Kirchen bleiben – außer zu besonderen Gottesdiensten (wie Konfirmationen) – an diesem Sonntag geschlossen. In den Sommerferien sei dieses Angebot gut angenommen worden – ein Verweis auf die Reihe „Sommerkirche“. Man hoffe, dass die Gottesdienstbesucher diese Entscheidung mittragen.

Es geht vor allem darum, dass wir unseren Gläubigen weiter Gottesdienste anbieten können.

Torsten Kleinschmidt

Damit soll das Zusammenrücken aber noch nicht beendet sein, kündigen die drei Gemeinden an: „Wir sind weiterhin im Beratungsprozess miteinander, der vom Kirchenkreis begleitet wird. Unser Ziel ist, auch auf anderen Arbeitsfeldern der Gemeindearbeit Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zu finden.“

Mancher Beobachter wird sich da an die Entwicklung bei den katholischen Kirchengemeinden erinnert fühlen. Die jetzige Seelsorgeeinheit Radevormwald-Hückeswagen wird Teil einer neuen Pastoralen Einheit, die vermutlich „Oberberg-Nord“ heißen wird. Sind nun auch die ersten Umrisse einer Fusion der genannten drei protestantischen Gemeinden zu erkennen ? Immerhin wurde das Gemeindebüro für Remlingrade und Dahlerau bereits an den Standort des Büros der Lutherischen Gemeinde an die Krankenhausstraße verlegt.

Torsten Kleinschmidt betont, dass aktuell keine Fusion angedacht ist. „Das Büro zusammenzulegen, war als Sparmaßnahme sinnvoll“, sagt der Vorsitzende des Presbyteriums der evangelischen Kirchengemeinde Remlingrade-Dahlerau. Die verstärkte Kooperation der drei Pfarreien habe aber nur am Rande mit Sparmaßnahmen zu tun. „Es geht vor allem darum, dass wir unseren Gläubigen weiter Gottesdienste anbieten können“, erklärt er. Auch andere seelsorgerliche Aufgaben sollen so gewährleistet sein. Man hoffe, dass Pfarrer Jürgen Berghaus, der immerhin von Leverkusen nach Radevormwald pendelt, seinen Dienst an der Wupper noch etwas verlängern werde.

Sicher sei, dass eine so kleine Gemeinde auf Dauer keine Vollzeitpfarrstelle mehr erhalten werde, erklärt der Presbyter. Dies sei die Linie der Evangelischen Kirche im Rheinland. Zurzeit zählt die Pfarrei Remlingrade-Dahlerau 1350 Gemeindemitglieder.

Kleinschmidt räumt ein, dass die Fusion der beiden Wupper-Gemeinden innerlich noch immer nicht abgeschlossen ist: „Die Corona-Pandemie hat das Zusammenwachsen natürlich nicht gefördert.“ Auch fremdelten manche Gläubige noch immer damit, zum sonntäglichen Gottesdienst in eine andere als die gewohnte Kirche zu gehen.

Hintergrund

Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Remlingrade-Dahlerau hat beschlossen, dass zukünftig alle Gottesdienste in der Kirche Remlingrade stattfinden. Bislang war es in Dahlerau so, dass nach dem Erntedank-Gottesdienst die Gottesdienste im Bürgerzentrum gefeiert wurden. Da aber das Bürgerzentrum noch nicht  fertig ist, werden die Gottesdienste (bis auf die Familiengottesdienste) vorerst im Kirchdorf stattfinden

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