Asylbewerber: Platz für Menschen in Not

Jochen Knorz (
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Jochen Knorz (

Noch kann Rade die Zahl der Flüchtlinge bewältigen und ihnen Wohnraum bieten. Planungssicherheit, dass das so bleibt, bestehe aber nicht. Wöchentlich blickt Ordnungsamtsleiter Jochen Knorz auf die aktuelle Statistik: Wie viele Asylbewerber wurden Radevormwald zugewiesen? Wie viele haben die Stadt wieder verlassen, weil sie in ihre Herkunftsländer zurückkehren mussten?

"Momentan haben wir 52 Asylbewerber, die wir unterzubringen haben", bilanziert er. Raum für sie sei vorhanden - in städtischen Unterkünften und Wohnungen. "Noch gibt es für weitere Zuweisungen einen kleinen Puffer." Sollten aber auf einen Schlag 15 oder gar 20 Personen Radevormwald zugewiesen, "dann haben wir ein echtes Problem".

Jochen Knorz (Foto: Sieber) hatte Ende des vergangenen Jahres auf der Grundlage der damaligen Zuweisungszahlen damit gerechnet, dass Radevormwald 2013 bis zu 80 Flüchtlingen zeitgleich ein Obdach bieten müsse. Sein damaliger Vorschlag: Die Stadt solle eine Immobilie erwerben, um den Menschen Wohnraum bereit stellen zu können. Dies scheiterte jedoch an Bedenken in der Kommunalpolitik.

Dass es nun doch nicht zu einem Engpass bei der Versorgung der Asylbewerber gekommen ist, habe einen Grund: "Wir hatten zuletzt deutlich mehr Abgänge als erwartet." Das heißt: Asylanträge wurden von den zuständigen Behörden endgültig abgelehnt. Es kam zu Abschiebungen und auch zur freiwilligen Rückkehr in die Herkunftsländer.

Doch schon bald könnte sich die Situation wieder ändern - dann nämlich, wenn die Flüchtlingswelle aus Syrien auch Radevormwald erreicht. "Doch da gibt es einen Unterschied", so Jochen Knorz: "Die Syrer haben nicht den Status eines Asylbewerbers, sondern wären Einreisende, die sich zunächst einmal bei der Arbeitsagentur oder dem Sozialamt melden können." Sie dürfen - im Gegensatz zu den Asylanten - einer Arbeit nachgehen und auch auf dem freien Wohnungsmarkt eine Wohnung suchen. "Wenn sie aber keine finden, sind sie obdachlos." Und können sich in diesem Fall dann doch wieder ans Ordnungsamt wenden.

Wie viele Menschen aber tatsächlich aus dem Krisengebiet nach Rade gelangen, wie viele Asylbewerber die Stadt auf der Höhe zu erwarten hat - vermag Jochen Knorz nicht abzuschätzen. Problematisch sei, dass privater Wohnraum derzeit nicht zur Verfügung stehe. Ein Vermieter hatte mehrere Wohnungen in Bergerhof gekündigt, die die Stadt Radevormwald für die Asylbewerber angemietet hatte. Kapazitäten und Ausweichquartiere bestehen lediglich in den eigenen Wohnungen der Kommune.

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