Förderprogramm

Als Malerin ist sie sehr begabt

Hannah-Sophie Riese nimmt am Förderprogramm „Malervision“ teil, ein Projekt der Begabtenförderung der Innung. Foto: Claudia Radzwill
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Hannah-Sophie Riese nimmt am Förderprogramm „Malervision“ teil, ein Projekt der Begabtenförderung der Innung.

Ausbildungsbetrieb von Lars Sonnenschein ist stolz auf seine Mitarbeiterin Hannah-Sophie Riese.

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Die junge Raderin Hannah-Sophie Riese nimmt seit Sommer am Förderprogramm „Malervision“ teil, ein Projekt der Begabtenförderung der Maler- und Lackierinnung Bergisches Land. „Als ich davon erfuhr, war ich sehr überrascht und habe mich dann riesig gefreut“, sagt die Auszubildende, die in den Wupperorten zu Hause ist. Und ihr Ausbildungsbetrieb, der Malerbetrieb Lars Sonnenschein, ist mächtig stolz auf Hannah-Sophie, sagt Tanja Sonnenschein.

In insgesamt vier Modulen werden die ausgewählten Azubis mit einem besonderen Programm fort- und weitergebildet. Ende August hat das erste Modul stattgefunden. Das Motto hieß „Graffiti in Aktion“. „In Bergisch Gladbach am S-Bahnhof Duckterath haben wir einen Aufgang zum Bahngleis gestaltet“, erzählt Hannah-Sophie Riese. „Ein Graffitikünstler hat uns erklärt, wie man mit den Dosen richtig sprüht, wie man die Farbübergänge gestaltet.“ Die Technik sei eine andere als die übliche. „Beim Graffiti wird erst der Hintergrund angelegt, dann die Details darauf gemalt.“ Die Aktion und das Motiv waren abgesprochen mit der Deutschen Bahn. „Jeder hatte ein anderes Motiv. Meines war ein Reh“, sagt Hannah-Sophie Riese.

Als Hannah-Sophie Riese ihr Kinder- zum Jugendzimmer verwandelte, entdeckte sie ihre Leidenschaft fürs Malen und Tapezierern. „Ich fand das sehr interessant, es hat großen Spaß gemacht“, erzählt sie. „Das konnte ich mir auch als Beruf vorstellen und habe mit Praktika ins Maler- und Lackiererhandwerk reingeschnuppert.“

Ihr dreiwöchiges Schulpraktikum absolvierte sie im Radevormwalder Malerbetrieb von Lars Sonnenschein. Damals war sie 16 Jahre alt. Heute ist sie 19 Jahre und nach ihrem Hauptschulabschluss im Betrieb Sonnenschein im zweiten Lehrjahr.

Hannah-Sophie Riese gehört fest mit zum Team. Sie erinnert sich: „Ich habe erst nachfragt, ob sie auch ein Mädchen als Azubi nehmen.“ Für Lars Sonnenschein und seine Frau Tanja keine Frage. „Im Maler- und Lackiererhandwerk beträgt die Mädchenquote in der Ausbildung 50 Prozent“, erzählt Tanja Sonnenschein. Hannah-Sophie Riese lernt das Handwerk von der Pike auf. Ist mit auf den Baustellen. Ist beim Tapezieren, Spachteln, Malern und Boden verlegen dabei.

In den Prüfungen müssen die Auszubildenden alles können.

Tanja Sonnenschein, Chefin

In der Lehrwerkstatt in Burscheid besucht sie zusätzliche Lehrgänge – in der sogenannten „überbetriebliche Ausbildung“. „Nicht jeder Betrieb kann alles vermitteln. Viele haben eigene Schwerpunkte. In den Prüfungen müssen die Auszubildenden aber alles können“, erklärt Tanja Sonnenschein. „In der Lehrwerkstatt lernen sie alles kennen.“

Einmal in der Woche hat ihre Auszubildende Unterricht im Berufskolleg in Dieringhausen. In der Pandemie gab es auch hier Online-Unterricht. Nun findet er wieder in Präsenz statt. „Online-Unterricht hat Vor- und Nachteile“, sagt Hannah-Sophie Riese. „Einiges lernt man besser in Präsenz.“ Sie ist eine sehr gute Schülerin - im Sommer wurde sie vom Lehrer des Berufskollegs und der Lehrwerkstatt daher als eine von fünf Auszubildenden ihres Jahrgangs für das Förderprogramm der Innung vorgeschlagen.

Im Januar steht Modul zwei der „Malervision“ an - im Haus Alsbach in Engelskirchen. Dann heißt es „Ich sehe was, was Du nicht siehst. Einführung in die Kunstgeschichte“. „Spachtelmalerei“ folgt als drittes Modul in Kürten. Im März wird das Förderprogramm mit einem Treffen im Sitzungssaal der Kreishandwerkerschaft in Bergisch Gladbach dann abgeschlossen. Unter dem Motto „Ziele und Selbstvertrauen“ wird der Frage nachgegangen, wie man seine Ziele erreicht und Selbstvertrauen aufbaut. Drei Jahre dauert die Ausbildung, dann hat Hannah-Sophie Riese den Gesellinnenbrief in der Tasche. Ihr Wunsch: Erstmal weiterarbeiten. Mit dem Abschluss stehen ihr aber viele Möglichkeiten offen - von der Meisterprüfung bis hin zum Ausbilderschein oder der Schwerpunktspezialisierung.

Hintergrund

Förderung: Mit ihrem Begabten-Förderprogramm möchte die Maler- und Lackiererinnung Bergisches Land die Azubis in ihrer beruflichen Entwicklung stärken. Durch Fort- und Weiterbildung soll die Entwicklung zu Führungskräften gefördert werden.

Werbung: Das Projekt soll auch als Multiplikator nach außen dienen und für die Ausbildung im Handwerk werben.

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