Bürgerhaus

270 Gäste genießen Kölsche Weihnacht

Jürgen B. Hausmann hatte ein buntes Potpourri an Geschichten im Gepäck.
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Jürgen B. Hausmann hatte ein buntes Potpourri an Geschichten im Gepäck.

Rua Kapaaf: Kabarettist Jürgen B. Hausmann begeistert im Bürgerhaus.

Von Cristina Segovia-Buendía

Radevormwald. Der Bürgersaal ist festlich geschmückt. Bunte Tischdecken aus Samt schimmern im Licht. Viele Menschen sitzen Schulter an Schulter beisammen, lachen, stupsen einander an und nicken sich zustimmend zu. Tränen der Freude kullern einigen von den Wangen herunter, umgeben von lauten Lachsalven anderer. Alles wirkt wie eine Szene aus 2019.

Auf der Bühne steht Kabarettist Jürgen B. Hausmann (alias Jürgen Beckers), umgeben von einer weihnachtlichen Szenerie mit Tannenbaum und Festtafel. Er schwelgt in Erinnerungen, ruft Bilder und Emotionen hervor und erzählt lustige Anekdoten aus einer unbeschwerten Zeit, den bunten 1970er-Jahren. „Erinnern Sie sich noch?“, sagt Hausmann, ehe er damit beginnt, Hits von damals zu trällern oder alte Werbespots nachzusprechen. Die Besucher nicken, trällern und sprechen gar die Passagen nach. Was waren das nur für Zeiten? Gute, nach denen man sich heute, in Zeiten einer abklingenden Pandemie, Inflation, Krieg und Energiekrise nur sehnen kann. Für zwei Stunden zog der Alsdorfer Kabarettist gekonnt sein Publikum mit in dieses gute Gefühl: Egal wohin man hinschaute, es waren nur lächelnde Gesichter zu sehen.

Eine reine Rückschau war der adventliche Abend keineswegs. Vielmehr ein gelungenes Potpourri, mit Bezügen zur aktuellen Zeit. Mit einem Durchlauferhitzer auf der Bühne, ein Gerät, das mit Strom Wasser erwärmt, erklärte er dessen Funktion. „Unten kommt kaltes Wasser rein, läuft hier hoch und kommt heiß oben raus. Will man kaltes Wasser haben, lässt man warmes oben durchlaufen…“ Diesen Satz aber konnte Hausmann nicht beenden, denn der Saal lachte laut auf. Er schmunzelte. „Das haben die vorgestern in Siegburg nicht verstanden.“ Der Saal lachte erneut.

Auch die Ampelkoalition nahm Hausmann aufs Korn. „Stellen Sie sich mal eine Ampel in den 70ern vor, mit Willy Brandt, Herbert Wehner und Franz Josef Strauß.“ Ein Raunen ging durch die Reihen. Hausmann parodierte die drei, Brandt mit seiner unverwechselbaren Art zu reden, Wehner mit Pfeife im Mundwinkel und Strauß mit seinem bulligen bayerischen Wesen.

„Einfach super“, beurteilten Andrea Huckenbeck, Barbara Müller und Nadine Erven einstimmig den Auftritt. „Wir sind bisher auf allen Veranstaltungen von Rua Kapaaf gewesen und es war immer toll“, berichtete Huckenbeck. Mit ihrem Besuch, sagte sie, „unterstütze ich gerne diese Aktivitäten. Radevormwald ist ja nicht so groß und wenn schon so etwas Tolles stattfindet, wo so viel Organisation drinsteckt, muss man auch kommen und das unterstützen.“ 

Nadine Erven ihrerseits fühlte ich im Bürgerhaus in die Heimat zurückversetzt. Erst seit wenigen Monaten wohnt die Kölnerin in Rade. „Ich finde es klasse, dass so etwas auch hier angeboten wird. Für mich ist das ein Stück Heimat.“

Ulla und Sepp Niemetz waren für die Kölsche Weihnacht extra aus Wuppertal gekommen. „Wir mögen Jürgen Beckers sehr gerne und kennen auch die Veranstaltungen hier in Radevormwald. Es ist immer toll.“ Zum Kunterbunten Bürgerhaus im Februar hätten sie auch bereits Karten bestellt.

Matthias Schwanz, Vorsitzender von Rua Kapaaf, und Thomas Lorenz, Präsident der Gesellschaft, freuten sich über die große Resonanz. Angst, dass sie die Kölsche Weihnacht aufgrund steigender Corona-Zahlen hätten verschieben müssen, hatten sie nicht. „Wir waren auf alles vorbereitet“, sagte Schwanz. Auch im vergangenen Jahr nahm die KG die Restriktionen in Kauf und bot den Besuchern dennoch einen unvergesslichen Abend mit den Paveier. Selbst im Corona-Jahr 2020 hätten ihre Aktivitäten nicht pausiert. „Wir sind die einzige Gesellschaft im Bergischen, die über die ganze Zeit durchgemacht hat, virtuell und auch im Rahmen des Möglichen in Präsenz.“

Hintergrund

Kunterbuntes Bürgerhaus: Jürgen B. Hausmann ist im Februar bereits wieder in der Stadt, wenn Rua Kapaaf am 17. Februar sein Kunterbuntes Bürgerhaus feiert. Außerdem dabei sind Die Kolibris, Willi und Ernst, Dürscheder Mellsäck, Dä Tuppes vum Land und viele Überraschungen. Los geht es um 17 Uhr.

Karten: Tickets kosten 29 Euro, erhältlich bei PBS Radevormwald, Schlossmacher Straße 3, in der Stadtbücherei, Schlossmacher Straße 4 bis 5 oder über:

karten@rua-kapaaf.de 

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