Handel

100-Euro-Schein kann zum Problem werden

Erika und Manfred Rosemann hatten Probleme, in einer Bäckerei an der Kaiserstraße mit einem größeren Geldschein zu bezahlen. Erst nach mehreren Versuchen konnten sie den Hunderter wechseln. Das Ehepaar zeigt sich enttäuscht von der Behandlung.
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Erika und Manfred Rosemann hatten Probleme, in einer Bäckerei an der Kaiserstraße mit einem größeren Geldschein zu bezahlen. Erst nach mehreren Versuchen konnten sie den Hunderter wechseln. Das Ehepaar zeigt sich enttäuscht von der Behandlung.

Ehepaar wollte in einer Bäckerei Kaffee und Kuchen bezahlen – Dort werden aber Banknoten über 50 Euro nicht akzeptiert

Von Stefan Gilsbach

Radevormwald. Wohl jeder hat in einem Geschäft schon einmal zahlen wollen und dann etwas verlegen festgestellt, dass er nur große Geldscheine im Portemonnaie hat. In der Regel lässt sich das Problem lösen, doch Manfred Rosemann aus Radevormwald hatte in einem solchen Fall ein unerfreuliches Erlebnis.

Der 81-Jährige hatte am 29. Juni vormittags mit seiner Ehefrau in der Filiale der Bäckerei Steinbrink an der Kaiserstraße in der Radevormwalder Innenstadt Kaffee und Kuchen genossen. Beim Bezahlen stellte er fest, dass er nur mit einem 100-Euro-Schein zahlen konnte. Das jedoch lehnten die Mitarbeiter ab – mit der Begründung, solche Scheine akzeptiere man nicht.

Eine missliche Situation für das Paar, dem in diesem Moment keine EC-Karte zur Verfügung stand. „Ich habe dann in den umliegenden Geschäften versucht, zu wechseln“, berichtet Rosemann. Doch das erwies sich als schwieriger als erwartet. In einem Laden fehlte das nötige Kleingeld, in einem anderen, größeren Geschäft wurde dem Senior mitgeteilt, er müsse schon etwas kaufen, um den Schein gewechselt zu bekommen.

Geholfen wurde dem Paar erst in der Volksbank-Filiale

Nachdem Manfred Rosemann – dessen 79-jährige Ehefrau schwer gehbehindert ist – so mehrere Geschäfte „abgeklappert“ hatte, fand er in der Filiale der Volksbank Oberberg am Schlossmacherplatz Verständnis. Dort konnte er den Hunderter in kleinere Scheine umtauschen und den ausstehenden Betrag in der Bäckerei begleichen.

Das Ehepaar ist enttäuscht von dieser Behandlung. „Es war ja nicht so, dass wir einen Cent-Betrag mit dem Hunderter bezahlen wollten“, sagt Manfred Rosemann. Die Rechnung betrug nach seiner Erinnerung etwa 12,20 Euro.

Bei dem Unternehmen Steinbrink bedauert man, dass es den Mitarbeitern in diesem besonderen Fall an „Fingerspitzengefühl“ gefehlt habe. Rein formell hätte die Belegschaft jedoch korrekt gehandelt.

„Es ist richtig, dass wir Geldscheine über 50 Euro grundsätzlich nicht akzeptieren“, teilt das Unternehmen in einer Stellungnahme mit. „Grund dafür ist, dass wir als Bäckerei naturgemäß mit kleinen Beträgen arbeiten und zur Diebstahlprävention mit begrenztem Wechselgeldbestand arbeiten möchten.“ Als Alternative biete man Kunden die Zahlung per EC-Karte oder Kundenkarte an, die hierbei als Prepaidkarte genutzt werden könne, „auf die bar oder per EC-Karte einbezahlt werden kann.“ Dennoch hätte man in der Lage des Ehepaars Rosemann eine Ausnahme machen sollen.

„Diesbezüglich werden wir mit den betreffenden Verkäuferinnen sprechen“, verspricht das Bäckerei-Unternehmen, verweist aber darauf, dass Steinbrink im Vergleich zu anderen Unternehmen und Branchen, die das bargeldlose Zahlen stark forcierten oder Bargeld sogar völlig verbannten, eine Linie verfolge, die allen Kunden gerecht werde. „Wir als Bäckerei Steinbrink haben uns hier ganz klar positioniert und versuchen sowohl die ,neuen‘ Zahlungsmethoden, als auch die ,gängigen‘ Zahlungen mit Bargeld weiter anzubieten, um für alle unsere Kunden eine vernünftig und unaufwendige Möglichkeit zu bieten.“

Dass vor allem ältere Menschen gerne wie gewohnt mit Bargeld zahlen möchten und sich bei modernen Zahlungsmethoden unbehaglich fühlen, weiß Kyra Springer, die Geschäftsführerin des Trägervereins „aktiv55plus“ in Radevormwald. Das betrifft aber nicht nur das Begleichen von Rechnungen im Einzelhandel oder in der Gastronomie. „Viele wichtige Vorgänge lassen sich heute nur noch online erledigen“, berichtet sie.

Für manche Senioren – sicher nicht für alle – sei der Umgang mit den neuen Geräten eine Herausforderung. Um älteren Menschen beim Umgang mit diesen Technologien zu helfen, bietet der Trägerverein regelmäßig eine offene Sprechstunde an (siehe Info-Kasten).

Hintergrund

Sprechstunde: Regelmäßig veranstaltet der Trägerverein „aktiv55plus“ für Fragen rund um Handy, Smartphone, Tablet oder Laptop offene Sprechstunden, die sich vor allem an ältere Menschen richten. Am Donnerstag, 7. Juli, findet dieses Angebot wieder von 16 bis 18 Uhr in der Cafeteria des Hauses der Begegnung (Haus Hürxthal) statt. Ehrenamtler helfen dann kostenlos mit Tipps weiter. Infos unter Tel. (0 21 95) 9 27 73 53.

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