Gebäudetrakt ist einsturzgefährdet

Zoo-Markt: Brandursache wird am Dienstag mitgeteilt

+
Die Ursache des verheerenden Großbrandes mit zahlreichen getöteten Tieren im Lenneper Zoo-Markt Koonen steht fest.

Die Ursache des verheerenden Großbrandes mit zahlreichen getöteten Tieren im Lenneper Zoo-Markt Koonen steht fest.

Von Melissa Wienzek

Das erklärte ein Brandsachverständiger der Polizei am Brandort am Montagmittag. Das Ergebnis will die Pressestelle der Polizei erst am Dienstag mitteilen, so der Sachverständige. Derzeit sind Polizei und Feuerwehr vor Ort, auch der Inhaber des Zoofachgeschäftes ist dort. Er will sich nicht weiter äußern. Die überlebenden Kleintiere - 10 Kaninchen, 9 Meerschweinchen und 3 Mäuse - sind bei einer Mitarbeiterin privat untergebracht. Sie werden tierärztlich von Dr. Horst Sieg betreut. 

Bei Facebook gibt es bereits einen Aufruf für Futterspenden. Mehrere zehntausend Fische konnten gerettet werden. Sie sind gestern und heute aus ihren Aquarien geholt worden und sind nun zu anderen Zoo-Märkten umgezogen. Die Polizei hat den Brandort versiegelt. Das Gebäude ist einsturzgefährdet. Sobald die Spurensicherung ihre Arbeiten abgeschlossen hat, kann mit der Beseitigung der Tierkadaver begonnen werden. mw

Lesen Sie hier den ausführlichen Artikel: Ursache für Brand in Zoo-Markt steht fest

Artikel vom 5.1.2020

Für zahlreiche Vögel, Hamster, Kaninchen, Meerschweinchen, Mäuse und Ratten kam jede Hilfe zu spät – sie starben am Samstagabend in den Flammen im Zoo-Fachmarkt Koonen in Lennep. Aus bislang ungeklärter Ursache war der 1200 Quadratmeter große Gebäudeteil am Neuenteich gegen 20.12 Uhr in Brand geraten.

Die Einsatzkräfte versorgten die überlebenden Kaninchen, Meerschweinchen und Mäuse mit Sauerstoff.

Die Feuerwehr eilte mit einem Großaufgebot zur Tierhandlung: 60 Einsatzkräfte waren vor Ort, neben der Berufsfeuerwehr auch die freiwilligen Feuerwehren Lennep, Lüdorf und Bergisch Born. Ein Großteil der 22 Fahrzeuge war bereits von der Rader Straße aus zu sehen: Funk- und Einsatzfahrzeuge bildeten auf dem Parkplatz von Radsport Nagel, der Straße Neuenteich und vor dem brennenden Gebäude selbst eine große Einsatzzentrale. Auch die Polizei und die Stadtwerke waren vor Ort, das Deutsche Rote Kreuz verpflegte die Helfer. Die Löscheinheit Nord besetzte die Hauptwache während des Einsatzes in Lennep. Das Medieninteresse war groß.

Als die Feuerwehr eintraf, stand der Zoo-Fachmarkt bereits im Vollbrand. Das Gebäude war so stark verraucht, dass sich die Wehrleute nur langsam vorarbeiten konnten. „Wir konnten durch die Verrauchung zuerst nicht genau erkennen, was brannte“, erklärte Einsatzleiterin Katharina Kresse, zugleich stellvertretende Feuerwehrchefin, vor Ort.

Video: Tim Oelbermann

Parallel zu den ersten Löscharbeiten wurden die angrenzenden Gebäude gesichert, damit die Flammen nicht auf diese übergriffen. Hier ist unter anderem eine Autowerkstatt untergebracht. Zusätzlich zur Brandbekämpfung von innen wurden zwei Drehleitern zum Sichern der Zoomarkt-Dachhaut eingesetzt.

Sachverständige der Polizei sichern am Montag Spuren

ZOO-MARKT

HINTERGRUND Der Zoo-Markt Koonen GmbH besteht seit 35 Jahren. Neben lebenden Tieren wie Fische, Reptilien, Nager und Vögel bietet er auf 1200 Quadratmetern Süßwasseraquaristik, Meerwasseraquaristik, Teichfische, Terraristik sowie Zubehör für Hund, Katze, Nagetiere und Vögel.

Dann begannen die Einsatzkräfte mit der Tierrettung: Einige Kaninchen, Meerschweinchen und Mäuse konnten gerettet werden. Die Wehrleute versorgte sie mit Sauerstoff und beruhigten sie liebevoll. Tierärzte und ein Amtstierarzt des Bergischen Veterinäramtes untersuchten die Tiere – sie sind wohlauf und leben nun bei Mitarbeitern des Zoo-Marktes. Auch die Fische in ihren Aquarien überlebten – sie befanden sich in einer anderen Ecke des Gebäudeteils. Die Feuerwehr versorgte die Aquarien mit Sauerstoff. Für die anderen Kleintiere kam jede Hilfe zu spät. Sie erlitten vermutlich eine Rauchgasvergiftung. Für Achim Stoltenhoff, Betreiber des Zoo-Marktes Koonen, und seine Mitarbeiter ein absoluter Schock. Fassungslos standen sie am Samstagabend vor der Brandruine. Stoltenhoff hat das 1200 Quadratmeter große Gebäude gemietet. Eine Brandmeldeanlage oder eine automatische Löschanlage gebe es nicht, sagte er im RGA-Gespräch.

Bis nach Mitternacht waren die Einsatzkräfte mit den Nachlöscharbeiten beschäftigt, es taten sich wiederholt Glutnester auf. Am Sonntagmorgen und am -nachmittag kontrollierte die Feuerwehr noch einmal den Brandort. Während morgens noch alles in Ordnung schien, löschen die Einsatzkräfte gegen 15.15 Uhr erneut: Es glimmten Heu und Stroh. Der Gebäudetrakt ist einsturzgefährdet. Das Feuer hatte sogar die Stahlträger angegriffen.

Die Kriminalpolizei hat den Brandort gesperrt. Die Brandursache ist noch unklar. Offenbar hatte das Feuer aber seinen Ursprung im Kassenbereich genommen. Am Montag werden die Brandsachverständigen der Polizei unter Atemschutz im Gebäude Spuren sichern. Erst danach kann mit der Beseitigung der Tierkadaver begonnen werden.

Für die Wehrleute war dieser Einsatz besonders nach dem verheerenden Brand in der Silvesternacht im Krefelder Zoo bewegend. „Keine Einsatzkraft verließ völlig unberührt den Einsatz“, sagte Kresse.

Artikel vom 4.1.2020

Am Samstagabend ist gegen 20.20 Uhr ein Feuer in einem Zoo-Markt an der Straße Neuenteich ausgebrochen.

Beim Eintreffen der Wehr schlugen bereits die Flammen aus dem Gebäude. Anfangs konnten noch einige Tiere gerettet werden, für viele war jedoch keine Hilfe mehr möglich.

Wie die Einsatzleiterin Katharina Kresse noch am Abend mitteilte, lag beim Eintreffen der Feuerwehr eine extreme Verrauchung vor, so dass es anfangs kaum möglich war, sich vorzuarbeiten. Das Gebäude stand in Vollbrand. Es wurden die ersten Löschmaßnahmen vorgenommen und zunächst die Nachbargebäude geschützt, damit Flammen nicht übergreifen konnten.

Alle Vögel starben in den Flammen

Dann wurde die Tierrettung eingeleitet. Einige Kaninchen, Mäuse und Meerschweinchen konnten gerettet und von einem Tierarzt untersucht werden. Sie sind nun bei Mitarbeitern der Zoohandlung untergebracht. In den Flammen starben alle Vögel sowie eine bislang unbekannte Anzahl an Mäusen, Ratten, Hamster, Kaninchen und Meerschweinchen.

Großbrand in Lennep

 © Tim Oelbermann
 © Tim Oelbermann
 © Tim Oelbermann
LOK
LOK © Roland Keusch
 © Tim Oelbermann
LOK
LOK © Roland Keusch
LOK
LOK © Roland Keusch
LOK
LOK © Roland Keusch
LOK
LOK © Roland Keusch
LOK
LOK © Roland Keusch
LOK
LOK © Roland Keusch
LOK
LOK © Roland Keusch
LOK
LOK © Roland Keusch
LOK
LOK © Roland Keusch
LOK
LOK © Roland Keusch
LOK
LOK © Roland Keusch
LOK
LOK © Roland Keusch
LOK
LOK © Roland Keusch
LOK
LOK © Roland Keusch
 © Tim Oelbermann
 © Tim Oelbermann
 © Tim Oelbermann
 © Tim Oelbermann
 © Tim Oelbermann
 © Andreas Dach
 © Andreas Dach
 © Andreas Dach
 © Andreas Dach
 © Andreas Dach
 © Tim Oelbermann

Aktuell leitet die Feuerwehr Strom ins Gebäude, um die Sauerstoffzufuhr in den Aquarien zu sichern, dort befinden sich noch lebende Fische. Zurzeit werden Nachlöscharbeiten durchgeführt. Es gibt noch viele Glutnester. Die Einsatzkräfte werden noch bis spät in die Nacht vor Ort sein.

Aktuell sind 60 Feuerwehrleute im Einsatz. Noch immer kämpft die Berufsfeuerwehr sowie die freiwilligen Wehren Lennep, Lüdorf, Bergisch Born gegen den Brand. Die Einsatzleitung geht davon aus, das es noch mehrere Stunden dauern wird, bis die Nachlöscharbeiten beendet sind.

"Hier wird keiner der Einsatzkräfte den Einsatzort unberührt verlassen", sagte Katharina Kresse. Auch der Betreiber des Zooladens war vor Ort, er war geschockt. Er hat das Gebäude gemietet. Eine Brandmeldeanlage oder eine automatische Löschanlage gäbe es nicht, sagte er im RGA-Gespräch vor Ort. 

Bis spät in der Nacht drang Rauch aus dem Gebäude. Im Innern bot sich ein Bild der Verwüstung.

Die Straße im Einsatzgebiet Neuenteich und Schneppendahler Weg war während des Einsatzes zeitweise komplett gesperrt. Die Brandursache ist noch unklar. kaz, ad, mw

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

60-jähriger Golf-Fahrer kollidiert mit Telefonzelle in Radevormwald
60-jähriger Golf-Fahrer kollidiert mit Telefonzelle in Radevormwald
Remscheider Feuerwehr hilft bei Evakuierung
Remscheider Feuerwehr hilft bei Evakuierung
Gesundheitscheck mit Doc Esser: Dabei kann Schokolade helfen
Gesundheitscheck mit Doc Esser: Dabei kann Schokolade helfen
Remscheid: Welchen „Prachtbau“ suchen wir?
Remscheid: Welchen „Prachtbau“ suchen wir?

Kommentare