Kommunalwahl

Sie wollen ins höchste Amt der Stadt Remscheid

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Die OB-Wahlen stehen am 13. September an – 88.000 Menschen in Remscheid können ihre Stimme abgeben.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Rund 88 000 Menschen sind am 13. September in Remscheid aufgefordert, an den Kommunalwahlen teilzunehmen. Wer mitmacht, hat drei Stimmen: Es geht darum, wer in den nächsten fünf Jahren als OB die Geschicke der Stadt lenkt und Chef der Verwaltung wird. Zudem bestimmen die Wähler, wer ihre Interessen im Stadtrat und den vier Bezirksvertretungen wahrnehmen soll. Und nicht nur das: An diesem Super-Wahlsonntag entscheidet sich auch, wie der neue Seniorenbeirat aussehen wird. Rund 30 000 Wähler ab 60 Jahren sind aufgefordert, ihre Stimme abzugeben. 26 000 Menschen mit ausländischem Pass haben außerdem die Gelegenheit, ihre politischen Vertreter zu bestimmen – im Remscheider Integrationsrat.

Remscheid: OB-Wahl mit besonderer Spannung erwartet

Mit besonderer Spannung wird die OB-Wahl erwartet. Sollte keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erlangen, gibt es ein Wiedersehen an den Urnen. Am 27. September gäbe es in diesem Fall eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten, die im ersten Wahlkampf die meisten Stimmen erzielten. Dies erlebte Remscheid immer wieder – zuletzt 2014, als kein Kandidat in der ersten Runde mehr als die Hälfte der Stimmen bekam.

Weitere Bewerber

Auch Pro Remscheid hat laut Homepage einen eigenen OB-Kandidaten nominiert. Sein Name: Peter Keck (65). Der gebürtige Remscheider wolle sich unter anderem für Bürgerfreundlichkeit bei der Stadtverwaltung einsetzen, wie es heißt. Die Bewerberliste ist übrigens vorläufig. Bis zum 27. Juli nimmt Wahlkoordinator Bernd Hoffmann noch Unterlagen von Parteien, Wählergruppen oder Einzelbewerbern entgegen. Am 4. August tagt der Kommunalwahlausschuss, um die Wahlvorschläge abzusegnen.

Burkhard Mast-Weisz

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weist (SPD) will sein Amt fortführen. 

Er will es noch mal wissen: 2014 wurde Burkhard Mast-Weisz (SPD) zum Oberbürgermeister Remscheids gewählt und das will er in den nächsten fünf Jahren bleiben. In der Stichwahl setzte er sich gegen seinen Mitbewerber Jochen Siegfried (CDU) durch. Der 63-Jährige ist seither Chef der Remscheider Stadtverwaltung, für die er nach beruflichen Stationen in Wuppertal seit 2001 in unterschiedlichen Positionen wirkte. Er war verantwortlich für das Dezernat für Jugend, Soziales und Gesundheit, wurde 2008 zum Stadtdirektor bestellt und war zwischenzeitlich auch Kämmerer. Der Sozialpädagoge wurde in Bielefeld geboren und hat mit seiner Ehefrau zwei erwachsene Kinder. Seine Kandidatur wird von Bündnis 90/Die Grünen und von der FDP unterstützt, die auf eigene Bewerber verzichten.

Alexa Bell

Alexa Bell tritt für die CDU an. Sie möchte Oberbürgermeisterin werden. 

Mit 16 Jahren fand Alexa Bell ihre politische Heimat in der CDU. Schon zuvor hatte sie sich als Schülerin für den Erhalt des Leibniz-Gymnasiums eingesetzt, das vor dem Aus stand und durch eine Gesamtschule ersetzt werden sollte. Die 45-Jährige ist Mutter eines erwachsenen Sohnes. Mit ihrem Partner und dessen Nachwuchs lebe sie in einer „glücklichen Patchworkfamilie“. Alexa Bell ist und war in zahlreichen Gremien aktiv – unter anderem im Stadtrat (seit 2014), in der Bezirksvertretung Alt-Remscheid, im Ausschuss für Menschen mit Behinderung, im Integrationsrat und im Rechnungsprüfungsausschuss. Dort bringt sie ihre berufliche Kompetenz ein. Die 45-Jährige arbeitet als Bankkauffrau bei der Stadtsparkasse Solingen, wo sie seit fast 20 Jahren im Controlling tätig ist. Nun will die Vorsitzende der Frauenunion OB werden.

Fritz Beinersdorf

Die Linke nominierte Fritz Beinersdorf für den Kampf um den Chefsessel im Rathaus. 

Die Linkspartei schickt Fritz Beinersdorf ins Rennen um den Posten des Oberbürgermeisters. Bereits 2014 kandidierte er für das höchste Amt der Stadt und erreichte im ersten Wahlgang 6 Prozent der Stimmen. Der 75-Jährige ist gelernter Destillateur und hat seit 2009 für die Linken einen Sitz im Stadtrat, wo er sich unter anderem als entschiedener Gegner des Outlet Centers in Lennep profiliert hat. In den 70er Jahren wirkte er hauptamtlich bei der DKP, kehrte der Partei aber aus Protest wegen „ihrer Moskauhörigkeit“ den Rücken. Später trat er dann der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) bei, die mit der PDS zur Linkspartei fusionierte. Er ist geschieden, Single und stammt aus einer kinderreichen Familie – mit zehn Geschwistern, mit denen er in Remscheid aufwuchs.

Roland Kirchner

Roland Kirchner tritt für die Wählergemeinschaft in Remscheid (WiR) an. 

Die Wählergemeinschaft in Remscheid (WiR) nominierte Roland Kirchner zum OB-Kandidaten. Seine familiären Wurzeln reichen weit zurück nach Lennep. Großvater Hugo setzte sich im dortigen Verkehrs-und Förderverein als streitbarer Vorsitzender ein, sein Enkel setzt dieses Engagement als Kassierer fort. Der 58-jährige Vater dreier erwachsener Kinder zählte 1999 zu den Gründern der WiR, die er bis 2005 und dann von 2014 bis 2019 als Vorsitzender führte. Von 2004 bis 2014 war er Mitglied des Stadtrates und konzentrierte sich danach auf seine Arbeit in der Lenneper Bezirksvertretung, die ihm sehr am Herzen liege. Unabhängigkeit und Bürgernähe seien ihm wichtig in seinem politischen Engagement. Kirchner arbeitete als Handformer in der Gießereitechnik und führte 1989 den Betrieb seines Vaters als Unternehmer fort.

Die Wahl zum Stadtrat brachte 2014 keinen eindeutigen Sieger hervor. Die CDU verbuchte zwar die meisten Stimmen.

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