Mein Leben als Papa

Wenn Mama es nicht reparieren kann, kann es keiner

Der kaputte Spielzeug-Zug ist bei der Mama in den besten Händen. Foto: gf
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Der kaputte Spielzeug-Zug ist bei der Mama in den besten Händen.

RGA-Redakteur Gunnar Freudenberg erzählt vom Alltag mit seinen Söhnen Hannes (5) und Michel (2).

„Mamaaa!“ Zielstrebig rennt Hannes an mir vorbei ins Wohnzimmer. „Mama, der Zug fährt schon wieder nicht. Kannst du ihn bitte reparieren?“ Natürlich kann sie!

Dass ihm vielleicht auch sein Papa hätte helfen können, auf diese Idee war Hannes nicht gekommen. Wenn es darum geht, Spielzeug zu reparieren, gilt bei uns der Satz: „Wenn Mama es nicht reparieren kann, kann es keiner.“ An Papa denkt da niemand. Nicht anders ist es, wenn Schränke aufgebaut, Dübel in die Wand gesetzt oder technische Geräte angeschlossen werden müssen. Ohne das groß thematisiert zu haben, sind Hannes und Michel längst selbst auf den Trichter gekommen, dass ihr Papa zwei bis drei linke Hände hat.

Ganz anders die Mama. Der Werbespruch eines Baumarktes scheint für sie erfunden worden zu sein: Mach es zu Deinem Projekt! Wir ergänzen uns da ziemlich gut. Während ich Veränderungen scheue und unsere Wohnung wahrscheinlich immer noch so aussehen würde wie kurz nach unserem Einzug, erkennt sie überall Optimierungspotenzial und packt an.

Weil ich Michel mit meinem Corona-Homeoffice zum Beispiel mehr oder weniger aus seinem Kinderzimmer verdrängt habe, gab es kürzlich einen Zimmerwechsel. Das große Bett musste abgebaut und im anderen Zimmer wieder aufgebaut werden. Der blanke Horror für mich, für die Mama kein Problem. Sie packt an, ich steh im Weg. Wobei das so auch nicht stimmt. Ich bringe andere Stärken mit ein. Ziehen Freunde um, bin ich auch immer derjenige, der schwere Sachen schleppt und mit blöden Sprüchen für gute Stimmung sorgt. Zu Hause ist es nicht anders. Vor dem Bettenwechsel drücke ich Hannes und Michel ihre Spielzeug-Schraubendreher in die Hand und rufe wie Bob, der Baumeister: „Können wir das schaffen?“ Und sie antworten: „Jo, wir schaffen das.“ Dann schrauben wir drei Männer ein bisschen alibimäßig rum und erfreuen uns an den lange vergessenen Dingen, die unter dem Bett lagern. Und während wir eine Runde Tipp-Kick spielen, hat die Mama das Bett im anderen Zimmer längst aufgebaut. Sogar mein Vater, handwerklich viel geschickter als ich, nutzt inzwischen schon das Know-how meiner Frau. Sein Notebook ließ er von seiner Schwiegertochter einrichten. Früher war das mal meine Aufgabe. Aber mein Ruf ist eben ruiniert. Spätestens seit Muttertag in diesem Jahr. Wegen der coronabedingten Schließung konnten im Kindergarten keine Geschenke für die Mamas gebastelt werden. Also lag in unserem Briefkasten ein Bastelset mit einer Anleitung für eine Papptasse. Hannes und ich bekamen es nicht hin, die Mama musste sich die Tasse selbst basteln. Für Weihnachten müssen wir uns deshalb in diesem Jahr ein ganz besonderes Geschenk für die Supermama ausdenken. Vermutlich aber nicht selbst gebastelt. . .

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